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Bloggerlob und Bloggerleid

“Blogger werden langsam salonfähig”, haben wir hier neulich berichtet. Dass das gar nicht so falsch war, sieht man an einem Artikel, der gerade in einem Fachmagazin erschienen ist. Aber bloggen kann auch gefährlich sein.

Fangen wir mit der positiven Geschichte an. Der Mainzer Fachverlag Fraund gibt ein Magazin heraus, dass “Das Deutsche Weinmagazin” heißt. In der neusten Ausgabe ist ein interessanter Artikel unter der Überschrift: “Absatzimpulse im web 2.011″. Geschrieben hat in Frank R. Schulz, Leiter Kommunikation im Deutschen Weininstitut (DWI). Der Artikel ist voll des Lobes, wenn auch nicht überschwänglich, für die Blogger. Das ist nicht verwunderlich, denn das DWI hat schon länger die Blogger und das “Wein-Web 2.0″ für sich entdeckt. Hier einige Auszüge aus dem Artikel:

Das Internet ist ein günstiges Medium, um Ihnen bei der persönlichen Markenbildung zu helfen. Und es gibt Profis, die Ihnen dabei helfen können: Dazu zählen unter anderem die Blogger, Sie sind wahre Meister im Aufspüren von “storys” und auch in der effektiven Informationsweitergabe erfahren. … Sie können eine große Hilfe im Netz darstellen, gerade für sogenannte “special interest Gruppen”, also zum Beispiel Weinfreunde. Im Gegensatz zu Zeitungsjournalisten, die oft für viele unterschiedliche Themengebiete eingesetzt werden, konzentriert sich der Blogger auf “sein” Thema. Im Zeitalter der Wissensexplosion macht das durchaus Sinn. Sofern Blogger nicht für ein einzelnes Handelshaus oder einen einzelnen Verlag arbeiten, stehen sie in Sachen Glaubwürdigkeit den Journalisten keinesfalls nach. Falls Sie also keine Zeit für eigenständige publizistische Online-Aktivitäten haben, kein Budget für die wachsende Anzahl spezialisierter PR-Agenturen, lohnt in jedem Fall der konstruktive Kontakt zu Bloggern. Ihre Reichweite wird unterschätzt, ihre mediale Schlagkraft ebenso.

Wenn das mal nicht RICHTIG gut klingt ;-) Blogger werden also doch ernst genommen. Das sieht man ja auch nicht zuletzt an den vielfältigen Einladungen, die man fast täglich bekommt. Dass solche Einladungen und das anschließende bloggen auch seine Tücken, sehr teure Tücken sogar, haben kann zeigt eine Geschichte, die dem Kollegen Ralf Kaiser, alias “Weinkaiser”, gerade wiederfährt.

Ralf war anläßlich der ProWein 2009 von der badischen Weinwerbung an deren Stand eingeladen worden. Grund für die Einladung war der Sternekoch Harald Wohlfahrt und dessen künftiges Engagement als badischer Weinbotschafter. Ein nettes Thema, zumal Wohlfahrt auch kochte. Bloggerkollege Kaiser bekam eine digitale Pressemappe und eine Menükarte. Letztere hat er fotografiert und damit seinen Bericht im Blog bebildert. Ergebnis? ABMAHNUNG!!!

Das Foto auf der Speisekarte gehört einer Agentur. Eine im Internet für ihre Abmahnungen bekannte Anwaltskanzlei, hat unserem Weinkaiser postwendend eine Abmahnung geschickt. Jetzt wird munter gestritten. War das nur “fahrlässig” oder gar “schuldhaft”, dass er diese Speisekarte fotografierte und im Blog abbildete. Fakt ist, es wird ihn Geld kosten und nicht zu knapp. Die badische Weinwerbung fühlt sich laut Aussage vom Kollegen Kaiser, “nicht zuständig”, die Agentur wohl auch nicht.

