Alles über Wein und den Rest der Welt…

Ärgernis der Woche – der ewige Westerwelle

Ausnahmsweise mal nicht von Dr. Motz, sondern von mir…

Das war sie also nun, die mit Spannung erwartete Erneuerungs-, Rundumschlag- und Überhaupt-Rede vom FDP Vorsitzenden Westerwelle. Viel Lärm um nichts! Westerwelle, frei von jeglicher Selbstkritik, hat in seiner gewohnten Manier seine maßgeblichen und immer wiederkehrenden Redebausteine aneinander gesetzt. Ausser dem üblichen: “Ich habe Recht und Ihr keine Ahnung”, kam da wenig dabei raus. Umfragetief? Egal, interessiert nicht! Guido erklärt seine Welt und die Zuhörer lauschten… hin und wieder wirkte der Beifall eher gezwungen und gequält. Der Mann kann doch reden, oder konnte es zumindest einmal… warum hat er das heute nicht gemacht? Für mich wurde eines wieder einmal völlig klar: Mit dem Einzug in ein Abgeordnetenhaus, gar in eine Regierung, zieht man auch gleichzeitig in einen Elfenbeinturm.

Ich kann ja verstehen, dass man aus taktischen Gründen bestimmte Themen in der Politik vermeidet. Aber doch nicht die wirklich wichtigen. Was wäre gewesen, wenn Westerwelle heute folgenden Satz gesagt hätte: “Ich weiss, ich habe Fehler gemacht und ich bitte um Ihre Mithilfe bei deren Behebung”. Das wäre mal ein Volltreffer in Sachen Ehrlichkeit gewesen. So hat er sich nur noch mehr geschwächt.

18 Kommentare zu “Ärgernis der Woche – der ewige Westerwelle

  • Margit Kunzke

    Ein ehrlicher Politiker, eine ehrliche Politikerin? Das Abgeben der Ehrlichkeit an der Pforte ist doch seit Jahren die unabdingbare Voraussetzung für eine politische Karriere….

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  • Janik

    Soll Westerwelle doch endlich umfallen. Alles andere ist ein Witz und als Außenpolitiker kann man ihn ohnehin nicht länger ernst nehmen.

