Exorzismus für Anfänger – Eva Herman und die Love Parade

Als ob dieses Unglück vom vergangenen Samstag nicht schon schlimm genug wäre, kommen jetzt auch noch alle möglichen Moralapostel und “ichhabsschonimmergewußt-Gestalten” aus den Ecken gekrochen. Die bisherige Berichterstattung über dieses Unglück war ja teilweise schon geschmacklos genug, jetzt aber setzt Eva Herman dem Ganzen noch die Krone auf.

Frau Herman hatte im Internet Ihre Gedanken zu dem Drama veröffentlicht. Wobei der Begriff  “Gedanken” eher unpassend ist. Mittlerweile ist dieser Beitrag zwar wieder gelöscht, aber zum Glück vergisst das Netz nichts und es gibt schlaue Leute, die screenshots machen…

Alleine schon die Überschrift ist eine Frechheit: “Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg”. Meine Herren, schlimmer gehts nimmer, Frau Herman. Was eine üble Verhöhnung der Opfer. Das ist aber nur der Anfang. Das kommt alles noch viel heftiger. Nachfolgend eine kleine Auswahl Ihrer Sprüche:

“Dieses…Fest ist in Wahrheit eine Drogen-,Alkohol- und Sex-Orgie…”

“Betrunken und vollgekifft, mit glasigem Blick, wiegen sich die dünnbekleideten Körper in rythmischem Zucken wie in Trance”

“Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung”

Nach dem biblischen Exkurs kommt dann auch noch die Polit-Keule:

“Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsnormen feiernd und tanzend einstürzen läßt, und wer dafür auch noch von Trägern der Gesellschaft  unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet”

Zum Abschluß dann noch einmal der biblische Aspekt:

“Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen”

Liebe Frau Herman, ich weiß ja nicht, was sie für Drogen nehmen, aber es müssen ziemlich heftige sein. Wie kann man nur einen solchen wirren und abstrusen Unsinn von sich geben? Das klingt wie eine Mischung aus einem Volkshochschulkurs “Exorzismus für Anfänger” und einem Auszug aus einem Wahlprogramm einer rechtsradikalen Partei. In jedem Fall klingt es so übel, dass mir fast schlecht davon wird. Welche “finstere Macht” lenkt Sie denn? So viel Frust kann man doch gar nicht haben…

Als Frau Herman sich mit ihrem “Mütterprogramm” und den tollen Autobahnen, die der tausendjährige Spasti doch so schön gebaut hat, entblödet hatte, war ich noch in Versuchung sie verstehen zu wollen. Das war schon reichlich kompliziert. Das, was sie jetzt von sich gibt, ist ja aber noch eine Spur durchgeknallter. Zu den merkwürdigen politischen Ansichten kommt nun auch noch ein ultra-religöses Geeifere im Stile der Pius-Bruderschaft dazu. Selbst für das Blatt mit den vier Buchstaben ist das zu viel. Da fällt mir nur noch das Zitat von Max Liebermann, anläßlich eines Fackelzugs zu Hitlers Machtübernahme, ein:

“Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte”

59 Kommentare »

  1. Manfred Klimek Juli 26, 2010 11:09

    In Österreich gibt es eine 25% Partei, deren Führer und Hofschranzen täglich Gleiches von sich geben. Täglich, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Was habt Ihr für ein Glück, dass Eure Protestpartei links ist..

  2. Foodfreak Juli 26, 2010 11:10

    Zu Eva H. fällt mir nur eins ein: lebenslange Merkbefreiung.

  3. Gregor Heiland Juli 26, 2010 11:20

    unglaublich, da fällt mir nix mehr ein…

  4. Felix Juli 26, 2010 11:39

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kopp_Verlag
    Frau Herrmann hätte ich ja gar nicht zugetraut ihren Kram noch bei so einem Laden zu veröffentlichen … abgefahrn!

  5. Dirk Würtz Juli 26, 2010 11:45

    @Felix
    Tja… in diesem Verlag ist sie ja in “hübscher” Gesellschaft…

  6. Der Direttore Juli 26, 2010 12:01

    @Manfred Klimek
    Bei aller Wertschätzung für deine Publikationen in Sachen Wein, aber dass wir in Deutschland Glück haben, dass unsere angeblich einzige Protestpartei links ist, ist ein Faustschlag ins Gesicht der Opfer des SED Regimes!
    Heute sitzen in Brandenburg und in Thüringen in den Landtagen immer noch vermehrt Ex Stasibeamten, die verantworlich sind für die wahllose Inhaftierung von angeblichen Regimegegner bzw. Künstlern, Musikern etc. Alles nachzulesen in den Berichten von u.a. Joachim Gauck!
    Diese Verharmlosung der Linken in Deutschland geht überhaupt nicht.
    Genauso gefährlich ist es, dass die ostdeutschen Kommunalparlamente von den Neo Nazis der NPD und DVU durchtränkt sind.
    Wehret den Anfängen der ewig Gestrigen!

  7. Gilli Vanilli Juli 26, 2010 15:16

    jetzt lassen wir mal die DDR nachwehen keule weg und gehen wieder zu frau hermann

    für diese aussage würde ich sie an einen strick an den
    füßen im tunnel aufhängen damit jeder der den opfern seine ehrerbietung machen möchte, gleich mal ihr dieselbige auch in anderer form geben kann!!!

    meine güte gibt es kein guantanamo für übergeschnappte alternde gelangweilte hausfrauen???

  8. Frank Schulz Juli 26, 2010 17:15

    aber, aber: hübsch anzuschauen war sie doch, also sie noch Texte vom Tele-Prompter ablesen durfte.-) Dazu passt die platte Weisheit: Schuster, bleib bei Deinen Leisten.

  9. Baumgardt Juli 26, 2010 17:20

    Jetz nur noch das Wort hinter “tausenjährigen” durch ein anderes ersetzen, und gut ist. Ich finde die unprofessionelle Ausrichtung der Parade schlimmer als die eine oder andere Meinung – fassungslos sind wir doch alle…

  10. Kreuznacher Juli 26, 2010 19:10

    Wer mit bürgerlichem Namen “Eva Herrmann” (mit 2 N) heisst und sich als Künstlernamen “Eva Herman” (mit einem N) ausgesucht hat, der beweist doch schon alleine damit, welche Genialität diesem Geiste innewohnt ! Zum Glück hat die Eva allerdings weder die Macht noch den Einfluss mit ihrer Meinung etwas zu bewirken – bei anderen Dummschwätzern, die gerade in der grossen Politik unterwegs sind, sehe ich da allerdings schon eine Gefahr!

  11. Weindeuter Juli 26, 2010 21:14

    gut gebrüllt Würtz, zustimm Captain Cork !

