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Der Gault Millau nervt!

Am 17. Mai haben wir hier erklärt, warum und weshalb wir künftig bei keinem Weinführer mehr mitmachen. Das führte zu heftigen direkten Reaktionen und bedurfte dann einiger Gespräche. Danach, so dachten wir, war die Sache geklärt und erledigt. Pustekuchen.

Einen Tag, nachdem der neue Gault Millau erschien, brachte uns der Postbote einen großen Umschlag. Darin war eine Urkunde, ein Aufkleber und ein Glückwunschschreiben. Man beglückwünschte uns zur Aufnahme im neuen Gault Millau. Ich war irritiert, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass wir überhaupt keinen Wein zu den Verkostungen geschickt haben. Ich schlug also den Gault Millau auf und was sah ich? Wir waren drin. Von zwei Trauben abgestiegen in die Rubrik “empfehlenswert”. Die Textbausteine waren, wie immer, die gleichen. Die einzige textliche Neuerung war, dass ein Pinot und ein Chardonnay mit einem lapidaren Satz abgefrühstückt wurden. Das hat mich geärgert, insbesondere da ich nicht wußte, was da “probiert” wurde, aber was soll man machen. Schlechter Stil, aber nicht zu ändern. Mein Ärger verflog relativ schnell, das Ganze ist ja auch nicht wirklich wichtig.

Letzte Woche dachte ich allerdings ich träume. Da brachte der Postbote wieder ein Paket. Ein großes und schweres. Als ich es aufgemacht hatte, war ich sprachlos. Im Paket waren zwei Exemplare des Gault Millau, ein Schild und noch irgendetwas. Der Knaller war aber, dass darin auch eine Rechnung lag, und zwar über 195,00 Euro. Da haben die mir doch tatsächlich das Werbepaket zugeschickt. Eben dieses “freiwillige” Werbepaket, das im letzten Jahr für die ganzen Aufregungen gesorgt hat, die im Rücktritt Armin Diels endeten. Unaufgefordert, versteht sich, ich habe das nie bestellt (warum auch?) und das auch noch, nachdem ich lang und breit und schriftlich erklärt habe, dass wir da nicht mehr mitmachen. Selbstverständlich habe ich das ganze Zeugs wieder zurück geschickt. Aber ich frage mich ernsthaft, was das Ganze soll? Das ist schon fast eine Unverschämtheit…

6 Kommentare zu “Der Gault Millau nervt!

  • Gilli Vanilli

    das hast du zurückgeschickt?
    die arbeit hätte ich mir nicht gemacht!!!

    angerufen und gesagt holt euch euren scheiss wieder ab incl. der rechnung

    wenn nicht – euer pech

    hatte das mal mit weltbild da schickten die doch uns so n henna buch
    wtf wer brauchte sowas

    ein anruf, danach 2-3 mahnungen und bei dem erneuten anruf meinte ich nur
    zeigen sie mir bitte die von mir ausgeführte bestellung
    ansonsten können sie das gerne abholen

    ich gehe nicht zur post warum auch das habe ich nicht bestelle und
    werde meine zeit damit nicht verschwenden

    und noch ne mahnung gibts ne anzeige und anwaltliches schreiben

    naja das buch war dann doch umsonst :-) )))))

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  • Eckhard Supp

    Wieso ist das “fast” eine Unverschämtheit. Das ist eine Unverschämtheit, und zwar eine gewaltige. Den Verlegern und Redakteuren dieser Publikation sollte man die Gurgel umdrehen! (P. S. – für alle Abmahner: Dies ist natürlich rein figurativ zu lesen)

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  • Maria

    Interessante Sache! Sowas nervt tatsächlich sehr.

    Aber als Info: Hätte man nicht zurückschicken müssen. Tatsächlicherweise muss man da gar nichts machen. Der nette Paragraph §241a BGB schützt einen vor so etwas. Jedenfalls muss man als Verbraucher demnach gar nichts machen. Und zumal hier auch noch eine eindeutige Aufkündigung der Geschäftsbeziehungen vorangegangen ist, so muss da garantiert nichts zurückgeschickt werden. Ich hätte das knallhart behalten..

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  • Carsten Henn

    Hallo, Dirk,
    wenn ein Weingut keine Proben mehr an uns schickt, wir es aber für so gut oder relevant halten, dass es in den WeinGuide gehört, kaufen wir diese einfach auf dem Markt. So ist das auch bei dir gewesen. Manfred Lüer, der Gebietsverantwortliche für Rheinhessen, hat die Weine dann verkostet und bewertet.
    Deinen Ärger über das Marketing-Paket kann ich gut verstehen. So ein Fehler darf nicht passieren. Ich hake da nach.
    Beste Grüße!
    Carsten

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