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  • Der Direttore

    Ja, Westerwelle Bashing…
    Wäre schön, wenn man wirklich eine ernsthafte Debatte möchte und nicht nur auf einen populäen Zug aufspringen, die Dinge etwas differenzierter zu sehen, so wie Horst von Buttlar in der Financial Times Deutschland:
    “Jetzt lasst Schwarz-Gelb doch mal regieren
    Seit dem “Herbst der Entscheidungen” ist aus der Koalition ein Bündnis geworden, das regiert und Reformen anpackt. 2011 sollten wir endlich einen kleinen Schlussstrich ziehen und Merkels Mannschaft nicht ewig die gleichen Dinge vorhalten. von Horst von Buttlar
    Die Kritik an der FDP klingt inzwischen meist wie eine Hänselei auf dem Schulhof. “Brillenschlange, Brillenschlange!”, rufen da die Gören, oder: “Fettsack, Fettsack!”
    Wer die FDP ärgern will, ruft: “Hotelsteuer, Hotelsteuer!”, und das war’s dann auch oft schon mit der Substanz. Überhaupt ist die FDP eine Partei, die viel und gern gehänselt wird: “Besserverdiener, Besserverdiener!” war die Stichelei, die das liberale Kind jahrelang auf dem politischen Pausenhof ertragen musste – und das erklärt vermutlich schon den Kern des Problems, das die FDP derzeit hat: Sie ähnelt einfach demjenigen in der Schule, der immer unbeliebt war.
    Ab und zu gelang es ihm zwar, sich etwas Anerkennung zu erkämpfen, etwa durch eine gute Geburtstagsparty oder einen neuen Nintendo. Diese Liebe war aber immer falsch und flüchtig, und wer auf Guido Westerwelle schaut, mit seinem Habitus, dem überzogenem Eifer, den scharfen und schrillen Aktionen und Reaktionen, der erkennt in ihm genau jenen Jungen, den in der Schule keiner mochte.
    Die Kritik an dem Parteichef scheint allerdings seit geraumer Zeit etwas außer Kontrolle geraten, ja, sie hat sich streckenweise von seinem Tun entkoppelt. Würde sich Westerwelle beim Dreikönigstreffen der Liberalen als Reinkarnation von Balthasar entpuppen, würde auch das seinem Image kaum helfen.
    Die FDP steht stellvertretend für alles, was schiefgelaufen ist im schwarz-gelben Bündnis. Doch langsam stellt sich die Frage, ob die Deutschen wirklich noch zweieinhalb Jahre “Hotelsteuer, Hotelsteuer” rufen wollen – oder ob sie nicht doch einmal nüchtern Bilanz ziehen: Was ist geworden aus diesem sich etwas zu viel streitenden Haufen, der vor etwas über einem Jahr eine große Chance vergab?
    Niemand muss diese Regierung lieben. Aber vielleicht könnte man versuchen, einen neuen Blick auf sie zu werfen, und anzuerkennen, was anerkennenswert ist. Seit Mitte des Jahres, kurz bevor Angela Merkel den “Herbst der Entscheidungen” ankündigte, hat sich eine Menge bewegt.
    Beginnen wir mit der Kanzlerin selbst. Sie war 2010 vor allem mit der Rettung des Euro beschäftigt. Sie wurde dafür viel kritisiert, erst galt sie als zu zögerlich, dann als zu pragmatisch, als zu egoistisch und zu hart. Diese Kritik kam vor allem aus dem Ausland, und es war bisweilen erstaunlich, wie bereitwillig hierzulande die Schelte aufgriffen und nachgebetet wurde. Bald fühlten wir uns selbst als diejenigen, die den Rest Europas belehrten und bestraften – während Minister aus den Untergangsstaaten eifrig über die so unnachgiebigen Deutschen herzogen. In der Substanz aber war das Krisenmanagement der Kanzlerin kühl und klug und damit angemessen und Erfolg versprechend.
    Nicht auszudenken das Szenario, wäre der Machismos eines Gerhard Schröder mit dem Geltungsdrang eines Nicolas Sarkozy in seiner Rettungsnacht aufeinandergeprallt!Lichtblicke der Regierung
    An der Seite Merkels ist Wolfgang Schäuble, der aus dem Euro eine Art Vermächtnis macht. Es ist ungewiss, wie das Projekt dieser Währung im kommenden Jahr ausgeht – zumindest aber hat man das Gefühl, dass hier zwei gute Anwälte Deutschlands und Europas regieren, auch wenn sie nicht immer so agieren, wie manche Hardcore-Europäer und Brüssel-Scientologen es fordern.
    Die schwarz-gelbe Regierung hat wichtige, auch überraschende Reformen angestoßen. Eine tief greifende ist die Abschaffung der Wehrpflicht und die Reform der Bundeswehr – Karl-Theodor zu Guttenberg geht sie beherzt und mutig an. Natürlich wird gestritten werden, auch darüber, wie viel Guttenberg tatsächlich spart. Das ist der normale politische Betrieb: Man geht mit Maximalforderungen und Verhandlungsmasse in die Gremien. Und mal ehrlich: Hätte vor einem Jahr jemand erwartet, dass wir bei der Wehrpflicht so weit sein würden? In einem Land, das jahrelang über Sonntagsbackverbote streitet?
    Ein zweiter Lichtblick ist und bleibt Ursula von der Leyen. Sie entwickelte das System Hartz IV fort, und das qualitativ: Der Staat kümmert sich fortan um die Bildung der Kinder – und zwar nicht mehr ausschließlich, in dem er Geld überweist. Der Streit um die Erhöhung des Regelsatzes wirkt nur noch wie ein symbolisches Rückzugsgefecht der SPD.
    Die Gesundheitsreform von Philipp Rösler gilt als schwacher Wurf – wer allerdings erinnert eine wirklich große Reform auf diesem Gebiet? Am Ende mussten die Patienten stets mehr zahlen. Immerhin gibt es durch den Zusatzbeitrag nun etwas Wettbewerb. Und die SPD übernimmt inzwischen klammheimlich Elemente von einst schwarz-gelben Konzepten. Ansonsten scheint das System alle Frische aus Rösler gesogen zu haben.
    Auch die seit ihrem Amtsantritt als “Ausfälle” im Kabinett gehandelten Minister schlagen sich gut oder überraschen gar. Dirk Niebel hat, während er genüsslich “als schräge Wahl” vorgeführt wurde, in aller Stille eine grundlegende Neuorganisation der Entwicklungshilfe angeschoben. Seine Vorgängerin Heidemarie Wiczorek-Zeul, die zuletzt vor allem dadurch aufgefallen war, ihre Beamten zu terrorisieren, hat dies in elf Jahren Amtszeit nicht hinbekommen.Rainer Brüderle, der zweite FDP-Minister, wirkt zwar durch sein Vollbeschäftigungsmantra wie das Maskottchen des Aufschwungs – bei zentralen Fragen aber hat er richtig gehandelt, und zwar dadurch, dass er nichts getan hat: So weigerte er sich, bei der Karstadt-Rettung und der Hochtief-Übernahme einzugreifen.
    Sicherlich, daneben gibt es auch schwache Figuren im Kabinett. Wobei auch immer die Frage ist, in welche Fußstapfen etwa Peter Ramsauer denn tritt. In die von Kurt Bodewig, der die Hälfte seiner Amtszeit überrascht war, Verkehrsminister geworden zu sein? Oder die von Manfred Stolpe, der genauso reglos war wie einige Zeit der Aufschwung Ost?
    Sicherlich, Schwarz-Gelb ist noch kein mitreißendes Projekt geworden. Die Frage ist, ob dies nötig und überhaupt möglich war. Es ist aber inzwischen ein Bündnis, das regiert. Es gibt keinen Stillstand. Es gibt Ideen und Projekte, an denen man sich reiben kann – für die man streiten möchte oder die man ablehnt. Wir sollten also langsam aufhören, sie wegen der ewig gleichen Dinge aufzuziehen.” Quelle http://www.ftd.de/politik/europa/:kolumne-horst-von-buttlar-jetzt-lasst-schwarz-gelb-doch-mal-regieren/50210739.html?page=2