  12. Werner Elflein Juli 27, 2010 08:44

    Bei einigen setzt offenbar schon bei der Nennung des Namens Eva Herman ein gewisser Reflex ein, unabhängig davon, was die Dame eigentlich sagt. (Über das Wie kann man naturgemäß verschiedener Meinung sein.) Man kann es jedenfalls drehen und wenden, wie man mag, aber im Großen und Ganzen trifft sie in der Sache voll ins Schwarze (und das meine ich hier völlig unpolitisch). Ich habe erst gestern Abend aus dem Bekanntenkreis von mehreren(!) Fällen gehört, in denen am Samstag weibliche Zugreisende im Duisburger Bahnhof von Loveparadebesuchern aufs Übelste angemacht wurden. Dass diese “harmlosen Feiernden” tatsächlich teilweise besoffen, teilweise bekifft waren, passt hier ins Bild. Und für dieses Klientel veranstaltet die Stadt Duisburg ein Massenevent. Sauber. Ob man die biblischen Begriffe “Sodom und Gomorrha” oder die eine oder andere überspannt wirkende Formulierung bemühen muss, ist zweifellos eine Geschmacksfrage, aber auch Frau Hermann steht die freie Meinungsäußerung zu, und von einer angeblichen Verhöhnung der Todesopfer kann ich in ihrem Bericht nichts erkennen. Im Gegenteil, und im Gegensatz zu deinem Kommentar, Dirk, ist ihr Beitrag geradezu differenziert ausgefallen, auch wenn ich der dort dargestellten Sicht nicht bis ins letzte Detail folge. Letztlich bist du es aber, der mit dem Wort “Spasti” Mitmenschen verhöhnt, in diesem Falle sogar behinderte. Auch wenn du damit eine bestimmte Person der Zeitgeschichte tituliert hast, ändert dies nichts daran.

  13. Werner Elflein Juli 27, 2010 08:49

    @Direttore: Was glaubst du, wer noch Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in deutschen Amtsstuben saß und dort die aus der Kriegsgefangenenschaft zurückkehrenden Soldaten drangsalieren durfte? Insofern wurden aus der Geschichte keinerlei Lehren gezogen, unabhängig von der politischen Richtung. Wäre auch etwas völlig Neues.

  14. Dirk Würtz Juli 27, 2010 09:34

    @Werner
    Das wir in einer Zeit des allgemeinen Umdefinierens von Moral leben ist unbestritten. Meinetwegen kannst Du es auch “Sittenverfall” oder was auch immer nennen. Und natürlich steht jedem eine freie Meinungsäußerung zu. Dazu gehört dann aber auch, dass ich mich über Frau Hermanns Kommentar äußern darf. Auch polemisch. Denn die Diktion die sie wählte ist absolut daneben. Aus meiner Sicht eben. Der Begriff “Spasti” für den irren Gröfaz ist noch einer der freundlichsten der mir einfällt. Das ich damit behinderte Mitmenschen verhöhne… na ja… Außerdem weißt Du doch wie das ist, wenn man sich über etwas aufregt, oder http://wernerelflein.de/?p=1354 “Dünschiss”…”Schwätzer” ;-) ;-)

  15. Weinschreiber Juli 27, 2010 10:17

    Werner, Deinen Kommentar meinst Du doch nicht wirklich ernst – oder? Diese Frau gehört auf den Mond geschossen!

  16. Werner Elflein Juli 27, 2010 10:23

    Gegen polemische Kommentare habe ich überhaupt nichts, wie du weißt. Das ist an dieser Stelle auch nicht mein Punkt, genauso wenig, wie du deine Meinung sagen darfst und auch sollst. Gerne auch polemisch.

    Ich finde es allerdings in der Sache nicht gerechtfertigt, nun verbal über Frau Hermans Beitrag (und, wie dies zuvor einige Kommentatoren getan haben, auch über Frau Herman persönlich) herzufallen und ihr u.a. eine Verhöhnung der Opfer zu unterstellen, obwohl sie das meiner Ansicht nach definitiv nicht tut. Im Gegenteil, sie trennt sogar sehr deutlich zwischen der Darstellung des Unglücks und der Betrachtung der Loveparade allgemein. Mit ihren Aussagen zu Alkohol- und Drogenmissbrauch hat sie zweifellos Recht, das ist hoffentlich unbestritten. Würde ich zugedröhnt und zugekifft im Kaarster Stadtpark liegen, kämen wahrscheinlich keine zehn Minuten später die Ordnungskräfte und würden mich in eine Ausnüchterungszelle sperren. In Duisburg fanden Stadt und Polizei das Treiben des Volks anscheinend gesellschaftlich adäquat. Anstatt die Stockbesoffenen und Bekifften bereits am Bahnhof (der nach Schilderung einer Bekannten trotz Rauchverbots mit Zigarettenkippen zugemüllt war – ich bezweifle, dass die Polizei entsprechende Ordnungsgelder verhängt hat) in Empfang zu nehmen und landesweit auf die Ausnüchterungszellen zu verteilen, haben die Ordnungskräfte hier vor der Dummheit des Pöbels kapituliert.

  17. Lena Juli 27, 2010 12:46

    @Werner:
    Gib bitte nichts mehr von dir.Was du schreibst ist mehr als traurig zu lesen.

  18. Manfred KLimek Juli 27, 2010 13:24

    Dear Direttore, wenn Du in einem Land lebst, das 25 Jahre lang permanent rechtsextrem durchwirkt wird (seit 1986), wenn die größte Tageszeitung des Landes (Kronen-Zeitung) Titelaufmacher schreibt, wie: “Endlich Jagd auf illegale Ausländer”, oder “Wann werden endlich alle illegalen Ausländer deportiert”, wenn Dir jeder österreichische Taxifahrer ungefragt reinwürgt, dass ihm “die Neger stören”, oder die nette Verkäuferin zuraunt (die Du Jahre kennst), dass sie die vielen Ausländer nicht mehr erträgt, dann darf ich doch festhalten, dass mir derartiges in Deutschland höchst selten passiert. Und dass es eben auch ein bisschen ein Glück ist, dass die Protestpartei (so sehr sie belastet sein mag), keine rechtsradikale Protestpartei ist..

  19. Werner Elflein Juli 27, 2010 14:07

    @Lena: Heul doch!

  20. Manfred Klimek Juli 27, 2010 19:17

    @Elflein. In jedem Land gibt es kollektive Ausbrüche aus gesellschaftlichen Konventionen. Sonst hätten wir Bürgerkrieg im permanenten Ökonomismus, dieser neuen Gesellschaftsdiktatur. Der Ruf nach dem Ordnungsstaat ist Manifest der Angst des Kleinbürgers vor Kontrollverlust. Wahr jedoch: Ein großer Teil der dortigen Menge stand unter dem Einfluss von Berauschungsmittel. Das ist nun wirklich nichts Neues, das hätten Veranstalter und Polizei wissen müssen. Man nennt diesen Faktor “emotionale Intelligenz”. Bei den Duisburger Stadtkämmerern ist das offenbar ein Fremdwort..

  21. Werner Elflein Juli 28, 2010 10:02

    @Manfred Klimek: Da gebe ich dir (fast) völlig Recht, nur fungiert der Satz “Der Ruf nach dem Ordnungsstaat ist Manifest der Angst des Kleinbürgers vor Kontrollverlust”, obwohl er einen sehr wahren Kern enthält, an dieser Stelle wohl nur als ein pauschales Totschlagsargument. Ich bin weit davon entfernt zu fordern, dass an jeder Ecke zwei Polizeibeamte stehen sollten, aber bei einer Veranstalter wie der Loveparade war bereits im Vorfeld mit massiven Übertretungen (Drogenkonsum, Belästigung von Passanten, etc.) zu rechnen. Eben weil dies die Veranstalter, Polizei und Stadt wussten (so weltfremd kann ja eigentlich auch bei der Stadt Duisburg niemand sein), hätte die Loveparade gar nicht erst genehmigt werden dürfen.