Wenn so etwas Schule macht, dann kann ich jedem nur davon abraten, derartige Veranstaltungen zu besuchen und darüber zu bloggen. Und wenn überhaupt, dann Achtung bei den Fotos. Und allen anderen, die Veranstaltungen organisieren und sich über Berichte von Bloggern freuen würden, kann ich nur sagen: “Augen auf im Strassenverkehr”. Wenn Ihr wollt, dass man über Euch berichtet, dann seht bitte zu, dass man auch alle notwendigen Infos über zu verwendende Materialien bekommt. So geht es jedenfalls nicht. Und von wegen: “da sind wir nicht für zuständig” geht auch nicht. Ein Weinblogger, wie beispielsweise der “Weinkaiser”, opfert seine Freizeit, scheut keine Kosten, hat keinerlei Einkünfte über seinen Blog und ist hinterher der Dumme!

Die Tatsache, dass so eine Abmahnung nach mehr als eineinhalb Jahren ins Haus flattert, zeigt wieder einmal mehr, mit welcher Akribie die “Abmahnschwadrone” das Netz durchkämmen… Sollte das Ganze tatsächlich für den “Weinkaiser” negative Auswirkungen haben, rufe ich schon jetzt, vorsorglich, zur Solidaritätsaktion auf!!!

26 Kommentare zu “Bloggerlob und Bloggerleid

  • Uli

    Ist ein abfotografiertes, nicht flächenfüllendes Bild nicht ein sogenanntes “Bildzitat”? Habe ich zumindest im Studium noch so gelernt.

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  • Eckhard Supp

    @Uli Das sehe ich ähnlich, auch wenn ich das nicht als Bildzitat bezeichnen würde. Ich hätte jedenfalls in meiner Zeit als Fotograf keine Sekunde gezögert, eine solche Speisekarte zu fotografieren und das Foto zu veröffentlichen. Immerhin war das Foto auf der Speisekarte (hoffentlich) lizenziert veröffentlicht und damit öffentlich! Und was öffentlich ist, darf ich als Fotograf ungestraft ablichten. Ich versuche gerade, mir vorzustellen, was passierte, wenn die Logik dieser Abmahnung Schule machte. Dann müsste ich beispielsweise alles Fotos, die ich kürzlich vom Times Square machte, und auf denen Dutzende, ja Hunderte Werbeplakate, ihre Fotos und ihre markenrechtlich geschützten Logos zu sehen sind, praktisch auf der gesamten Bildfläche einschwärzen. Selbst wenn es hier markenrechtliche Gesichtspunkte gäbe, deren Beachtung man einfordern könnte, dann gälte doch immer noch das Verfassungsgut der Pressefreiheit als vorrangig. Das gälte jedoch nur, wenn es sich bei den Bloggern tatsächlich um journalistisch arbeitende Blogger handelt. Sobald der Blog einen rein kommerziellen Hintergrund hat (Weinhandel, Weingut etc.), wird die Sache komplizierter.

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  • Schampes

    Meine Meinung: man sollte diese ganze Abnahm-Bagaasch verkehrtrum aufhängen und auf kleiner Flamme rösten! Die sind das eitrige Geschwür am Arsch vom Web 2.0 ….

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  • Schampes

    Ich hab mich an bissche uffgerecht, deshalb war mein Kommentar vielleicht etwas undifferenziert – also noch mal.
    Ich habe schon 2003 ein SPD-MdB auf das Problem angesprochen, und nur ein Achselzucken erhalten. Das Gesetz wurde dereinst in der guten Absicht beschlossen, dem rechtlich schwächeren eine einfach zu handhabende Möglichkeit der Gegenwehr an die Hand zu geben.
    Seit langem ist daraus eine Gelddruckmaschine für skrupellose Rechtsanwälte geworden. Der Gesetzgeber macht sich (durch Unterlassung) mitschuldig an einer mafiösen Struktur, die Recht in erkennbares Unrecht verkehrt.
    Wahrscheinlich sind Heerscharen von RA’s im Bundestag nicht ganz unschuldig an der Untätigkeit des Gesetzgebers!

