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Vorsicht Abzocke!

Es hat den Anschein, als ob einige “findige” Menschen die Weinbranche als neues Betätigungsfeld für ihre merkwürdigen Geschäftsmodelle entdecken. So auch “Wirtschaft heute”, ein “Magazin” für Unternehmer und Unternehmen.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Während der Prowein in Düsseldorf kam ein “Journalist” an den Stand des VDP Weingutes Juliusspital. Er gab vor, einen Beitrag über das Weingut für das genannte Magazin zu erstellen. Selbstverständlich bekam er bereitwillig Auskunft, warum auch nicht. Einige Wochen später kam der Beitrag mit der Bitte um Korrektur und Druckfreigabe zurück. Das Ganze war kostenfrei, theoretisch allerdings nur.

Natürlich könne man Belegexemplare zum Vorzugspreis kaufen, so die Auskunft des “Verlages”. Das ist eine völlig normale und übliche Praxis. Was allerdings absolut unüblich und heftig ist, ist der nachfolgende Passus:

„Die Veröffentlichung der Fotos ist wie im Layout vorgesehen. Die Kosten hierfür betragen 9,95 € pro mm Höhe/Spalte“. Macht bei den im Text vorgesehenen Bildern in etwa 5.500 (!) Euro. “Insertion von Bildmaterial” nennt sich das Ganze. Kaum zu glauben, aber wahr. Glücklicherweise hat die zuständige Mitarbeiterin im Weingut auch das Kleingedruckte gründlich gelesen, sonst wäre das ein teurer Spaß gewesen. Ein kurzer Blick auf Google genügt übrigens, um einen sehr deutlichen Eindruck von “Wirtschaft heute” zu bekommen.

Was lernen wir daraus? Nicht jeder, der vorgibt ein Journalist zu sein, ist auch einer. Immer genau hinschauen, insbesondere bei sogenannten “Unternehmensportraits”. Seriöse Journalisten und Medien bieten zwar immer Vorzugsexemplare einer Publikation an, verlangen sie allerdings Geld für Text und Fotos, einfach die Finger davon lassen. Hat man erst einmal einen solchen Vertrag unterschrieben, sitzt man in der Falle und muss zahlen!

Ein weiterer Beitrag zu diesem Thema findet sich auf “yoopress”

11 Kommentare zu “Vorsicht Abzocke!

  • Der Captain

    Presseausweis zeigen lassen. Und schauen, von wem der ausgestellt wurde. Es gelten nur Presseausweise mit amtlicher oder polizeilicher Legitimation. Wenn einige Kollegen der Genusspresse diesen Gang zu den Istitutionen versäumen, werden sie das eben nachholen müssen. Merke: Ein Presseausweis schütz auch nicht vor geschriebenen Müll und schlechten Geschäftspraktiken, sein Eigentümer muss aber sein Geld hauptsächlich mit Journalismus verdienen. Wie gut und seriös dieser ist, muss man eben im Einzelfall selber prüfen..

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  • Ludwig Kreuzberg

    Bei mir waren der Herr auch! Glücklicherweise ist mir die Masche mit dem Bild auch aufgefallen. Mich hätte der Spass rund 1500,00 Euro gekostet!!

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  • Thomas D.

    Hallo,
    @Der_Captain: Presseausweise sind nicht “polizeilich” legitimiert, da der Begriff des Journalisten nicht geschützt ist und wir in DE Pressefreiheit genießen. (Jeder darf Journalist sein, Bsp. Blogs. :) Dennoch gibt es natürlich auch amtliche Institutionen wie den DJV, VDZ oder ver.di, welche einen “offiziellen” Ausweis ausstellen.
    Unabhängig davon ist die Masche vom “Wirtschaft Heute”-Magazin durchaus kritisch zu betrachten.
    Danke für den Beitrag!

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  • servit

    Sie machen immer noch weiter. Bei uns ging gerade das 2. Schreiben von denen ein, wo sie uns nochmals “erinnern” dass sie anlässlich der CEBIT über uns schreiben möchten. Und 14.95 CHF pro mm Bild steht auch im Kleingedruckten.

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  • Ulrich Lengenfeld

    cool Die schrecken vor nichts zurück.
    wir sind eine Gruppe Journalisten unsd recherchieren gerade
    hier mal ein Hinweis
    Ulrich Lengenfeld
    Am 7. März 2012 um 11:28 Uhr

    Vorsicht!!!!

    Es gibt begründeten Verdacht, dass diverse Verlage in Deutschland durch diese Methode allein in den letzten Jahren, unbemerkt von der Öffentlichkeit, einen größeren zweistelligen Millionenbetrag kassiert haben. Es ist immer die gleiche Vorgehensweise: Zuerst wird mit einer kostenfreien Veröffentlichung für einen redaktionellen Text geködert. Nur nebenbei wird dann erwähnt, dass Bildmaterial pro Millimeter berechnet wird. Das kann man schnell übersehen.

    Letztlich erhält man dann eine Rechnung für einen Artikel mit Fotos, die schnell einige tausend EURO betragen kann, obwohl man nur mit einer üblicherweise kostenfreien redaktionellen Veröffentlichung gerechnet hat.

    Unsere Recherchen haben auch ergeben, dass lediglich kaum nennenswerte Auflagen von ca. 10.000 Exemplaren gedruckt werden, die vermutlich dann wahllos an unterschiedliche Unternehmen verschickt werden. Man hat dann für den hohen Rechnungsbetragt wohl kaum eine erwähnenswerte Gegenleistung von den Verlagen erhalten.