  22. Pasta Juli 28, 2010 11:17

    Warum regen wir uns über die Auslassungen einer abgehalfterten Nachrichtenvorleserin auf? Die Frau hat keine Relevanz. Sie versucht mit ihrem bisschen B-Prominenz Geld zu machen. Lassen wir sie doch. Leute die ihre Bücher kaufen sind ohnehin nicht zu retten.
    Die eigentliche Frage ist doch: warum stopfen sich (mehr oder weniger) junge Menschen mit legalen und illegalen Rauschmitteln voll, um sich dann mit Musik in gesundheitsgefährdender Lautstärke zudröhnen zu lassen? Offensichtlich, weil sie die Realität nicht mehr ertragen.
    Und warum zünden sie dann keine Banken an, oder machen Jagd auf Finanzinvestoren und Spekulanten? Warum fegen sie mit ihren kraftvollen Bässen nicht die Wirtschaftsmarionetten, die sich Politiker nennen, aus dem Bundestag?
    Die Alten und Älteren unter uns müssen sich wohl mal die Frage stellen, was sie falsch gemacht haben.

  23. Manfred Klimek Juli 28, 2010 12:06

    @ Elflein: Ganz klar: Genehmigung hätte nicht gegeben werden dürfen..

  24. Werner Elflein Juli 28, 2010 12:14

    Bei den Römern hieß das Motto “Panem et circensis”, das Mittelalter wurde von der katholischen Kirche (“Opium fürs Volk”) geprägt, und heute haben wir Verblödung durch BILD, (gewollt) schlechte Schulbildung (wer blöd ist, lässt sich alles gefallen) und Loveparade. Die Evolution geht weiter, und an den Gesichtern der Loveparade-Teilnehmer wird schnell klar, in welche Richtung.

  25. Marcus Hofschuster Juli 28, 2010 12:28

    Fällt Euch eigentlich auf, dass wir bei jedem Karnevalsumzug, bei jedem Bierfest und bei ausnahmslos jedem Fußballspiel mit “massiven Übertretungen” rechnen müssen? Wird hier nicht mit zweierlei Maß gemessen? Von einer offenbar bedenklich verwirrten ehemaligen Nachrichtensprecherin ebenso, wie von Dir, Werner?
    Wann Frau Hermann uns erzählt, dass die 68er schuld seien an der Katastrophe und dass man ja erleichtert aufatmen dürfe bei dem Gedanken, dass da “höhere Mächte” im Spiel waren, dann ist das schon eine üble Verhöhnung der Opfer. Hier könnte sie sich allenfalls mit fortgeschrittener Geistesgestörtheit herausreden.
    Niemand ist in Duisburg aufgrund eines vermeintlichen “Werteverfalls” gestorben (was von den Werten der von ihr gerne verunglimpften 33er-Generation zu halten ist, müssen wir wohl kaum diskutieren), sondern weil eine Koalition von profit- und aufmerksamkeitsgierigen Arschlöchern jegliche Vorsicht hat fahren lassen und begründete Warnungen aus reiner Geltungssucht ignorierte.
    Jedes kleine Straßenfest wird mit Auflagen schikaniert, dass viele Veranstalter resigniert aufgeben, aber diese Veranstaltung wurde in letzter Sekunde per Handstreich genehmigt – trotz schwerwiegender Sicherheitsbedenken. Wessen “Werte” waren da wohl verkommen? Die der Feiernden oder die der geltungssüchtigen Veranstalter? Hier geht Frau Hermanns selbstgerechte, üble und unfassbar dumme Tirade völlig am Thema vorbei.

  26. Pasta Juli 28, 2010 12:57

    Ich schrieb schon am Tag danach:
    “Natürlich wird jetzt gefragt, WER trägt die Schuld an den Ereignissen in Duisburg …… Schon jetzt steht aber fest, WAS schuld ist. Es ist die ewige Sucht nach dem größer, schneller, höher. So lange alles gut geht, berauschen sich Veranstalter und Medien an immer mehr Besuchern. Dabei müsste es jedem klar sein, dass eine Veranstaltung mit hunderttausenden von Menschen, die berauscht durch Alkohol, Drogen oder nur durch exzessive Feierlaune, vollkommen unkontrollierbar ist. Jeder Zeit können solche Menschenmassen eine unberechenbare Eigendynamik entwickeln. Da hilft auch kein noch so gutes Sicherheitskonzept.
    Die Lehre aus Duisburg kann daher nur sein: kleiner, langsamer, flacher.”

  27. Gilli Vanilli Juli 28, 2010 14:23

    sorry werner – aber was bitte schreibst du für einen BULLSHIT!!!

    der letzte satz “erleichtert aufatmen” – wo erkennst du da nicht den hohn und spott der opfer gegenüber

    wir sollen erleichtert aufatmen das wer auch immer durch eine massenpanik
    die in 20 toten und vielen verletzten endete – dem treiben ein ende gesetzt hat????

    hallo erstmal ich weiss nicht ob sie es schon wussten aber…
    sorry aber ich betitele sie mit DUMM !!!!!
    was sind das bitte für ansichten

    mir geht auch dieses ständige gesülze über die techno scene und die drogen auf den s….

    vielen dank dafür an markus für seinen adäquaten kommentar

    was ist bitte mit anderer musik – was passiert auf rockfestivals?
    ich war auch bei rock am ring und da ist es nicht besser .- da sind auch genug bekifft und besoffen

    was war in woodstock?

    was ist auf dem Oktoberfest???

    was machen schauspieler, fussballtrainer, reiche berühmte blablalba

    was war mit berühmten malern der vergangenheit und klassischen musikern
    da gabs genug alkohol und drogen – man nehme den ohrabschneidenden absynth trinkenden van gogh

    wer drogen nehmen will tut es – egal aus welcher gesellschaftsschicht auch immer

    und seit je her ist die musik und künstlerscene sehr drogenlastig

    klar bestreite ich nicht das es bei der elektronischen musik vielleicht ein tick mehr als der durchschnitt ist

    ich spreche aus erfahrung und war auch mal jung!!!! heute gehe ich selten aber wenn NÜCHTERN UND ANSTÄNDIG auf solche events
    ohne drogen und ohne leute anzumachen

    ich hasse solche verallgemeinerungen, so vorurteilsbehaftete, ahnungslosen, dummen,
    vorwurfsvolle aussagen zu den elektronischen musikveranstaltungen

    ich habe einige parade mitgemacht und trotz der menschenmassen war es fast durchgängig friedlich
    das es bei so vielen menschen auch ausnahmen gibt ist klar

    und nur wegen ein paar idioten auf alle hochzubrechen ist armseelig und unprofessionell….

    idioten gibts es auch unter normalem volk

    nehmen wir das oktoberfest – da werden jedes jahr mehr frauen vergewaltigt als auf der loveparade
    regt sich da jemand so sehr darüber auf? wird das verboten?

    und da gibt’s n haufen mehr besoffenen idioten und co – aber es ist bayrisches kulturgut….