    Nix für Ungut
    Schampes

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  • Thomas Günther

    Jenseits der wirklich bösen Geschichte beim Ralf, die einem eigentlich nur Angst und Bange werden lassen kann, sind mir einige Bemerkungen zum Text vom Herrn Schulz wichtig. Ich fand es in den vergangenen Monaten eher gut als schlecht, dass übertriebene Marktingerwartungen an Weinblogs durch Produzenten einen kleinen Dämpfer erhalten haben. Vor allem gab es einige schwierige Fälle in denen einige Produzenten einen einfach zugemüllt haben. Einfach zu sagen: “ihr habt kein Geld für Werbung und/oder Marketing, so wendet euch an Weinblogs, die machen das dann kostenlos”, geht irgendwie auch nicht. Und der Schwerpunkt sollte auf “kostruktivem Kontakt” liegen, wie Herr Schulz zurecht schreibt.

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    • Dirk Würtz Post author

      @Thomas Günther
      In der Tat sollte man nicht zu große Marketingerwartungen haben. Die Mischung macht es, wie immer!!!

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  • Werner Elflein

    Leider ist das Bild in Ralfs Blogbeitrag nicht mehr sichtbar, sonst hätte ich mir noch eine eindeutigere Meinung bilden können. Ich als juristischer Laie sage es einmal so: Wenn eine Speisekarte abgebildet wird, auf der nur als Beiwerk ein Foto zu sehen ist, sehe ich dies als eher unkritisch an. Analog: Wenn ich mich in einer Menschenmenge befinde, und ein Fotograf macht ein Bild, das am nächsten Tag in der Zeitung erscheint, dann habe ich – weil ich auf dem Bild nur Beiwerk bin – schließlich auch keine Möglichkeit, mein grundgesetzlich verankertes allgemeines Persönlichkeitsrecht durchzusetzen. Zeigt mich das Foto jedoch in Nahaufnahme, dann ist das bereits wieder ein anderer Schuh. Bei einer Speisekarte, die einem Dritten gehört, gehe ich davon aus, dass dieser zwar nicht über die Urheberrechte (die unveräußerbar sind), jedoch über die Nutzungsrechte verfügt, und diese kann er normalerweise auch abtreten, zum Beispiel an Ralf. Umgekehrt kann Ralf natürlich davon ausgehen, dass mit der Präsentation der Speisekarte gegenüber Pressevertretern auch die Frage der Nutzungsrechte geklärt sind. Andernfalls hätte der Veranstalter meines Erachtens explizit darauf hinweisen müssen. Ich kann Ralf nur raten, nicht klein beizugeben, und die Angelegenheit vor einem Gericht auszufechten, auch wenn der Kläger wegen des geltenden fliegenden Gerichtsstands womöglich einen Vorteil genießen kann – aber nicht muss. Vielleicht kann man dem Kläger ja durch eine Feststellungsklage zuvor kommen …
    Wie auch immer: Bitte, lieber Ralf, halte uns auf dem Laufenden.

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  • Werner Elflein

    Da fällt mir ein: Dürfen wir noch Weinflaschen abbilden? Darauf sind ja nicht selten Etiketten, die ein Designer entworfen hat …
    Und was ist mit einem Bild vom Ürziger Würzgarten mit dem neuen Schriftzug der Lage? Liegt da eventuell schon die Firma auf der (Abmahn-)Lauer, die diesen Schriftzug angebracht hat?
    Fragen über Fragen …

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  • Thorbjöern

    Also, wenn ich das recht verstehe und wenn sich das tatsächlich genau so abgespielt hat, würde ich da auf keinen Fall nachgeben. Wenn die Badische Weinwerbung Ralf eingeladen hat und ihn gebeten hat, über das Thema zu bloggen, müssen sie auch dafür Sorge tragen, daß er die von ihnen bereitgestellten Materialien nutzen darf, wenn das Bild also nicht lizenziert war, ist das nicht Ralfs Problem. Das muß mit der Badischen Weinwerbung und der Agentur geklärt werden. Natürlich ist die Agentur “zuständig”, nur in deren Namen kann der Anwalt abmahnen. Zweimal abkassieren dürfte nicht drin sein, entweder für die Nutzungsrechte oder für die Abmahnung, beides geht dann aber an die BW, nicht an Ralf.
    Ansonsten sehe ich den Fall so wie Herr Soup. Humbug ist es und schlimm wäre es, wenn Ralf da tatsächlich zur Kasse gebeten würde.