    Trifft es ganz gut finde ich, aber hey, lieber schön popülar bleiben!

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    • Dirk Würtz Post author

      @Diretorre
      Und was hat das mit Guido und der Rede und der Situation der FDP zu tun??? Nix, denn darum ging es gar nicht. Es ging um GW und seinen Elfenbeinturm, Hasi ;)

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  • Pasta

    ach was, Direttore, da gehen dir die Argumente aus, und du brauchst was aus der Zeitung auf dem rosa Papier?

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  • quartzuhrMD

    Geht doch alle wieder SPD wählen, dann kann euch Steinmeier was über neue Nieren erzählen…

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    • Dirk Würtz Post author

      @Quarzuhr
      Auf diesem Blog geht es schon immer um Politik. Von Anfang an! Es gibt die Rubrik und warum sollte das auch nicht so sein. Politik gehört zum Leben, auch zum Wein. Und wenn Dir das nicht passt, dann hast Du Pech!!! Basing ist was anderes. Ich sage meine Meinung und basta!!!!

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  • Gottfried Stutz

    Also die Arbeit von Herrn Dr. Westerwelle schätze ich nicht sonderlich. Weder in außenpolitischer Hinsicht, noch im Hinblick auf die momentane Situation der Partei der er vorsteht.

    Aaaaber mal ganz ehrlich, zu erwarten, dass die große „Bitte verzeih mir“ Soap gegeben wird ist ein bisschen wie die Aufforderung zu einem öffentlichen Domina- Besuch.

    Hinkender Vergleich; aber gerne!

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  • Der Direttore

    Es geht auch in diesem Artikel um GW und das in Mode gekommene Bashing, das sich inhaltlich nicht mal ansatzweise versucht auseinanderzusetzen, so wie dein Artikel. Ich weiß immer noch nicht, wo du genau deine Kritikpunkte inhaltlich findest.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Diretorre
      Nein,nein und nochmal NEIN! Kritik ist zulässig und hat nichts mit “bashing” zu tun. Ich werde doch wohl mal Kritik an einem üben dürfen, den ich gewählt habe, oder habe ich nach Abgabe meiner Stimme den Mund zu halten?!?!?! Sicher nicht. Mein Kritikpunkt ist doch ganz deutlich, ich weiss nicht, wo Du den nicht siehst? Aber ich sage es gerne noch einmal… mich ärgert die Tatsache, dass ein GW völlig frei von Selbstkritik durch das Politleben wandelt, obwohl er das nicht nötig hätte! Wie sie viele andere leider auch. Beispiele gibt es dafür leider mehr als genug. Und glücklicherweise bin ich ja nicht der einzige, dem es so geht: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,738127,00.html