    leider gottes passieren solche dramen immer wieder und hoffentlich lernt man auch aus diesen fehlern
    keine frage das es hier keine genehmigung hätte geben dürfen

    in roskilde sind damals menschen umgekommen durch die massen
    heute sind wellenbrecher pflicht – zum glück

    aber will man immer alles gleich verbieten? musik, feste, veranstaltungen
    nur weil es ein paar spießern wie eva herrmann nicht passt

    und weltfremd bezeichne ich leute die aufgrund von vorurteilen etc. solche veranstaltungen verbieten wollen!!!!!

    der spruch mit „ich kann gar nicht so viel essen…“ der fällt mir nicht nur zu solchen aussagen der frau e.h. ein
    nein auch wenn ich solche kommentare lese wie der von werner der das ganze verharmlost, unterstützt, gut findet
    und verteidigt

    da könnte ich KOTZEN !!!!!!

    sorry aber ich hätte mir gern noch mehr vom leib geschrieben aber dann wäre ich ausfallend geworden

    wenn ich eins hasse dann sind es intolerante menschen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  28. Gilli Vanilli Juli 28, 2010 14:25

    und wer rechtschreib- und grammatikalische fehler findet
    kann sie gern behalten – vor lauter rage habe ich meine gute erziehung und bildung fast vergessen

  29. Werner Elflein Juli 28, 2010 17:19

    Zweierlei Maß, Sam, sind hier durchaus angebracht, denn ein Fußballspiel kann nun wirklich nicht mit einem Event à la Loveparade verglichen werden. Und genau dort liegt der Hase im Pfeffer. Dem Loveparade-Fall lagen völlig andere Voraussetzungen zugrunde (ungeeignete Location und Logistik, unkontrollierter Zufluss von Menschenmassen, von vorne herein zugekiffte und besoffene Besucher, grenzenlos inkompente Planer etc.), als etwa bei einem Fußballspiel, bei dem nur ein sehr geringer Teil der Zuschauer negativ auffällt, was aber im Einzelfall ebenfalls zu gefährlichen Entwicklungen führen kann, wie wir dies in Düsseldorf zum Beispiel zuletzt anlässlich des Spiels der Fortuna gegen Hansa Rostock gesehen haben, als das Spiel mehrere Male unterbrochen werden musste, u.a. weil ein Knallkörper unmittelbar neben dem Schiedsrichterassistenten detonierte. Bereits für solche Veranstaltungen werden umfassende Sicherheitskonzepte benötigt, die leider oft genug auch versagen, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Und da soll nun plötzlich eine Veranstaltung mit über einer Million Menschen reibungslos über die Bühne gehen, die eigentlich nur für 250000 geplant war, und das auch noch ausgesprochen dilettantisch? Da lache ich mich doch tot.

    Du kritisierst völlig zu Recht die “profit- und aufmerksamkeitsgierigen Arschlöcher”, und ich habe ja bereits ausgeführt, dass die Loveparade niemals hätte genehmigt werden dürfen. Darüber herrscht doch (hoffentlich) auch Konsens. Ich kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

    Nicht verstehen kann ich allerdings, dass sich gerade vor diesem Hintergrund die Diskussion an einem vergleichsweise harmlosen (und im Kern wahren) Artikel von Frau Herman entzündet. Der Absatz über die 68er ist selbstverständlich blanker Unsinn, den hätte sie besser gestrichen. Ansonsten ist ihre Analyse in der Sache völlig richtig, daran ändert auch die teilweise unglückliche Form nichts.

  30. Werner Elflein Juli 28, 2010 17:24

    Sorry, Gilli, aber dein Verständnis von Rechtschreibung und Grammatik offenbart meines Erachtens schon eine gewisse Missachtung deinen Lesern gegenüber. Deshalb habe ich mir das Lesen deines Beitrags verkniffen.

  31. Werner Elflein Juli 28, 2010 17:37

    Beinahe hätte ich es vergessen, Sam: “Niemand ist in Duisburg aufgrund eines vermeintlichen ‘Werteverfalls’ gestorben”, schreibst du. Das kann man auch anders sehen. Denn wenn du die Kausalkette von vorne nicht nur bis zum nächsten Glied zurückverfolgst, kann auch eine andere Sichtweise gelten. Ohne Loveparade und ohne die drängelnden Besoffenen und Bekifftenn keine Massenpanik, ohne Massenpanik keine Toten. Und natürlich: Ohne die Genehmigung keine Loveparade. Es gilt aber auch: Ohne eine Horde geistesgestörter Säufer und Kiffer keine Loveparade. Und du bleibst dabei, dass der “Werteverfall” nichts damit zu tun hat? Aus welchem Grund rennen diese Leute denn zu Hunderttausenden und Millionen zu solch einem Schwachmatenevent und sind bereits vor dessen Beginn dicht? Da kann mir niemand erzählen, dass wären ganz normale Mitmenschen, die nur ein wenig feiern wollten.

  32. Dirk Würtz Juli 28, 2010 18:04

    @Werner Elflein
    Ich kiffe nicht, bin – denke ich – kein so großer Schwachmat und war auch schon auf der Loveparade. Ich gehöre quasi zur Szene der Elektro Musik (die übrigens nicht identisch ist mit dem Klientel der love parade). Hattest Du nicht zu einer differenziereten Sichtweise aufgerufen. Du fällst hier über mehr asl eine Million Menschen ein Pauschalurteil, dass vor Vorurteilen nur so strotzt. Mensch Werner… Ich kenne genug die auf die LP fahren und mit dem, was Du oder Frau Herman beschreiben, soviel zu tun haben wie “Kuchen backen mit Arschbacken!!!” Im Übrigen sollte sich jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch von einer Frau Herman und ihren Kollegen (ich meine die in dem Verlag noch publizieren) distanzieren. Und zwar schleunigst.

  33. Werner Elflein Juli 28, 2010 20:06

    Dirk, ich habe nirgends behauptet, dass alle Besucher der Loveparade kiffen oder sich daneben benehmen. Aber der Prozentsatz ist offenbar zweifellos deutlich höher als bei anderen Veranstaltungen. Sonst hätten wir nicht diese Auswüchse gehabt, und damit meine ich das Verhalten der Besucher bereits vor Beginn der Loveparade. Nach den Schilderungen von Bekannten war Duisburg am Samstag eine Stadt im Ausnahmezustand. Und das, weil gewisse Menschen meinen, nur in der Masse die Sau heraus lassen zu können. Oder welchen tieferen Sinn hat die Loveparade? Worum geht es? Ums Feiern? Um Musik? Wohl kaum. Die Loveparade ist in ihrer Natur bereits als Massenpanik angelegt. Sie existiert, um ein Ventil für den aufgestauten Frust ganzer Gesellschaftsgruppen zu schaffen. Und dieses Ventil sollte in Duisburg einmal geöffnet werden. Was glaubst du, worin hier das Interesse der Politik bestand, sich unbedingt für dieses Massenspektakel stark zu machen? Denk’ hier mal ein wenig weiter.