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  • Der Captain

    Es wird Ihn nichts kosten, er soll mich fragen, ich war Fotochef mehrerer Medien und schaffe – wenn er will – ein Gutachten herbei, dass es sch um ein Faksimile handelt. Ende- Gelände..

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  • Michael Rosenthal

    Die Probleme von Ralf lese ich nun heute zum ersten Mal.
    Also was das Urheberrechtschutzgesetz (UrHG) anbetrifft, dürfte er mit Zitat und einem eigenen Foto normalerweise nicht Gefahr laufen, teuer zu bezahlen.

    Ansonsten bin ich persönlich sehr sensibel, was Urheberrechte anbetrifft. Es ist für mich niemals okay, wenn meine Texte, meine Bilder plötzlich ungefragt irgendwo sonst auftauchen, da sind wir uns doch wohl einig. Alles schon erlebt, schaut mal auf ciao …

    Deswegen aber vom Bloggen abzuraten, Veranstaltungen nicht mehr zu besuchen ist falsch !

    Kein normaler Blogger ist sich ob seiner journalistischen Bedeutung wirklich bewußt und da spreche ich nur mal von den Weinbloggern, die an den ersten 20 Stellen stehen. Alle wollen über ihr Lieblingsthema reden, informieren und sich austauschen. Geld ist damit nicht zu verdienen.

    Wenn es einen Fond der Weinblogger gegen Abmahnanwälte geben soll, zahl ich sofort € 50,- ein, denn die braucht es wenigstens für die folgenden Worte:
    HALLO Ihr Abmahnadvokaten, wenn man schon keine Ahnung hat von dem, was man macht, dann sollte man auch nicht versuchen sich sein Geld zu holen, von denen, die mit Herzblut bei der Sache sind und die lediglich informieren wollen.
    FUCK OFF !!! Nicht Ihr macht uns fertig, nein – wir zeigen Euch die Grenzen auf !!!

    Sooo, das mußte mal raus !

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  • Mac

    @Thorbjöern
    *Zitat*
    Also, wenn ich das recht verstehe und wenn sich das tatsächlich genau so abgespielt hat, würde ich da auf keinen Fall nachgeben. Wenn die Badische Weinwerbung Ralf eingeladen hat und ihn gebeten hat, über das Thema zu bloggen, müssen sie auch dafür Sorge tragen, daß er die von ihnen bereitgestellten Materialien nutzen darf, wenn das Bild also nicht lizenziert war, ist das nicht Ralfs Problem.
    *Zitat ende*

    Solche Probleme habe ich schon mehrmals gehabt. Bei solchen Geschichten steht man als Blogger, als Einzelperson, immer alleine da. Veranstalter und Einlader sind dann meistens nicht mehr erreichbar.

    Mir werden sehr oft Artikel mit Fotos zugesendet.

    Zum Beispiel hat ein Veranstalter eine Sängerin von „Ex Boney M. Band“ als Veranstaltungsakt eingeladen und er sendet mir … neben dem Beitrag ein Foto von der Band Boney M.

    Ein paar Wochen später kommt dann ein Schreiben von einem Fotografen, dass ich sein Urheberrecht verletzt habe. Erst einmal Fragezeichen … großes Fragezeichen. Was wollen die von mir und warum? Ich habe doch nur die Veranstaltung im Blog eingetragen?…
    Nach langen hin und her … wird da ganze wieder zurück gezogen.
    Geholfen hat mir keiner … nicht einmal der Veranstalter.
    Fazit …. nur Stress und Ärger.

