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ProWein – jetzt mal kritisch

Gestern habe ich mein ganz persönliches Fazit der ProWein hier bei uns auf dem Blog gezogen. Beschränkt hauptsächlich auf meine Erlebnisse an unserem “Winepunk” Stand. Jetzt, mit etwas mehr Distanz, ist es an der Zeit, über unseren Stand hinaus zu schauen.

Die Euphorie ist groß, die Stimmung überwältigend, alle sind glücklich, die ProWein war ein voller Erfolg. Klingt alles irgendwie nicht wirklich neu. Genau genommen klingt es wie in jedem Jahr nach der Messe. Ich frage mich, warum das so ist? Ich hatte das Gefühl, dass es dieses Jahr deutlich weniger Besucher waren. Die Halle 4, ansonsten das Epizentrum der Messe, war leerer als sonst. Lag es daran, dass alle wissen, dass der Jahrgang 2010 aufgrund seiner geringen Menge so oder so schon fast Geschichte ist? Gingen einige gleich in die anderen Länder, um dort den Wein zu verkosten und zu kaufen, der die Deutschwein-Listungen im Supermarkt und anderer Orten ersetzen wird? Ich weiss es nicht. Fakt ist, die Euphorie ist jedes Jahr groß. Ist ja auch kein Wunder. Man trifft eine Menge Leute die man kennt, man trinkt und feiert. Da kann man schon einmal euphorisch werden.

Natürlich knüpft man auch Kontakte, die Frage ist aber, macht man auch Geschäfte? Neue Geschäfte? Oder geht der Strom, gerade in Halle 4, nicht dahin, wo er immer hin läuft. Ich glaube, gerade was das anbelangt, ist die “Mainzer Weinbörse” sicherlich der wichtigere Marktplatz – wenigstens für die VDP Güter.

Natürlich ist die Stimmung gut. Man stelle sich einmal vor wie die Messe verlaufen würde, stünden nur Trauerklöße an den Ständen. Wichtig wird einfach sein, ganz nüchtern und sachlich im Nachgang zu analysieren, was die Messe gebracht hat. Ganz sicherlich ist die ProWein eines der wichtigsten und erfolgreichsten Schaufenster für unser Produkt. Ganz besonders für den deutschen Wein. Ob daraus ein zählbarer Erfolg wird, bleibt abzuwarten.

11 Kommentare zu “ProWein – jetzt mal kritisch

  • Bernd Klingenbrunn

    Gerade heute hab ich innerlich zu mir gesagt: da gehste nicht mehr hin. Stress ohen Ende, ein Gehetze, ein Gruß hier ein Händeschütteln da, aber was neues entdeckt? Auf der ProWein? Njet! Geschäfte gemacht? Nein! Für unsere ausländischen Freunde war das sicherlich wichtig, aber ich habe in den nächsten Wochen noch genug Möglichkeiten, insbesondere die deutschen 2010er auf Herz und Nieren zu prüfen. Und unsere Deals und Entdeckungen machen wir eh auf anderen, kleinen Messen im Ausland.

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  • Weinschreiber

    Möglich ist aber auch, dass das neue Einlasssystem mit den eTickets die Busladungen derer abgeschreckt haben, die als Beigabe ihres Weinhaändlers zu sonntäglichen Sauftour auf der ProWein angetreten sind.
    Zumindest habe ich gehört, dass einige Weinhändler von der Messeleitung deutlich zurecht gewiesen wurden, weil sie als Einzelhändler mit 10 Mitarbeitern anreisten.

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  • Michael Pleitgen

    Wo sollen sie auch herkommen – die neuen Kunden: bei sinkemdem Weinabsatz und schwindsüchtigem Fachhandel? Die Messe macht einen guten Job: mehr Aussteller und mehr Besucher durch Internationaliserung. Trotzdem: die Stimmung war klasse.

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  • Jochen

    Ja, die Stimmung war sehr gut. Jedoch hatte ich ebenfalls das Gefühl, daß deutlich weniger Besucher als letzes Jahr da waren. Aber das positive dabei: Die Gespräche in Halle 4 waren deutlich stressfreier als im Vorjahr. Nur den Dirk, den habe ich nicht gesehen, leider.

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  • Thorsten Kogge

    Als Mitglied der “Weinwirtschaft” macht es bestimmt immer Sinn, an so einer Messe teilzunehmen, alleine um zu beobachten, was andere tun. Aber als Konsument? 37,- Euro Eintritt an der Tageskasse!!! Meine Güte, da langen die aber ganz ordentlich zu wenn man bedenkt, dass es sich um eine Werbeveranstaltung handelt. Da gehe ich doch lieber zu meinem Weinhändler und kaufe 6 Flaschen Wein ?

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  • pfholm

    Größtenteils war in in Halle 6 (mit Tageslicht :-) ) und habe von den Ausstellern aus Portugal eine sehr gute Resonanz in Bezug auf die Besucherzahlen gehört. Auffallend war jedoch, dass etliche Produzenten sagten, dass sie vor allem Kontakte zu Einkäufern aus Benelux, Skandinavien und Osteuropa machen konnten, weniger aus Deutschland.
    Auf jeden Fall war die Stimmung aber gut. Auch das was ich beim durchlaufen der Halle 4 erlebt habe.

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  • Thorsten Kogge

    Achso! Kann der Wein also (noch) auf Käuferbeteiligung verzichten? :-D Ich dachte die Weingüter und Händler nutzen die Messe auch zur direkten Kundenbindung….

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  • Arnd

    Ich als kleiner Weinhändler finde die ProWein klasse. Hier lohnt es sich wirklich, denn in geballter Ladung kann man alles finden, wonach man sucht. Hier kann man einmal ungestört die Weine probieren und die Vielfalt des Angebotes geniessen. Allerdings muss man wirklich einen Plan haben, wen man besuchen will, sonst geht gar nix. Ich habe hier gute Wewine gefunden, mit denen ich auch dann im Folgenden gute Geschäfte gemacht habe. Ich war 2010, dieses Jahr konnte ich nicht. Ausserdem finde ich es extrem wichtig, auch einmal persönlich mit den winemakern zu reden, das ist immer wichtig und förderlich fürs Geschäft. Aber man muss nicht jedes Jahr hingehen, das bringt nichts … aber nächstes Jahr werde ich wohl wieder anwesend sein.

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