  34. Tom Juli 28, 2010 23:44

    Lieber Herr Elflein,
    ich habe mir aufmerksam durchgelesen, was Sie geschrieben haben. Auch die mittlerweile zwei Artikel von Frau Herman habe ich mir zu Gemüte geführt. Genau so wie den von Herrn Ulfkotte. Ich muss gestehen: Meins ist das konservative Gedankengut nicht, und auch die orthodox-religiöse Weltanschauung ist nicht meine. Aber dies sind Dinge, die (glücklicherweise) in unserer Gesellschaft jedem überlassen sind. Eine Diskussion über religiös-fundamentalistische Einstellungen und ihre Auswirkungen müssen wir in einer aufgeklärten Gesellschaft zum Glück ( “Glück” zum zweiten Mal) nicht führen bzw. sind uns sicher, dass wir den Konflikt, der entsteht, aushalten. Zumindest im Moment ist es noch so, wie mir scheint, verschieben sich – ganz langsam – die Gewichte wieder.
    Trotzdem: Was ich nicht verstehe, ist die menschenverachtende Haltung, die ich aus Ihren und den Haltungen von Frau Herman lese. Polemik hin oder her – wer für sich ein gewisses Niveau im Umgang in Anspruch nimmt, der sollte souverän genug sein, um nicht in einer solch widerlichen Weise Art und Weise zu argumentieren. Schwachmaten – Kiffer – Säufer – das fehlende Niveau, welches Sie unterstellen, wird durch die Schürze des Intellekts, welche Sie sich umhängen, nicht gesteigert. Im Gegenteil – wie Herr Würtz geschrieben hat. Sie laben sich im vermeintlichen Gefühl des intellektuell Überlegenen, und verschmähen rücksichtslos ganze Gruppen von Teilnehmern und somit tatsächlich und potentiell verunglückte Personen. Aber unter dem Strich sind Sie mit Ihrer Haltung nur voll von Vorbehalten und -urteilen.

    Lieber Herr Elflein, die Loveparade in Duisburg hätte niemals stattfinden dürfen, da bin ich absolut bei Ihnen. Dies hinterher festzustellen ist aber Klugscheißererei. Es ist bittere Ironie, dass ausgerechnet konservative Politiker – die mit der Loveparade, wenn Sie nach Ihrer Lesart stattfindet, nichts zu tun haben dürften – die Veranstaltung gegen alle Warnungen (auch von Ihnen, Herr Elflein???) durchgesetzt haben. Nichtsdestotrotz: So viele Menschen in einen abgezäunten Bereich mit nur einen Zugang zu pferchen … man muss darüber nicht weiter nachdenken. Das ist aber nicht die Schuld der Besucher, sondern die der Organisatoren (Veranstalter, Stadt), die sich der Klientel, der Massen, und ihrer Verhaltensweisen bewusst sein müssen!

    Mit Sicherheit werden auf der Loveparade zu viele Drogen konsumiert. Mit Sicherheit läuft dort zum Teil ein Klientel mit einer zu hohen Gewaltveranlagung herum, auch durch Drogen bedingt. Wie hoch das Maß an Personen ist, die sich in dieser Form gehen lassen, wissen Sie selber aber offensichtlich nicht: Sie schreiben selber, das Freunde Ihnen berichtet haben. Auf Grund dieser Aussage folgere ich einmal, dass Sie selber nie auf einer dieser Partys gewesen sind (und Sie sind bestimmt der Meinung, dass das nicht nötig ist, um Sachverhalte beurteilen zu können). Ich war in den 90er Jahren in Berlin auf einer Loveparade dabei – die Gewaltbereitschaft war damals ziemlich unterausgeprägt. Ob sich das im Ruhrgebiet verändert hat, kann ich tatsächlich nicht sagen. Ich bin heute nicht mehr Zielgruppe der Veranstaltung. Was ich aber aus Vergleichen weiß, ist, dass es auf verschiedenen Alternative-Partys Ende der 80er/Anfang der 90er nicht viel anders wie in den 90er Jahren in Berlin zugegangen ist. Meine letzten wirklich vollen Konzerte habe ich zu Beginn des Jahrtausends mitgemacht. Vielleicht kennen Sie diese von Erzählungen von Bekannten – eingeladen zu den Partys waren und sind Sie vermutlich nicht. Wen wundert es. (Dies ist die einzige Polemik, die ich mir gönnen möchte, auch wenn Sie noch mehr Fläche bieten und selber keine Gelegenheit auslassen, andere Schreiber herablassend zu behandeln.)

    Übrigens ist der gewaltbereite Mob von Fortuna Düsseldorf nicht zu verachten. Vom Sitzplatz auf der Gegengrade sind Sie aber bestimmt zu sehr mit den asozialen gegnerischen Fanblocks (Rostock) beschäftigt, um das mit zu bekommen. Ich würde Ihnen gerne mal eine Fahrt zu einem Auswärtsspiel im Fanzug von Fortuna Düsseldorf spendieren. Zur Scheinheiligkeit hat ansonsten Herr Vanillie (???) genug geschrieben, den Sie sehr abfällig und stillos behandelt haben. Ich verweise nur auf das Verhältnis von Kunst zu Drogen; in Düsseldorf mit Sicherheit auch Industrie zu Drogen. Und damit meine ich nicht nur Wein.
    Lieber Herr Elflein, nichts spricht dagegen, sich kritisch mit Massen, Jugendbewegungen, gesellschaftlichen Phänomenen etc. zu beschäftigen. Und dies muss kontrovers geschehen. Ich habe nie verstanden, warum Linke nur die taz und konservative Menschen nur die FAZ lesen. Auch bin ich durchaus der Meinung, dass Satire sehr viel darf. Ihre Haltung verstehe ich aber gar nicht. Denn wer selber menschenverachtend reagiert, darf für sich selber keine andere Behandlung in Anspruch nehmen. Und dies zeigt, wie subjektiv richtiges Verhalten sein kann. Eine Moral- oder Ethikkeule mag ich an der Stelle gar nicht auspacken.

  35. Gilli Vanilli Juli 29, 2010 08:02

    OMG Werner was bist du doch für ein armer intoleranter
    Mensch mit einem Riesenholzbrett vor dem Kopf???

    Du widersprichst dir ja selber – natürlich pauschalisierst du die Loveparade Besucher wie Dirk dir das zu recht vorwirfst.

    Auch deine Aussage nicht alle aber ein großer Teil der Besucher wäre bekifft und / oder alkoholisiert ist eben eine Pauschalisierung
    bzw. ein Vorurteil gegenüber diesen Menschen.

    Gerade solche Massenveranstaltungen zieht doch auch oft sehr viel
    unterschiedliches unübliches neugieriges Publikum an, das nicht
    üblicherweise zu solchen Veranstaltungen geht.

    Und wieder misst du mit zweierlei Maß.

    Was für Gewaltausbrüche gab es schon bei Fussballspielen und den
    nachfolgenden Krawallen.
    Und wieviele Tote gab es schon.

    Auch hier wurde nichts gleich verboten oder so!!!!!

    Und ich kann es einfach nicht verstehen wie man so ignorant sein kann und von den Verfehlungen einzelner (und bei 1 Millionen Menschen sind einzelne / einige wenige ja auch schon ein paar mehr – gesehen auf die Masse jedoch prozentual immer noch recht wenige!!!) eine ganze Gruppe Menschen / Anhänger einer Musikrichtung zu verurteilen.

