Neue Form der Weintageszeitung

Seit einiger Zeit gibt es via Twitter etwas ganz interessantes – eine Art Weintageszeitung… Im Grunde genommen sind es eigentlich zwei…

Dutzende von Weinblogs, Foren, journalistische Publikationen über Wein im Internet – wer soll da einen Überblick behalten, wer kann das alles lesen. Sicher, ich kann das über den RSS Feed steuern, aber noch einfacher sind die beiden Zusammenfassungen, die ich annähernd täglich via Twitter bekommen.

Da ist zum einen eine Seite namens “Weinzeitung”. Zusammengestellt von einem User, der sich “maracon” nennt und dessen Twitterlogo mich doch sehr an mein eigenes erinnert :-) Sehr übersichtlich gestaltet, alles auf einem Blick. Ich mag das und besuche die Seite regelmäßig. Ganz ähnlich ist die Seite “Wein-aktuell” vom Weingut Rudi Huber. Ich kenne dieses Weingut zwar nicht, aber das Engagement gefällt mir sehr gut, zeigt es doch wieder einmal, dass das web 2.0 für jeden da ist.

Im Grunde genommen machen beide Seiten nichts anderes, als Blog- und Portal-Inhalte anderer zu erfassen, übersichtlich darzustellen und zu veröffentlichen. Das Ganze natürlich ordnungsgemäß verlinkt. Mir persönlich gefällt das sehr gut, auch wenn mir natürlich klar ist, dass das einige wohl eher unlustig finden könnten. Solche Seiten generieren nämlich ihren Inhalt quasi von selbst und kosten nichts (keine Recherchen, kein eigener Content, wenig Zeitaufwand). Aber ich sage es gerne noch einmal: Mir gefällt das und ich halte das für ein durchaus zukunftsfähiges Konzept!

GANZ WICHTIGER NACHTRAG!!!

Ich habe in meinem Eifer vergessen zu erwähnen, dass es ja schon ewig eine sehr geniale Übersicht über alle Wein und Genussthemen gibt, nämlich “Genussblogs” Da werden allerdings nur diejenigen erfasst, die sich auch angemeldet haben.

12 Kommentare »

  1. pfholm Januar 31, 2011 18:08

    Die Weinzeitung ist wirklich gut aufgemacht. Ich wundere mich nur manchmal über die Verknüpfungen. Es kommt immer wieder vor, dass Artikel auf die ich verwiesen habe, quasi unter meinem Namen dort erscheinen. In der ersten Zeile steht heute beispielsweise korrekt drin, dass der Artikel bei captaincork.com erschienen ist, aber darunter erscheine ich mit Bild und twitter-Namen.
    Nich, dass es mich stört. Mich wundert’s nur …

  2. Dirk Würtz Januar 31, 2011 18:11

    @Peer
    Wahrscheinlich hast Du das retweetet oder gefacebooktgefälltmirgebuttoned…

  3. Der Captain Januar 31, 2011 18:36

    Jetzt ist die Weinzeitung mal vom Netz. das andere funktioniert nicht..

  4. Dirk Würtz Januar 31, 2011 18:40

    @Der Captain
    Wie meinen???

  5. Michael Pleitgen Januar 31, 2011 18:49

    Das ist das tool, mit dem jeder seine eigene Zeitung zusammenstellen kann. http://paper.li/ Es gibt bereits eine Diskussion zu dieser Art von news aggregation. Ich finde es nicht unproblematisch – da ist zum einen das Urheberrecht (bei Peer Holms Besispeil sieht man, dass der eigentlich Autor nicht zweifelsfrei zuzuordnen ist – bei RTs) und zum anderen lebt so etwas natürlich von geklautem Content. das die Wir sehen hier wieder das AAL-Prinzip bei der Arbeit: Andere Arbeiten Lassen. Ein weiteres Problem: werden größere Teile von Blogartikeln gepostet, fassen die Suchmaschinen das als Double Content auf und bestrafen den Autor mit Zurückstufung. Nichts desto trotz ist paper.li sehr erfolgreich und hat gerade mal ein paar Millionen eingesammelt um sich am Markt besser zu positionieren.