    Nächstes Beispiel:
    Ich werde offiziell bei einem Auftritt von einer Band in eine Lokation eingeladen um darüber zu berichten mit Fotos und Video. Also ich drehe einen kleinen Videoclip … ohne Musik von der Band. 4 Tage später wird mein Beitrag vom Verleger wegen Urheber Tralalala gebannt.
    Wieder ewiges HIN und HER.

    Ich muss echt sagen … als Blogger hat man es nicht leicht. Und als Stadtblogger sowieso nicht. Jedes Foto was ich veröffentliche muss ich checken. Jeden Text zwei / dreimal durchlesen.

    Da hilft keine Rechtschutz Versicherung (die gibt es für Urheberrecht nicht) … da hilft eigentlich nichts.

    .
    .
    .

    Und noch was …

    @Schampes
    Die lieben Politiker von SPD,CDU,GRÜNE, ABC, MFG haben alle … alle keine Ahnung und wissen sowieso „NIE“ von nichts Bescheid. Unsere Politik wird sich in das Thema “Urheberrecht” nie und nimmer anfassen. Die wissen noch nicht mal was das # jmstv macht und was das ist.

    In Deutschland ist alles möglich.

    Ich kenne jemanden persönlich (und das ist nun kein Scherz) der wegen 3 Fotos im Internet auf 52.000 Euro abgemahnt wurde. Am Ende ist er mit knapp 5.800 Euro davon gekommen. 52.000 Euro Abmahnung das bedeutet … das er bei der Staatsanwaltschaft antraben dürfte…

    Aber … meiner Meinung nach:
    Wenn jemand eine Speisekarte ab fotografiert und es als Bildzitat benutzt … dann sollte
    das Zitatrecht greifen.
    .
    .
    .
    .Im nächsten Leben werde ich auch Anwalt.

    Reply
  • Dido

    Da kann man sich nur den anderen Kommentatoren anschliessen. Ein Foto auf einer Vernastaltung ist Journalismus und keine Rechtsverletzung. Vielleicht kommt jemand ja noch auf die Idee für eine abgebildete Packung einer Zutat das Bild abzumahnen, weil man veröffentlicht deren Produkt zu nutzen :D

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  • Mario Scheuermann

    @Uli
    Ein Bildzitat wärs dann, wenn er z.B. während des Dinners ein atmosphärisches Foto vom Tisch mit einer Speise und vielleicht dem Gegenüber gemacht hätte und die Karte wäre darauf auch zu sehen gewesen gewesen.
    @Eckhard Supp
    Das ist auch bei Deinem Times Square Beispiel so. Das Sujet sind nicht die darauf vielleicht auch zu sehenden Fotos sondern ein atmosphärische Bild des Platzes. Bei Werbung greift das so wie so nicht.
    Gruss Mario Scheuermann

    Reply
  • Der Captain

    Quatsch: Ein Bildzitat ist es schon, wenn nur zu erkennen ist, dass es sich um eine Speisekarte handelt. Da brauch ich nicht mal ne Bildunterzeile zu. Und schon gar keinen Raum. Kaiser soll entspannen. Und sich von Prinz vertreten lasse. Wie ich auch. Der haut dann bei der Gegenseite noch 10000 Euro Strafe raus. Plus 10000 Euro Honorar für sich. Alles schon dagewesen..

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  • Tom

    Schwieriges Thema. Und Abmahnanwälte sind das letzte, zumindest diejenigen, die ohne Auftrag arbeiten. So etwas soll es ja auch geben.
    Wenn die Abmahnung aber – was ich nicht hoffe – begründet sein sollte, könnte im übelsten Falle noch eine Rechnung einer “VG Bild” hinterher kommen. Die sind in solchen Fällen (nicht genehmigter Abdruck) dann auch schnell mit 100 Prozent Strafzuschlag dabei. Hängt natürlich vom Urheber des Motivs ab, ob er Mitglied bei einer VG ist.
    Das Thema Nutzungsrechte und der Umgang damit ist leider ziemlich kompliziert. Das mit dem Bildzitat interessiert mich: Wenn ich ein Foto von einem Bild von – sagen wir – Neo Rauch mache, dass bei einer Ausstellungseröffnung zu sehen ist, und es abdrucke, ist das dann ein Bildzitat? Meines Wissens muss der Künstler mindestens gefragt, wenn nicht sogar honoriert werden.
    Der Abdruck von Kunstwerken ist nämlich nicht unproblematisch. Vor diesem Hintergrund wäre es dann doch interessant zu wissen, was eigentlich für ein Bild auf der Speisekarte zu sehen ist/war.

