Danke Jogi!

Das war es… WIR sind raus aus dem Renen um den WM-Titel und uns bleibt, wie 2006, „nur“ das Spiel um den dritten Platz. Aber es gibt keinen Grund, unzufrieden mit der Leistung unserer Mannschaft zu sein. Im Gegentei, Jogi Löw gebührt großen Dank.

Natürlich bin ich enttäuscht, traurig und sogar ein wenig wütend. Das was unsere Mannschaft gestern gezeigt hat, war Angsthasenfußball. Natürlich weiss ich, als einer von Millionen von Bundestrainern, ganz genau die Gründe. Wir waren zu weit von den Spaniern weg, haben sie ihr Spiel aufziehen lassen und Trochowski hätte nie auflaufen dürfen, Müller hat überall gefehlt… oder so ähnlich.

Dennoch bin ich stolz. Und wie! Das, was unsere Jungs phasenweise während diesem Turnier gezeigt haben, war Fußball modernster Prägung, annähernd perfekt und wunderschön anzuschauen. Das Spiel gegen Argentinien war der Höhepunkt meiner „36JahreFußballimTVanschauenKarriere“. Wer hätte gedacht, dass eine deutsche Nationalmannschaft so kombinieren und so spielfreudig und gleichzeitig effektiv sein kann.

Wer hätte überhaupt vor der WM gedacht, dass wir so weit kommen? Ich nicht. Mit der jüngsten Mannschaft, mit Buben, die gerade die U20 EM gewonnen hatten. Ich bin fest davon überzeugt, dass da nichts davon Zufall war, sondern alles genau von Löw und seinen Mannen geplant war. Für mich war das eine Meisterleistung, der allerhöchsten Respekt gebührt. Das ist der große Unterschied zu 2006. Da haben wir uns irgendwie ins Halbfinale gemogelt und teilweise auch gestolpert. Nach dieser WM darf man sicher sein, dass diese Mannschaft eine Zukunft hat. Lasst die mal so zusammenwachsen wie die Spanier, dann wird das alles noch einen Tick besser und konstanter. Außerdem stehen in den so unglaublich erfolgreichen Juniorennationalmnnschaften die nächsten Talente schon auf dem Sprung.

Die WM in Südafrika war „gelungen“ und hat für mich einige Dinge klar und deutlich gezeigt:

1. Der moderne internationale Vereinsfußball ist nur bedingt auf Nationalmannschaften übertragbar. Da kann man eben nicht für viel Geld alles zusammenkaufen, sondern muss auf vorhandene Ressourcen zurückgreifen.

2. Die FIFA ist ein Moloch, dem es nur um das große Geld geht und das Spiel weitestgehend egal ist

3. Manche Schiedsrichter sind gnadenlos überfordert und kommen mit dem schnelleren Spiel nicht zurecht

4. Fußballkommentatoren sind manchmal schwerer zu ertragen als schlechte Spiele, inkompetente Schiedsrichter und Vuvuzuelas zusammen. Insbesondere die von ARD und ZDF. Da kommentieren Typen ein WM-Spiel, die wahrscheinlich in ihrem ganzen Leben noch nie Fußball gespielt haben und beim Skispringen besser aufgehoben wären. So etwas verdirbt einem den ganzen Spaß. Früher konnte man wenigstens noch den TV Ton ausmachen und das Radio an. Das geht leider auch nicht mehr. Es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, warum die Verantwortlichen in den Anstalten da nichts unternehmen. Das die Zuschauer extrem unzufrieden sind, bekommen alle Dank  Twitter und Co in Echtzeit mit. Das interessiert aber allem Anschein nach niemanden.

3 Kommentare »

  1. Petra Mayer Juli 8, 2010 09:46

    Auf den Punkt getroffen! Bin zwar kein Fußballexperte. Aber genau diesen Stolz fühle ich auch. Das ist ein super Gefühl! Danke Jogi, danke Jungs! Ich freu mich auf Samstag und meine Vuvuzela mit mir!

  2. Dennis Juli 8, 2010 09:48

    Dem ist überhaupt nichts hinzuzufügen und macht meinen Blogbeitrag, den ich schreiben wollte, überflüssig.

  3. dr.christian.S Juli 8, 2010 22:44

    sorry, ich habe lange überlegt ob ich mich in die Diskussion einmische. JA. Ich gebe Dir Dirk mit Deiner Einschätzung aber nur bedingt recht. Alles Richtig was Du gesagt hast. Aber Danke Jogi? Wer hat denn Özil,Müller,Jansen,Kehdira usw ausgebildet. U21- horst Hrubesch. Dem sei gedankt. Man muß die klasse der Spanier sicher an erkennen, aber wir haben uns ergeben. mir wäre ein 0:3 lieber gewesen als das was ich sehen mußte.

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