    Traurig traurig – sorry dich kann ich trotz aller korrekten Rechtschreibung und Grammatik nicht ernst nehmen.
    Leute wie du / Meinungen wie deine sind schuld daran das es zu Weltkriegen und Massenverfolgungen kam!!!!

    PS: wie du siehst kann ich sehr wohl auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik acht geben – das hatte nichts mit geringer Wertschätzung den Lesern gegenüber zu tun.

    Da der Text sowieso nur an dich gerichtet war, zeigt er höchstens meine geringe Wertschätzung dir gegenüber – aus der mache ich keinen Hehl – denn solche Leute wie du sind fehl am Platz in einer modernen Gesellschaft!!!!!

  36. Dirk Würtz Juli 29, 2010 08:07

    @Werner Elflein
    “Die Loveparade ist in ihrer Natur bereits als Massenpanik angelegt. Sie existiert, um ein Ventil für den aufgestauten Frust ganzer Gesellschaftsgruppen zu schaffen.” Da möchte ich entschieden widersprechen. In eine solche Argumentation würde übrigens dann auch direkt ein Fußballspiel und sämtliche andere Festivals auf denen Menschen ausgelassen feiern, fallen. Egal welcher Couleur…von Wacken bis Burg Herzberg bis Rock am Ring.
    Das Interesse der politik lag-liegt doch klar auf der Hand: Profilierungssucht. Da wollte sich einer ein Denkmal setzen.

  37. Gilli Vanilli Juli 29, 2010 08:31

    “das fehlende Niveau, welches Sie unterstellen, wird durch die Schürze des Intellekts, welche Sie sich umhängen, nicht gesteigert. Im Gegenteil – wie Herr Würtz geschrieben hat. Sie laben sich im vermeintlichen Gefühl des intellektuell Überlegenen, und verschmähen rücksichtslos ganze Gruppen von Teilnehmern und somit tatsächlich und potentiell verunglückte Personen. Aber unter dem Strich sind Sie mit Ihrer Haltung nur voll von Vorbehalten und -urteilen. ”

    Mein Gott wie toll diese Formulierung doch ist – ich habe sie soeben ausgedruckt und als Andenken an die Bürowand gepinnt!!

    HERRLICH danke dafür Herr Juli!!!!!!!

    Da ziehe ich meinen imaginären Hut.

    Schürze des Intellekts finde ich sehr gut den muss ich mir für den nächsten ingoranten Möchtegern mal merken ;-) )!!

    Für mich ist das Thema beendet – anhand des massiven Gegenwinds den der Herr W.E. hier bekommt, bin ich doch froh zu sehen das es eine ignorante fehlgeleitete Einzelmeinung eines verirrten Schafes ist.

    Wollen wir hoffen das der Herr ihn wieder auf die rechte Fährte zurückführen möge!!

    (Sorry aber das konnte ich mir jetzt doch nicht verkneifen :-O)

  38. Werner Elflein Juli 29, 2010 08:37

    Schönen guten Morgen, Herr Juli,

    wenn hier jemand menschenverachtend ist, dann doch wohl die Verantwortlichen, die eine Loveparade trotz aller bestehenden Sicherheitsbedenken und planerischen Defizite stattfinden lassen.

    Nun jedoch Frau Herman und anderen Schreibern eine menschenverachtende Haltung vorzuwerfen, weil sie die Art der Veranstaltung an sich kritisieren, ist einfach nur lächerlich. Stellen Sie sich vor, die Loveparade wäre ohne Zwischenfall über die Bühne gegangen und der Artikel von Frau Herman wäre im selben Tenor erschienen. Es ist nicht schwer einzusehen, dass der Artikel dann keine so hohe Wellen geschlagen hätte. Nun aber gibt es Tote, und plötzlich soll es nicht mehr erlaubt sein, die Loveparade kritisch zu beleuchten? Gerade jetzt muss es erlaubt sein, und gerade jetzt müssen auch die Hintergründe diskutiert werden! Und da finde ich jeden Hinweis auf eine menschenverachtende Haltung seitens der Kritiker in höchstem Maße heuchlerisch.

    Viele Grüße
    Werner Elflein

  39. Dirk Würtz Juli 29, 2010 08:41

    @Gilli Vanilli @Werner Elflein
    Hier heißt keiner “Juli”, das ist der Monat in dem wir uns befinden. Die Datumsanzeige bei den Kommentaren ist leicht verwirrend :-)

  40. Werner Elflein Juli 29, 2010 08:46

    Richtig, Dirk, Fußballspiele fallen zum Teil auch in diese Argumentation, nur dass hier die Sicherheitslage aufgrund zweier Umstände besser unter Kontrolle ist: zum einen haben die Ordnungskräfte in den Städten inzwischen Routine, was den Umgang mit Fußballfans angeht, zum anderen dürfte der Alkohol- und Drogenpegel eines Stadionbesuchers im Durchschnitt deutlich unter dem eines Loveparadeteilnehmers liegen. Die von mir angesprochene Ventil-Funktion ist hier aber auch gegeben. Oder wie anders ist es zu erklären, dass Menschen, die sonst mit Fußball wenig bis gar nichts am Hut haben, plötzlich zur WM ihre Autos mit schwarz-rot-goldenen Farben verzieren? Und seien wir ehrlich: die WM hat doch sehr schön von den aktuellen politischen Themen abgelenkt – und genau das sollte sie auch. Profilierungssucht mag mit hineinspielen, erklärt das Phänomen jedoch nur unzureichend. Wenn Bundes-Angela zu einem Spiel der WM nach Südafrika fährt, steht kaum öffentliches Interesse dahinter. Ich wette aber, sie hat die Reise nicht privat bezahlt.

  41. Tom Juli 29, 2010 10:12

    Lieber Herr Elflein,
    ich wäre fast beleidigt gewesen, wenn mir der Ritterschlag einer Replik von Ihnen nicht zuteil geworden wäre.
    Dass die Loveparade niemals hätte stattfinden sollen – gemach, da herrscht Einigkeit.
    Dass Frau Herman sich äußern darf und in ihrer Meinung frei sein muss – eine Selbstverständlichkeit.
    Ihre Antwort geht also leider ins Leere.
    Denn trotzdem haben sowohl Sie als auch Frau Herman sich verächtlich über die Besucher geäußert. Die Zitate lassen sich im Verlaufe des Threads problemlos finden. Das können Sie drehen und wenden, wie Sie wollen. Amüsant zu beobachten ist allerdings, wie sie versuchen, die Argumentation mittels des Veränderns der inhaltlichen Ebene mehrfach zu verschieben. Von Frau Herman und ihren Absichten über die – wie auch immer zu betrachtenden – Besucher der Veranstaltung, zur katastrophalen Planung von Veranstalter und Stadt bis hin zur Fragestellung der Wirkungsweise des Standpunktes von Frau Herman vor dem Hintergrund der Geschehnisse und (folgt noch, sie sind nah dran, mit Ihrem letzten Hinweis auf die Fußballweltmeisterschaft, das Ablenken der dummen Massen etc. Verschwörungstheoretische Ansätze auf Spiegel-Online-Forum-Niveau….) dem medialen Umfeld.