    Reply
  • Der Captain

    Alles Quatsch. Die VG Bild kenne ich gut. Wenn eine Speisekarte in einem journalistischen Zusammenhang fotografiert wurde, kann man das Mahnschreiben in der Rundablage versenken. Basta..

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  • Thorbjöern

    @Mac, danke für die Beispiele. Ist schon schlimm, wenn so etwas passiert. Eigentlich soll ja das UrhG die kleinen schützen, was in der Praxis nicht passiert. Und in der Politik scheint es niemanden zu stören oder es versteht halt niemand.

    Habe übrigens mit meiner Hausjuristin über den Fall gesprochen. Mit den INfos, die wir haben, stimmt sie mir zu, wobei sie nicht auf Urheberrecht spezialisiert ist. Jedoch sagt sie, Ralf solle nicht klein beigeben und vor allem sind sehr wohl die Agentur und die Badische Weinwerbung “zuständig” für die Sache. Ich hoffe, daß das gut ausgeht für Ralf!

    Reply
  • Tom

    Das “VG” Thema hat eher indirekt mit dem Vorgang des Weinkaiser zu tun. Ich habe nur deswegen darauf abgehoben, weil es eine Folgeerscheinung der Mahnung sein KANN. Aber eigentlich ist das ein wenig off topic. Andererseits beschäftigt sich der einführende Hauptartikel mit Dingen, derer man sich beim publizieren bewusst sein muss.

    Grundstätzlich: VGs treten für die Rechte ihrer Mitglieder ein.
    VGs sind Verwertungsgesellschaften. In diesen VGs können Künstler/Fotografen/Autoren (Journalisten)/Verlage Mitglieder werden. Grob beschrieben, übernehmen die VGs das Rechtemanagement für Urheber nichtmaterieller Werte. Sie prüfen (auch das grob gesprochen), ob Nutzungsrechte für beispielsweise Fotos eingekauft wurden, oder nicht. Eigentlich müsste das Vorgehen wie folgt sein: Bevor ein Bild veröffentlicht wird, muss der Nutzer (Blogger/Buch- oder Zeitschriftenverlag) überprüfen, wer die Nutzungsrechte des Urhebers (sprich: Fotografen) vertritt. Das kann der Fotograf selber sein, oder eine Bildagentur, oder eine VG. Während Bildagenturen (wie etwa Focus, Bilderberg, Visum etc. um nur einige zu nennen) die Rechte der Fotografen aktiv vertreten (das heißt, ihn vermarkten), sind die VGs passiv tätig. Das Problem ist, dass man nicht immer weiß, ob ein Künstler/Fotograf/etc. in einer VG Mitglied ist. Andererseits sind diese VGs aber schnell mit Strafzuschlägen bei der Hand, wenn sie sehen, dass ein Foto von einem ihrer Mitglieder reproduziert wurde, dass nicht lizenziert wurde.
    Mehr Infos hier: http://www.bildkunst.de/
    Leider ist das Thema Online, zumal Blogs, dort ziemlich stiefmütterlich behandelt. Man konzentriert sich in der Außendarstellung vornehmlich auf “klassische” Medien (ich mag diese gerne und leidenschaftlich diskutierte Differenzierung zwischen alt und neu nicht). Deswegen bin ich auch nicht sicher, wie intensiv die VGs das Internet auf Lizenzrechteverstöße, zumal in Blogs, durchsuchen.
    In der linken Randspalte findet sich die Tarifbroschüre als PDF, ab Seite 46 geht es um online, ab Seite 48 geht es in diese Richtung hier. Ich habe eben einmal nachgeschaut. Es ist etwas kompliziert, denn in der Tarifstruktur sind Blogs nicht ausdrücklich erwähnt. Privatpersonen tauchen dort sowohl unter “II. Gewerbliche Nutzung…” als auch unter “IV. Werbliche Nutzung und PR” als auch (natürlich) unter “V. Private Nutzung” auf. Ich könnte jetzt nicht sagen, unter welcher Rubrik privat betriebene Special-Interest-Blogs eingruppiert werden, vor allem, wenn deren Bedeutung künftig steigt. Wie, zum Beispiel wird ein Winzer-Blog eingruppiert, wie der eines privaten Weinfreunds?