  6. Eckhard Supp Januar 31, 2011 19:02

    Was Erfolg oder Misserfolg solcher Aggregatoren angeht, bin ich einigermaßen skeptisch. Zum einen, weil mir die Auswahl ziemlich willkürlich erscheint und ich keine “Handschrift” dahinter erkennen kann. Zum anderen, weil es natürlich bereits die unterschiedlichsten Aggregatoren gibt. Ich persönlich nutze einen RSS-Reader, bei dem ich deutlich bessere Möglichkeiten habe, ihn meinen Bedürfnissen anzupassen. Und für meine Leser auf ENO WorldWine stelle ich aus diesem Reader Artikel zusammen (s. hier: http://www.enobooks.de/aktuelles/wwnewspool), deren Lektüre ich ihnen ans Herz lege, sei’s, weil ich den Inhalt top finde, sei’s, weil ich meine, dass man sich damit auseinandersetzen sollte. Das ist dann explizit keine Zusammenstellung, die den Anspruch einer “Weinzeitung” erhöbe, sondern es ist eine sehr subjektive Liste der von mir ganz persönlich empfohlenen Artikel. Und diese Liste steht auch nicht isoliert im Web, sondern ist Bestandteil einer umfassenden Publikation mit deutlich eigener Handschrift – nicht wahr, Dirk Würtz :-) ?

  7. Dirk Würtz Januar 31, 2011 19:05

    @Supp
    Der link funktioniert nicht…

  8. Eckhard Supp Januar 31, 2011 19:09

    Uff ja, da hat es die Klammer in den Link eingebaut. Weiß der Teufel, wieso. Hier noch einmal, mit ausreichen Leerzeichen davor und danach http://www.enobooks.de/aktuelles/wwnewspool

  9. Dirk Würtz Januar 31, 2011 19:13

    @Supp
    Jetzt… Ja, das ist gut. So etwas gibt es ja auch bei Captain Cork. Da steht es ganz populär oben auf der Seite.

  10. Iris Februar 1, 2011 19:01

    Das gibt’s doch jetzt auch vom Winzerblog täglich und heßt ganz richtigL Twitterextrakt.
    Ich habe seit längerem noch etliche englisch und französischsprachige Ausgaben in meiner timeline, die The vigneron Daily, TweetAWine daily digest oder Enotourisme daily heißen und alle auf paper.li basieren. Ich finde das ganz gut, da ich da häufig Links finde, die ich bei mir übersehen habe, schließlich sitzt man als Winzer (und vermutlich auch in vielen anderen Berufen) nicht den ganzen Tag vor dem Bildschirm:-). Ich vermute, dass jeder, der eine solche tägliche “online-Zeitung”, also Linksammlung, zusammenstellt, dabei ganz nach seinem persönlichen Geschmack die hashtags, die er verfolgt, zusammenstellt und/oder die Twitterer eingibt, die er selber verfolgt. Das führt dann im Ergebnis zu mehr Varietät und Crossover, als wenn ich nur den Twitteren folge, die ich selber ausgewählt habe.

    Das im Ankündigungstweet oft eher der Name des verlinkenden Twitterer als des Autors steht, kann verwirrend sein, löst sich aber bei der Lektüre sofort auf. Hat auch den Vorteil, dass so die digests von den @erwähnten Twitteren leichter ge-re-tweeted werden… Also für mich insgesamt eine gute Sache, wie das teilen von Links auf facebook, dass ihnen ein weiteres Publikum ermöglicht, da ja jeder ein paar hindert andere Freunde hat und auch da die internationale Verknüpfung besser zum tragen kommt.

    Aber vielleicht für Leute, die es noch nicht gewohnt sind, als Netzwerk zusammen zu arbeiten, oder immer noch auf eigene Klickraten fixiert sind, erst noch gewöhnungsbedürftig…:-).

  11. Iris Februar 1, 2011 19:18

    kleiner Nachtragzum Kommentar von Michael Pleitgen: das AAA Prinzip hier ins Spiel zu bringen, scheint mir übertrieben. Schließlich geht es, zumindest so, wie es hier in F praktiziert wird, doch bei Twitter hauptsächlich um das schnelle Verbreiten von Informationen durch Links, da ist doch jedem klar, dass das keine als selbst recherchierten Informationen sind, sondern eben etwas an seine Follower weitergereicht wird, auf das sie selber sonst vielleicht nicht gestoßen wären. Ich mache das häufig z.B. nicht als einfachen RT, sondern mit einer Übersetzung des Begleittextes, eben um die oft recht muttersprachzentrierten Kreise zu öffnen – natürlich mit mehr Erfolgsaussicht, wenn ich einen englischsprachigen Artikel für Franzosen oder Deutsche Follower verlinke, als umgekehrt;-), aber auch da gibt es ja Ausnahmen. Auf Facebook sieht man das noch besser, wenn ein Japanerz.B.vom angehängten Foto angezogen wird und nachfragt, dann erklärt ihm einfach jemand im Kommentar auf Englisch, worum es geht – ebenso mach ich das da häufig zwischen Deutsch und Französisch – noch einmal: das ist doch der Sinn der Social Media / Réseaux Sociaux / Sozialen Netzwerke;-).

  12. Alena Februar 7, 2011 10:55

    Twitter Weintageszeitung? klingt aber echt sehr interessant. danke dir für die Info!

comments

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