    Das alles macht es nicht besser – Sie haben sich verächtlich und pauschal geäußert. Ich nehme einmal an, dass genau das Sie am meisten ärgert, bei aller Abstrahierungs- und Analysefähigkeit, die Sie offenkundig besitzen.
    Zum Abschluß verzeihen Sie mir bitte als kleine Petitesse eine Sottise. Sie werden mir das hoffentlich nachsehen, denn Sie haben es bestimmt schon öfter gehört und es ist auch zu offensichtlich. Es ist auch nicht persönlich gemeint, sondern bezieht sich auf Ihre Argumentationslinie. Ich versuche mich damit ein wenig (zugegeben, es gelingt nicht ganz) dem Niveau der polemischen beschreibenden Äußerungen über die Besucher der Loveparade (fasse ich das richtig zusammen? Sexgeile und pöbelnde Kiffer, Säufer und Junkies, die der Blitz beim Scheißen treffen soll?) zu näheren. Ihre Argumentation, Herr Elflein, wird ihrem Namen leider nicht gerecht. Statt elegant und einer Elfe gleich bewegen Sie sich eher wie ein Elefant im Porzellanladen, der hinten abreißt, was er vorne aufgebaut hat.

  42. Gilli Vanilli Juli 29, 2010 13:39

    Tom herrlich – kann man bei dir Rhetorikseminare
    besuchen :-)

  43. Manfred Klimek Juli 29, 2010 15:04

    @WernerElflein: Natürlich verachtet Frau Herman Menschen. Und zwar jene, die ihrer Meinung nach die Sitten schleifen lassen. Und dann auch die 68er, die am Verfall Deutschands Schuld haben. Herman gehört zu jenen halbgebildeten Geschichtslosen, die sich in einer bäuerlich-ländlichen Umgebung vom Sündenpfuhl geschützt fühlen, der immer aus der Stadt (in diesem Fall natürlich das unkeusche Berlin) kommt. Herman hat schlicht einen Sexualkomplex, das liest man seit Monaten aus jeder Zeile. In etwa: Ich bin blond, geil und darf trotzdem nicht mitspielen. Und ich meine das nicht polemisch..

  44. Gilli Vanilli Juli 29, 2010 16:42

    vielleicht sollte sie sich mit Werner zusammentun
    evtl. schafft man so frustabbau und lässt die armen fans elektronischer musik endlich mal in ruhe

    sorry niveaulos ich weiss aber manchmal kann ich mir sowas nicht verkneifen ;-) )

    BTW: dirk wenn wir im Rheinhessische sind könnte man ja abhotten gehen
    in FFM gibts gute clubs :-)
    auf in den Sündenpfuhl technoclub

  45. Weindeuter Juli 29, 2010 18:40

    schöne Diskussion, da lernt man die Weinfreunde mal von einer anderen Seite kennen. Und der gute Werner E. kriegt was ab – und das mit recht. Ausgerechnet wir Weinblogger sollten uns mit diesem bürgerlichen Blick, Warnung vor Sittenverfall, Exzess, ungerichtetem enthemmten Treiben etc. zurückhalten. Weingenuss ist auch Hingabe an eine Droge, der Rausch gehört zum Wein dazu, wie elaboriert und voller Gaumenlyrik auch immer darüber schwadroniert wird. Klimek, du bringst Rausch und Genuß immer wieder auf einen Nenner, mit deiner “Wiener Schnoddrigkeit” fällt das ja leicht. Auch Würtz ist erfrischend. Ich versuche auch, dem ganzen Weinthema dieses pseudoernsthafte betuliche spießige Verkostungsgehabe etwas zu nehmen.
    Der Skandal sind nicht vergnüngungs – und sonstwie süchtige junge Menschen, sondern Kapitalisten und Stadtfürsten, die aus Geldgeilheit und Profilierungssucht eine Todesfalle errichtet haben.

  46. Werner Elflein Juli 29, 2010 19:31

    Wenn ich das schon lese: “Die armen Fans elektronischer Musik”. Mir kommt gleich das Abendessen wieder hoch. Statt eines Rhetorikseminars würde ich an deiner Stelle eher etwas Elementarschulisches buchen. ;-)
    Was das “Abhotten” in Frankfurt angeht, kannst du dir ja mal an diesen Herrschaffen ein Beispiel nehmen: http://www.youtube.com/watch?v=Eg_HvYurhw4 :-)

  47. Gilli Vanilli Juli 29, 2010 20:11

    ach werner dich nimmt dich hier keiner ernst
    und ich tanze wann wo und wie ich will zu elektronischer musik und das ohne drogen
    oder übermäßigen alkoholkonsum

    und dank vielen weiteren vernünftigen menschen gibt es auch orte wo man das problemlos
    ohne leute wie dich machen kann

  48. Gilli Vanilli Juli 29, 2010 20:12

    doch

  49. Manfred Klimek Juli 30, 2010 11:11

    Oh, ich nehm den Werner schon sehr ernst. Wie jede gut formulierte und mit nicht gerade unsachlicher Polemik gewürzte. Und ich finde auch, dass sich Winzer im Bürgerlichen wiederfinden müssen, denn das Bürgertum stellt die Hauptkonsumenten. Ich bin aber kein Kulturpessimist. Als ich aufwuchs, gab es Menschen, die mir auf der Straße “Dich hat der Hitler beim Vergasen vergessen” zugeschrien haben. Die sind jetzt tot. Alles wird besser. Auch die Bürgerlichen..

  50. Werner Elflein Juli 30, 2010 11:11

    Lieber Weindeuter,

    ist das dein Ernst? Für mich ist und bleibt Wein ein Genuss- und kein Konsummittel. Zum Weingenuss gehört für mich zwingend auch der kontrollierte Umgang mit dem Wein. Der Rausch, weil bewusstseinseinschränkend, wäre hier doch völlig kontraproduktiv. Gerade hier haben wir Weinblogger die Aufgabe, uns von Veranstaltungen, auf denen Alkoholmissbrauch zelebriert wird und schon zum guten Ton gehört, abzugrenzen, auch, weil es in der Politik eine Menge Verblendete gibt, die sich das Thema Alkohol in ihrer Profilierungssucht gerne auf ihre Fahnen schreiben. Die unsägliche Ära Bätzing liegt noch nicht einmal weit zurück, und aktuell gibt es erneut Tendenzen, diesmal sogar EU-weit, uns Weintrinker in die Ecke der Alkoholsünder zu stellen. Da feiert das Thema “Weinsteuer” gerade wieder fröhliche Urstände. Willst du, das es soweit kommt?
    Viele Grüße
    Werner

  51. Manfred Klimek Juli 30, 2010 11:12

    Das Wort “Kritik” fehlt am Ende des zweiten Satzes..

  52. Dirk Würtz Juli 30, 2010 11:40

    @Werner
    Die Geschichte mit den Steuern ist noch nicht vom Tisch. Im Gegenteil, sie wird gerade wieder aktuell!

  53. Werner Elflein Juli 30, 2010 13:18

    Eben, Dirk, das sagte ich ja.