    Sollten Sie eine ähnliche Erfahrung mit dem Verlag „Internationale Wirtschaftsnachrichten“ gemacht haben, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Jede Information hilft uns die Öffentlichkeit und damit auch die Unternehmen über diese nach „Abzocke riechende“ Methode zu informieren und damit dieser Masche ein endgültiges Ende zu bereiten. Ihnen hilft es möglicherweise eine noch nicht bezahlte Rechnung künftig auch nicht zahlen zu müssen. Wenn Sie bereits gezahlt haben kann das Geld unter bestimmten Voraussetzungen von den entsprechenden Verlagen zurück gefordert werden.

    Nähere Auskunft:
    Ulrich Lengenfeld
    Freier Journalist
    Mobil 0171 990 23 50
    ulrich-lengenfeld@web.de

    Reply
  • Ulrich Lengenfeld

    Ulrich Lengenfeld
    Am 8. März 2012 um 12:56 Uhr

    Ist schon heftig oder?

    Auf meinen vorstehenden Hinweis hat der IWN Verlag auf der eigenen Home Page wilde Drohungen ausgestoßen. Na klar es geht um Mio pro Jahr..
    Lächerlicher Versuch… Alle hier im Blog haben die üblen Erfahrungen gemacht und natürlich werden wir bei den laufenden Magazinen unbeirrt weiter recherchieren.
    Leute denkt daran das kostet schnell mal 6-15.000 an Rechnungsbeträge von dem Pamphlet. Also schön aufpassen!!!

    Masche geblieben; Name geändert. Nun heißt das Pamphlet WIRTSCHAFT HEUTE und ECONOMY TRIBUNE

    Hier was der Verlag auf seiner Page geschrieben hat:

    Auf Ein Wort in eigener Sache.
    Liebe Besucher,

    bedauerlicher Weise ist an uns herangetragen worden, dass es in letzter Zeit Versuche gegeben hat, unseren Verlag mit Falschbehauptungen und unfairen Mitteln bei unseren Kunden und potenziellen Kunden zu diskreditieren.

    Uns sind die Urheber dieser Angriffe bekannt. Wir prüfen derzeit juristische Schritte gegen die Personen hinter diesen Machenschaften und werden diese in aller Entschiedenheit zur Rechenschaft ziehen.

    Ihnen, unseren Kunden und Partnern, wollen wir an dieser Stelle einmal mehr unseren Dank für die gute langjährige Zusammenarbeit aussprechen.

    Wir werden Ihnen auch weiterhin partnerschaftlich zur Seite stehen und freuen uns auf gute Zusammenarbeit.

    Ihr IWN-Verlag Team

    Partnerschaftlich???? Gute Zusammenarbeit????
    Unsere Liste von den “partnerschaftlichen Firmen” wird immer länger und länger
    Schreibem Sie mir was Sie erlebt haben mit diesem Verlag

    Ulrich Lengenfeld
    ulrich-lengenfeld@web.de
    0171 9902350
    und der “Verlag” IWN stößt wüste Drohungen aus.Hier zum mitlesen

    Reply
  • Hellmann

    ACHTUNG. Die ziehen jetzt von Messe zur Messe,geben sich als “Journalisten” aus. Sie erschleichen sich damit Vertrauen nehmen ein paar Bilder mit und dann kommt die Rechnung. Bis zu 10.000 €
    Also runter vom Stand. Es sei sie wollen Geld auf dem Fenster werfen. Dann ist das ein guter Weg
    M.Hellmann

    Reply
  • Eckhard Supp

    Wird noch so weit kommen, dass man sich als Journalist nur noch unter Personenschutz durch die GSG 9 oder irgendein SEK auf die Straße wagen kann … Aber das Problem ist natürlich nicht neu. Durchaus als seriös bekannte Verlage haben schon vor 20 Jahren Periodika, Bücher oder Broschüren herausgegeben, die nach dem Prinzip “Du zahlen, ich über Dich schreiben” finanziert wurden. Sie haben den Boden für die heutigen Gangstermethodne gelegt. Auch ich weiß natürlich, dass es viele Publikationen im Mini-Special-Interest-Segment “Wein” ohne bestimmte Formen der Querfinanzierung nie gegeben hätte. Aber das immer auf freiwilliger Basis und in voller Transparenz. Allerdings: Aufgrund der unzähligen Gangster, die sich auf dem Gebiet inzwischen tummeln, sind solche Geschäftsmodelle inzwischen vollkommen diskreditiert und praktisch unmöglich. Es sei denn, man arbeitet mit den Methoden von Trickbetrügern, wie im vorliegenden Beispiel.

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  • Ulrich Lengenfeld

    Nur damit Sie einmal eine Vorstellung von dem haben was da gespielt wird.
    Das Pamphlet Wirtschaft heute kostet rund 10.000 Euro an Druckkosten. Es wird kostenlos an Hotels verschickt.Die Media Daten sind komplett getürkt. Die Einahmen liegen bei ca. 250.000 EUR und das 6-8 mal im Jahr.
    Da kommen mal eben 20-30 Mio. in den letzten 10 Jahren zusammen. Herr Supp ( Eintrag vor mir ) hat völlig recht…
    Also runter vom Stand oder raus aus dem Terminplan

    Reply
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