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Auf die Größe kommt es nicht an…

…zumindest nicht im Weinbau. Ob der Betrieb eher kleiner oder eher größer ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass man will. So wie die Jungens vom Weingut Friedrich Kiefer in Eichstetten am Kaiserstuhl.

Bis vor einiger Zeit kannte ich weder den Ort, noch das Weingut. Da aber unser allseits geschätzter “Weinfachberater” seit einigen Monaten in diesem Weingut arbeitet, hatte ich anläßlich des Vorabend unserer “TWA” die Gelegenheit, den Ultes an seiner neuen Wirkungsstätte zu besuchen.

Das Weingut Friedrich Kiefer ist sage und schreibe 110 Hektar groß! Das ist sehr viel für deutsche Verhältnisse und mit dieser Betriebsgröße gehört Kiefer zu den zehn größten deutschen Weingütern. Leider ist es hierzulande ja merkwürdigerweise so, dass sehr großen Betrieben ein gewisses Mißtrauen entgegenschlägt. “Arbeiten die handwerklich?”, “ist das auch keine Massenplörre?”. Das ist sooo typisch “deutsch”. Wen stört schon großartig, dass Lafitte 173 Hektar groß ist, Mouton 82 Hektar bearbeitet, Opus One 110 Hektar erntet… Genau, niemanden! Zugegeben, auch ich habe immer so ein kleines Restzweifelchen ob der Arbeitsweise in “Großkellereien”. Weniger was die Qualität der Weine anbelangt, als vielmehr die Art der Verarbeitung. Bei Kiefers in Eichstetten gab es allerdings überhaupt keinen Anlaß zu Zweifeln. Im Gegenteil. Im gigantischen Keller turnt ein einzelner Kellermeister zwischen den Tanks herum. “Minimalinvasive Weinbereitung”, oder wie ich das gerne nenne “kontrolliertes Nichtstun”. Keine Spur von übertechnisierter Massenproduktion.

Und genauso schmecken auch die Weine. Mein absoluter Favorit war der einfache 2008 Spätburgunder trocken. Der hat alles, was ich von einem Pinot verlange. Frucht, Struktur, Eleganz und unendlich viel Trinkfreude. Mehr geht kaum noch und das zu einem Preis vom 7,30 Euro!!! Und um das einmal in aller Deutlichkeit zu sagen. Das ist kein Wein aus einer Selektion oder “Mikrovinifizierung”. Davon machen die mehrere zehntausende von Flaschen!!! Das, liebe Weinfreunde, ist der eigentliche Hammer an der ganzen Sache! Und so zieht sich das wie ein roter Faden durch das Basis-Sortiment. Selbst der Grauburgunder, und ich mag eigentlich überhaupt keinen Grauburgunder, macht Spaß. Ehrliche Weine, ohne viel Schnickschnack zu unglaublich guten Preisen. Und das sie es auch im gehobenen Segment können, zeigt das Ergebnis bei den “TWA”. Der junge Mann, der Platz drei belegte, ist übrigens der Kellermeister bei Kiefer…

Ich mache so etwas ja selten, noch dazu bei Leuten die ich kenne, aber jetzt muss ich es einfach mal tun… eine dringende Kauf- und Probierempfehlung aussprechen. Holt Euch das Zeugs, probiert es, Ihr werdet es nicht bereuen!!!

Die Weine kann man ganz bequem online hier bestellen.

5 Kommentare zu “Auf die Größe kommt es nicht an…

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