  54. weindeuter Juli 31, 2010 19:52

    @ Werner E.
    natürlich ein Genußmittel, dazu gehört aber auch die Entgrenzung, auch das unkontrollierte. Der Rausch oder das gesittete kontrollierte Räuschchen sehe ich auch auf der Genußseite. Das ist das dionysische am Wein, wer das kulturgeschichtlich nicht mitschmeckt, mitverkostet, in die subjektive Seite der Materie mitintegriert etc. betrachtet das Thema nicht komplett. Nur nüchterne Analytik des 23. Pündericher Marienburgs oder des 37. Ürziger Würzgartens kann es beim Wein, diesem Beflügler der Phantasie, der Kreativität nicht sein – bewußtseinseinschränkend ist das keineswegs. Die Weinsteuer ist ja gerade das Projekt der Antigenußlobby, verklemmte wie Eva Hermann, wie Klimek das so schön oben beschrieben hat.
    Lieber Werner Elflein, weniger den weinanalysierenden Diplom-Mathematiker raushängen lassen, mehr den Genußmenschen, den es auch gibt, da bin ich mir sicher…
    (wir sind vom Ausgangspunkt des Posts etwas weg, macht aber imho nix)

  55. Werner Elflein August 2, 2010 08:52

    Lieber Weindeuter, meiner Meinung nach muss man ein Produkt verstehen, um es genießen zu können. An so manchen Notizen selbsternannter Genussmenschen kann ich aber nicht erkennen, dass hier ein tieferes Verständnis vorliegt. Aber das ist jetzt wirklich ein anderes Thema …

  56. Gilli Vanilli August 2, 2010 10:17

    ich finde es sowieso anstrengend wenn wein immer in so tausend nuancen analysiert wird – mir ist es egal ob jetzt leichte nuancen von honig pflaumen, nassem stein zu schmecken sind

    meine geschmacksnerven sind eben nicht so ausgeprägt, darum bin ich
    banker/bilanzanalyst und kein winzer/sommelier oder ähnliches geworden

    mir reicht oft eine grobe beschreibung und ich muss wein nicht
    verstehen sondern er muss mir schmecken – ich möchte ihn geniessen

    dabei reicht mir auch oft eine allgemeine beschreibung vollkommen aus!!!

    und ich kann dem weindeuter nur zustimmen

    salopp gesagt muss man auch mal saufen – wirkungstrinken
    is auch ma schön :-) )) sofern man noch die kontrolle über sich behält isund nicht wild arme passanten am bahnhof belästigt ist doch alles gut ;-)

    back to topic sozusagen

  57. Werner Elflein August 2, 2010 16:09

    Wenn deine “Geschmacksnerven” nicht so ausgesprägt sind, heißt das noch lange nicht, dass sich andere deinem sensorischen Niveau anpassen müssen. Wenn du die Unterschiede nicht schmeckst – Pech gehabt. Aber dann gestehe bitte anderen weiterhin zu, dass sie etwas genauer hinsehen, was sie trinken.

  58. Weinschreiber August 2, 2010 21:33

    @Werner: Wir haben ja schon häufig konrtovers miteinander diskutiert. Und stets hast Du meinen vollen Respekt gehabt – auch in Zeiten, wo Du mit geäusserten Meinungen wahrlich polarisiert hast. Aber Deine Äußerungen zu den Vorkommnissen bei der Loveparade haben eine neue Dimension angenommen.
    Ich hoffe, Du überdenkst noch mal über Deine Haltung zur Tragödie. Denn was Du hier an Parolen raus haust, ist nicht mehr als ein weiterer Tritt in den Hintern der leider verstorbenen Raver.

    Und das haben die Toten sicher nicht verdient.

  59. Thorbjörn August 3, 2010 11:07

    Welch Diskussion. Ohne jeden einzelnen Aspekt aufzunehmen, erstmal Danke an Marcus Hofschuster und Tom für Ihre äußerst gelungenen Beiträge.

    Einen Aspekt möchte ich herausgreifen, der hier immer wieder besprochen wurde: Natürlich ist die Loveparade eine Veranstaltung gewesen, bei der Musik lief, die nicht jedermann mag und bei der Drogen (inkl. Alkohol) konsumiert wurden. Jetzt kann man sich doch nicht hinstellen, andere Großereignisse würden da anders ablaufen. Im Schnitt sind Fußballfans im Stadion also nicht so betrunken. Genau. Wenn man ein Schnitzel scharf anbrät, bis es außen verbrannt ist, innen aber noch roh, ist es im Schnitt auch gut durch. Lokal herrscht in Fußballstadien doch keine andere Situation vor als bei anderen Großveranstaltungen. Aber das sieht man aus der VIP-Lounge auch nicht so sehr gut. Wer schonmal im Fanblock stand, weiß doch, daß die Leute da teilweise schon schwerbesoffen ankommen. Die reisen einmal quer durch’s Land mit dem Zug an und reißen morgens um acht das erste Bier auf. Was ist daran denn anders als bei der Loveparade?
    Warum sind denn beim Fußball so viele Sicherheitskräfte? Genau, weil doch die gleichen Zustände herrschen wie auf anderen Großveranstaltungen. Weil Fußballbilder aber weltweit verkauft werden, kann man sich Zwischenfälle nicht erlauben, deswegen wird ein maximales Aufgebot an Sicherheitskräften und Polizei eingesetzt. Weiß noch jemand, was passiert ist, als die Hertha abgestiegen ist? Die Leute haben das Stadion auseinandergenommen, d.h. sogar die vielen Sicherheitskräfte überrannt. Da ist aktiv Aggression und Gewalt vom “Fan” ausgegangen, keine Panik, weil Leute in einem Nadelör eingezwengt waren.

    Wie ist es mit dem Oktoberfest? Ist da einer dabei, der noch grade gehen kann, wenn die Zelte dichtgemacht werden?? Wo ist da der Unterschied zur Loveparade? Die Musik ist schlimmer, die Leute sind genauso berauscht. Auch hier ist alles weitläufig, ansonsten würde dort ebenso Panik ausbrechen können.

    Wie ist es mit dem Kölner Karneval? Vielleicht ist das ein schönes Beispiel, da gehen alle ach so feinen Konservativen hin, um mal ein Wochenende richtig bützen zu können? Wo ist da der Unterschied zur Loveparade? Ich empfinde das als wesentlich widerlicher. Ein Jahr lang tun, als wär man der feinste Mensch, der nie einen Fehltritt begeht, an Karneval der der Heidi von hinten an die Schulter fassen. Schöne Doppelmoral, die man bei Raver seltener antrifft. Die Musik ist ebenfalls schrecklich, die Leute ebenfalls maximal betrunken. Und lusitg verkleidet. Der Unterschied ist nur, einmal sind’s die Jungen, einmal die Alten, sonst ist der Sinn und Zweck der gleiche. Der Unterschied ist doch nur die Musik.

    Ich selbst war in Berlin auch auf der Loveparade, höre sonst nie Techno, sondern Rock. Ich habe dort zwar keine illegalen Drogen genommen aber ein paar Bier getrunken. Das war eine der besten Parties, die ich erleben durfte und zwar weil trotz der riesigen Masse an Leuten NIE eine aggressive Stimmung herrschte, sondern der Bedarf an friedlichem Feiern zu spüren war. Das war auf anderen Veranstaltungen mit wesentlich weniger Leuten (wie beim Fußball, wo man mitunter von Leuten mit den gleichen Vereinsfarben attakiert wird) schon ganz anders.

    Was ich von Frau Hermans Beitrag halte, kann man sich ja jetzt wohl denken.

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