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  • Der Direttore

    Natürlich darfst du soviel Kritik im demokratischen Prozeß äußern, wie du willst! Natürlich gehört jeder Politiker, dem wir unsere Stimme geben, in den Fokus der Kritik gestellt! Selbstverständlich liefert Westerwelle und die FDP keine gute Performance in ihrer Außendarstellung ab! Keine Frage!
    Nochmals, mich nervt zumeist nur diese Phrasendrescherei bzw. eben dieses personifizierte Bashing!
    Wenn jemand sagt, Westerwelle bzw. die Regierung ist scheiße wegen A, B und vor allem C, dann kann man sich wirklich einer Debatte stellen.
    Aber dieses Ganze, der Typ sieht scheiße aus, kann kein Englisch und überhaupt, der muss sich entschuldigen und seine Fehler einsehen etc… ist für mich ein Niveau der Zeitung mit 4 Buchstaben, mehr nicht.
    Für was hätte sich Westerwelle entschuldigen müssen bzw. seine Fehler eingestehen?

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    • Dirk Würtz Post author

      @Diretorre
      Wo habe ich den sowas gesagt? MIr ist doch völlig egal, ob der Englisch kann und wie der aussieht und mit wem er verheiratet ist. Er ist der Vorsitzende der FDP. Die hat in Umfragen 10 Prozent verloren, dafür ist er verantwortlich als Chef. Daraus entsteht eine Erwartungshaltung, die hat er für mich nicht erfüllt.

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  • Pasta

    Was hätte es gebracht, wenn Westerwelle Fehler eingeräumt hätte? Die Fehler hat er ja nicht alleine gemacht, sondern die ganze FDP. Die hat sich in den letzten Jahren von einer liberalen Bürgerpartei zu einer rein marktliberalen Klientelpartei verändert.
    Das Wählerpotenzial für eine solche Partei liegt bei 4 .. 6 %. Wenn die FDP ihren derzeitigen Kurs hält, muss sie halt mit dem Kampf um die 5% Hürde leben. Es geht also eigentlich nicht um Köpfe, sondern um Richtungen.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Pasta
      Ich habe kein Problem mit dem Kurs. Ich hinterfrage, und das ist normal, ob derjenige, der den Kurs vermitteln, verkaufen soll, das richtig macht. Und das macht er meiner Meinung nach eben überhaupt nicht.

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  • Pasta

    Echt, du hast keine Problem mit dem Kurs? Du als Sozialdemokrat?
    Die Frage, ob WW seine Programm gut verkauft hat ist natürlich eindeutig beantwortet: hat er nicht. Und so gesehen, darf er von mir aus ruhig weiter machen ..

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  • Der Direttore

    Dass die FDP nicht umfällt, halte ich für richtig. Man muss nicht immer wie ein Fähnchen im Wind sich drehen. Die FDP steht zu ihrem Kurs und wird deswegen bestraft werden und wieder zur 5% Partei. Es sind schon einige Politiker gefallen in ihrem Bestreben einen für sie richtigen Kurs durchzuhalten, Helmut Schmidt, Gerhard Schröder bei den Sozis als Beispiel.
    Und während Ihr dann alle von der Doppelspitze Claudia Roth als Außenministerin und Andrea NAhles als Kanzlerin regiert werdet ab de nächsten Bundestagswahl, strecke ich meinen dicken Hintern in die Sonne Campsbay`s und bin froh, dass ich und 5% der restlichen Deutschland wenigstens etwas vernünftiges geplant hatten für Deutschland:-)

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  • Gilli Vanilli

    Guido hin oder her – spätestens bei den nächsten Wahlen wird er ernten was er sät

    man hat doch heutzutage eh kaum eine gescheite wahl zu wählen
    da macht angela doch wie ich finde noch den besten job

    is mir lieber als solche roten heuchler von der SPD die was von Mindestlohn quatschen und sozialer geschichte blablabla

    und in ihren eigenen Unternehmen nicht mal den Mindestlohn zahlen sondern mal eben outsorcen damit sie die bereiche aus dem tarifvertrag rauskriegen
    fragt mal die Zeitungstrausträger der SPD Medienholding….

    soviel dazu – dann doch lieber Angela

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