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Flattr

Es gibt seit einiger Zeit ein neues, relativ einfaches und allem Anschein nach gerechtes Bezahlsystem für Online-Inhalte. Es heißt “Flattr”. Alles freiwillig und selbstbestimmt.

Annähernd alle Informationen und Nachrichten im Netz sind kostenlos, in der Regel finanziert durch nervige Werbung. Die Frage aller Fragen ist: “Wie werden online-Inhalte künftig finanziert”? Das ist besonders für die Medienprofis quasi die Frage schlechthin. Inhalte, die per se zu bezahlen sind, funktionieren nicht wirklich, Werbung ebenfalls kaum – noch dazu wird sie von den meisten Menschen als sehr störend empfunden.

“Flattr” bietet auf den ersten Blick eine vernünftige Alternative. Das Prinzip ist einfach: Man meldet sich bei “Flattr” an, und legt fest, welchen Betrag man monatlich für online-Inhalte ausgeben möchte. Wenn einem ein Beitrag besonders gut gefällt, klickt man auf den “Flattr-Button”, das wars… Am Monatsende wird dann der festgelegte Betrag gleichmäßig auf alle “geflatterten” Beiträge verteilt. Klingt einfach und irgendwie gut.

Wir probieren das jetzt auch aus und haben den “Flattr-Button” auf dem Blog installiert. Wir machen das als Feldversuch, nicht um Geld einzuspielen, sondern um zu sehen, ob die Internetnutzer bereit sind, für etwas Geld zu bezahlen, das vermeintlich kostenlos ist. Da wir selbst “flattrn” müssen, um auch “geflattrt” werden zu können, wird sich das Ganze so oder so die Waage halten. Wir sind gespannt und werden am Monatsende berichten…

Hier noch mehr Infos und Erfahrungsberichte zum Thema:

die taz Flattrt

der law blog

Stefan Niggemeier

4 Kommentare zu “Flattr

  • Der Direttore

    Flattr hatte gut werden können, habe es aber noch einiger Zeit wieder vom Blog gelöscht.
    Jeden Monat wird man quasi genötigt sein Konto aufzuladen und einen Teil des Geldes auszugeben. Die Beträge sind zwar mehr als gering, dennoch stellt es die “Freiwilligkeit” innerhalb des Flattr Kreislaufes gehörig in Frage.
    Weiterhin kann man sich auf Flattr.com einmal die Statisitiken betrachten.
    Die “Ich geb dir nen Euro, dann gibst du mir nen Euro” Mentalität hat schon Einzug gehalten und macht das Ganze noch grenzdebiler.
    Die Idee, dass “Jeder jeders Verlger” ist, finde grundsätzlich sehr gut.
    Das Thema Bezahlcontent muss diskutiert werden, bzw. einheitliche Lösungen sollten gefunden werden, keine Frage!
    Flattr ist es momentan noch nicht und wird nach meiner Prognose ein ähnliches Schicksal erleiden, wie “Posterous”.
    Die eierlegende Wollmilchsau vor der praktischen Umsetzung zu loben hat noch nie gut getan…(Mein ich jetzt aber allgemein,nicht auf den Blog bezogen)
    Gegen Flattr habe ich allerdings grundsätzlich nichts, es bleibt nämlich eine freie Entscheidung sich dort anzumelden.

    LG

    Der Direttore

    Reply
  • drmotz

    Yuppiiiiie, wir werden alle reich. Darf man sich eigentlich auch selbst einen Betrag überweisen? Nein, jetzt mal ernsthaft. Der Ansatz ist gut und ich bin der Letzte, der hier gleich wieder alles in die Bedenkenträger-Schublade schieben möchte. Allein mir fehlt der Glaube, dass es auch wirklich funktioniert.

    Ich Teile nicht nur die Meinung von direttore, was die Gibst-du-mir-geb-ich-dir-Mentalität angeht. Ich warne auch davor, die Qualität eines Beitrags künftig nur noch nach seiner Flattr-Quote zu beurteilen. Wer sich als Journalist tatsächlich mit Flattr sein täglich Brot verdienen will/muss, der hält sich am besten an massentaugliche Themen und Stammtisch-Thesen. Das ist seit jeher das Erfolgsrezept der BILD-Zeitung und der Privaten. Da macht es dann die Menge. Oder ich suche mir eine spezielle Zielgruppe heraus, die sich dann erkenntlich zeigt. Das nannte man früher Scheckheft-Journalismus.

    Aber ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren. Tatsache ist: Flattr belebt die notwendige Diskussion darüber, was es im Netz eines Tages noch zu lesen gibt, wenn alle Print-Schreiberlinge auf der Straße sitzen, nur weil wir eben mal die Zeitung abbestellt haben.

    Vielleicht sollten wir hier im Block über eine alternative/zusätzliche Honorierung im Form von flüssigen Naturalien nachdenken. Abgestuft von Cola-Schoppen bis hin zu TBA. Da ist dann “inhaltlich” für jeden Geschmack etwas dabei:-)))

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  • der Ultes

    Ein in meinen Augen großer Nachteil ist der deutlich langsamere Seitenaufbau. Das dürfte wohl auch der Hauptgrund dafür sein, dass sich viele bereits wieder davon getrennt haben.
    Ob es Sinn macht sein Guthabenkonto dort (wie der Direttore schreibt sogar förmlich dazu ‘genötigt’) aufzuladen und das Guthaben zu verteilen um am Monatsende das gleiche Guthaben als Erlös gutgeschrieben zu bekommen bleibt fraglich.
    Klar wollen viele die in ihrem Blog etwas schreiben direkt oder indirekt Erlöse damit erzielen, Flattr ist in meinen Augen hier aber keine Lösung.

    Reply
    • Dirk Würtz Post author

      @ALLE

      Kinners, lasst mal die Kirche im Dorf… Ich bin ja auch sehr skeptisch, aber die Neugierde überwiegt doch deutlich. Mir geht es hier auch nicht um die Erlöse, die werden eh marginal sein, sondern um dieses Prinzip der Freiwilligkeit… auch wenn sie ein wenig erzwungen ist ;-) Wie unser Dr. Motz so richtig schreibt, geht es um die künftihe Honorierung von Netzthemen, insbesondere für die Profis. Da ist doch unser Blog der ideale Versuchsballon. Die Themen sind fast alle special interest, braucht also keiner. Wo könnte man also besser ein freiwilliges Bezahlsystem testen, als hier!

      Reply

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