Alles über Wein und den Rest der Welt…

Das Internet und der Wein

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, höchste Zeit also, wieder einmal eine kleine Bestandsaufnahme in Sachen “Wein im web 2.0″ zu machen. Was ist passiert, wo ist die große Bewegung, was könnte alles noch passieren…

2010 war für mich kein Jahr der großen Veränderungen in Sachen “Wein im web 2.0″, es war eher ein Jahr der Konsolidierung und Festigung. Festzustellen ist, dass immer mehr Protagonisten der deutschen Weinszene in das Netz gehen. Sei es über einen Twitter Account oder via Facebook. Letzteres erfreut sich deutlich größerer Beliebtheit. Twitter ist, meiner Meinung nach, zu dem geworden, was ich schon einmal hier befürchtet habe. Festzustellen ist aber – leider – auch, dass nur die wenigsten diese Plattformen tatsächlich richtig nutzen. Es genügt nicht, sich irgendwo anzumelden und abzuwarten, was passiert. Interaktion ist angesagt, Kommunikation mit den “Freunden”, Kunden und Sympathisanten. Das alles sieht man leider nur sehr selten. Dennoch gibt es berechtigte Hoffnung, dass sich hier etwas ändert. Alleine schon durch die Tatsache, dass immer mehr Verbände und Institutionen – endlich – die Zeichen der Zeit erkannt haben und workshops, Vorträge und Schulungen zu dem Thema anbieten. Nach wie vor ist die Hemmschwelle groß und die Vorurteile sind nicht minder verbreitet.

Blogger werden salonfähig

Wurde man in den letzten Jahren noch als “Wein-Blogger” belächelt, hat sich in diesem Jahr doch einiges ganz deutlich verändert. Die Blogger werden wahr- und ernst genommen. Als Blogger wird man zu Verkostungen eingeladen, hin und wieder zitiert, bekommt Weine zum Verkosten zugeschickt. Alles in allem eine sehr positive Entwicklung. Auch und gerade weil die Weinbloggerszene in Deutschland nicht die allergrößte ist. Vieles in dieser Szene dreht sich um sich selbst, tatsächliche Breitenwirkung hat kaum einer. Es ist halt ein “special interest”, aber damit haben die Printpublikationen ja auch zu kämpfen. Die großen journalistischen Portale, wie Niko Rechenberg und Captain Cork, zähle ich übrigens nicht zu den “Weinbloggern”, das ist eine andere Baustelle.

Im Großen und Ganzen war 2010 ein relativ ruhiges Jahr im Netz. Wenig große Aufreger, wenig Neues. Ich denke, das könnte sich 2011 durchaus ändern. Die Gerüchteküche brodelt, einige bereiten neue Projekte vor (wir auch :-) ) manche werden gehen, andere werden kommen. Fakt ist: So langsam aber sicher, nicht wirklich rasend, kommt das Thema “Wein” im web 2.0 an. Wegzudenken ist das definitiv nicht mehr, auch wenn es immer noch einige gibt, die glauben, dass das Ganze eine Modeerscheinung ist.

Allerdings…je länger ich darüber nachdenke umso mehr Geschichten fallen mir ein…”Das Internet und der Wein” wird in den kommenden Tagen übrigens dann noch ein wenig fortgesetzt…

4 Kommentare zu “Das Internet und der Wein

  • Frank R. Schulz

    Wer am Thema dranbleiben will: In der Weihnachtsausgabe von “Der Deutsche Weinbau” findet sich ein weiterer Beitrag zu “Wein im Web”. Adressaten sind nicht die Nerds, sondern ALLE. Guten Lesegenuss and stay tuned!

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  • F. Haberer

    Mir ist aufgefallen, dass es immer mehr Weinclubs im Internet gibt. Dort werden einem Weine empfohlen, die man sich dann direkt nach Hause schicken lassen kann. Früher hat man sich in Weinclubs getroffen und über die Weine geredet, heute geht das alles übers Internet. So ist der Wandel der Zeit.

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  • Michael Pleitgen

    Lieber Dirk Würtz,
    denke, da hat sich schon einiges getan in 2010. Gerade der Aufstieg der optimierten und professionellen “Als ob”-Blogs die Du genannt hast, ist doch ein Zeichen für den Wandel. Neben Würtz und Niko(die noch keinen großen Sponsor haben) rücken der Cptn und VINUM in den Charts nach vorne – vor zwei Jahren sah das noch ganz anders aus. Langsam wird auch die Blogosphäre vom richtigen Leben eingeholt.

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  • Pingback: Lesetipp – Weinblogger « Würtz-Wein

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