Alles über Wein und den Rest der Welt…

Über Spreu und Weizen

Gastbeitrag von Markus Stolz alias “Elloinos”

Die Finanzkrise in Griechenland spitzt sich weiter zu. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass sie zu gravierenden Änderungen innerhalb der Weinbranche führen wird. Die vergangenen Jahre waren „gut“ für die Weingüter auf dem heimischen Markt. Dadurch bedingt wurden auch einige Weine zu hohen Preisen plaziert, obwohl sie qualitativ zu wünschen übrig liessen.

Die Konsumenten waren in Kauflaune, und einige Produzenten versuchten dies für sich auszunutzen. Freilich gab es hierbei keine einheitlichen Regeln, manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Preise auf dem Zufallsprinzip basierten. Tatsächlich habe ich teilweise Argumente gehört, die vollkommen banal waren: Ein Winzer berichtete stolz, dass er schlicht und ergreifend hohe Preise verlangt, damit der Endkonsument das Gefühl hat, etwas besonderes zu kaufen.

Die Zeiten haben sich schlagartig geändert. Einige Weingüter werden die Krise wohl nicht überstehen. Der Markt wird gereinigt, und die Spreu wird sich vom Weizen trennen. Dies ist grundsätzlich eine durchaus positive Entwicklung, auch wenn sie momentan sehr schmerzhaft ist. Auch die Struktur des heimischen Marktes wird sich ändern. Die bisher so mächtigen Zwischenhändler werden es in der Zukunft schwieriger haben. Einige Winzer verlagern ihre Strategie bereits dahingehend, direkt an die Kunden heranzutreten und Kontakte zu Restaurants und Weinhändler aufzubauen. Einige Veränderungen scheinen unausweichlich zu sein: Im Premiumsegment werden bald nur noch die Weine zu finden sein, die dort auch hingehören. Das mittlere Preissegment wird härter umkämpft sein. Im Basissegment besteht die Hoffnung, dass es sich bei zunehmender Qualität erweitert. Alle diese Entwicklungen hätten durchaus das Potential, mittelfristig sehr positive Impulse zu setzen.

Apropos Weizen (in eigener Sache): Ich habe mit 600bottles von Anfang an größten Wert darauf gelegt, selektiv Weine zu importieren, die Substanz haben. Eine Bestätigung der Qualität erhielt ich bei meiner letzten Deutschland Reise. Ich habe sieben Weine von fünf Weingütern beim 3-Sterne Restaurant Bareiss in Baiersbronn vorgestellt. Ab dem Frühjahr sollen dort sechs Weine von diesen Produzenten auf die Weinkarte aufgenommen werden. Michael Pleitgen von der Weinakademie Berlin resümierte, dass mein Portfolio nun „bei Hofe zugelassen sei“. Darüber bin ich sehr erfreut.

3 Kommentare zu “Über Spreu und Weizen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>