    Das Thema ist übrigens nicht neu und auch nicht unehrenhaft; es ist eigentlich alles wie immer: Wer ein Bild veröffentlichen will, dass eine andere Person gemacht hat, muss mindestens fragen und eventuell dafür bezahlen. Es ist halt nur ein weiterer, der normalen Öffentlichkeit weitgehend unbekannter Mitspieler dabei, den man im Hinterkopf haben sollte.

    Gibt es übrigens eine konstruktive Erkenntnis zu den diskutierten Bildzitaten, die den Blog-Betreibern weiter hilft? Herr Scheuermann hat einen erhellenden Debattenbeitrag geleistet, Herr “Der Captain” hat eine etwas – wenn auch wolkigere – andere Auffassung. Wenn ich beide Äußerungen richtig verstanden/interpretiert habe, muss ein Werk, wenn es ein Bildzitat sein soll, in einem Kontext dargestellt werden. Das heißt, ein Foto von einem Kunstwerk geht nicht, wenn auf dem Foto aber neben dem Kunstwerk noch ein Stuhl und ein Mensch beim Besuch einer Ausstellung zu sehen sind, dann ist es ein Zitat? (Dann hätte der Weinkaiser vielleicht nur noch ein Glas Wein neben der Karte mit fotografieren müssen, um allen Ärger von vornherein aus dem Weg gehen zu können?)

    Eine Bemerkung zum Schluss: Letztlich kann und will sich vielleicht nicht jeder an einen (Promi)Anwalt wenden müssen, auch wenn die Aggressivität in Vorgehensweise und Kommunikation dem Vorschlag folgend offensichtlich von allen Seiten spiralförmig zunimmt. Deswegen hoffe ich, im Interesse aller, um eine hilfreiche Antwort, die solche unappetitlichen Vorgänge vermeiden hilft. Letztlich ist Prävention immer besser als sich monatelang mit der Nachsorge und eventuellen finanziellen Risiken beschäftigen zu müssen.

    Reply
  • Der Captain

    Lieber Tom, ich habe keine wolkiger Auffassung, sondern war Fotochef bei zwei Nachrichtenmagazinen, einer Tageszeitung und einem Fachmagazin. Ich kenne die rechtliche Situation sehr genau und weiß, dass es keinen Raum braucht, ein Faksimile rechtlich einwandfrei abzubilden, Dafür reicht, dass man die Speisekarte als Speisekarte erkennt und sich der Artikel mit der Speisekarte beschäftigt. Alle andere Diskussion, alle Phantastereien über dies und jene Folgen sind Humbug. Es hat keine Folgen. So einfach ist das, auch wenn man es hier nicht glaubt. Ein gutes Neues btw..

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  • Tom

    Lieber Captain,
    das ist eine Aussage, mit der etwas anzufangen ist. Meinen ehrlichen Dank dafür.
    Kleine Revanche, vielmehr Sottise für die “Phantastereien” und den “Humbug”: Sehen sie es den Menschen nach, wenn sie Ihre Vita nicht kennen. Schließlich kann man nicht sicher sein, ob man im Internet nicht Captain Blaubär vor sich hat.
    Ihnen ebenfalls einen guten Rutsch und ein selbiges neues Jahr. Prost.

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