Wie immer von unserem Dr. Motz. Das Thema in dieser Woche ist eben so heikel wie brisant…
Um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen, das Thema Missbrauch (nicht nur in der katholischen Kirche) ist hochsensibel und bedarf einer dringenden Aufarbeitung. Wo aber fängt Missbrauch an und wo hört der Sinn von halbgaren Erinnerungen aus den 60er- und 70er-Jahren des vergangenen Jahrhundert auf? Wenn wir nicht aufpassen, tritt das Thema in unserer Wahrnehmung die unmittelbare Nachfolge von Rinderwahn und Vogel- bzw. Schweinegrippe an.
Das jüngste „Kirche heute“-Cover der „Titanic“, mit dem sich derzeit Presserat und Staatsanwaltschaft beschäftigen, ist nicht wirklich witzig und hilft da in der Sache nicht weiter. Die Folge ist allenfalls ein genereller Baustopp der katholischen Kirche (u.a. für Kindergärten) wegen sinkender Kirchensteuereinnahmen (so geschehen im Bistum Mainz). Dies stellt die eh schon klammen Kommunen vor unlösbare Probleme.
Aber zurück zum eigentlichen Thema: Keine Frage, sexueller Missbrach von Kindern und Jugendlichen gehört ausnahmslos und konsequent aufgedeckt. Übergriffe von Priestern gegenüber achtjährigen Knaben haben jedoch eine andere „Qualität“, als wenn eine pubertierende 14-Jährige im Sportverein ihren kaum älteren Trainer küsst oder auf einer Schulparty die Grenzen des Erlaubten ausgelotet werden und der beaufsichtigende Lehrkörper gerade wegschaut.
Noch dringlicher aber ist eine Differenzierung beim Thema Prügelstrafe. Bin ich vor mehr als 40 Jahren von meinem Bio-Lehrer misshandelt worden, als diesem die Hand ausrutschte, nur weil ich ihn vorher zur Weißglut gebracht hatte? Keine Sorge, ich plädiere hier mitnichten für die Wiedereinführung früherer Erziehungsmethoden. Derlei „Bekenntnisse“, von denen wir mittlerweile Tag für Tag geradezu überschwemmt werden, sind der Sache jedoch nicht dienlich, sondern verhindern vielmehr eine ernsthafte Aufarbeitung. Auch wenn es mich fünf Euro ins Phrasenschwein kostet: Manchmal sollten wir wirklich die Kirche im Dorf lassen.
In der Tat ein sehr heikles Thema! Einer sachlichen, und vor allen Dingen sachdienlichen Bearbeitung steht die Sensationsgeilheit der Medien im Weg. Das Thema wird 2 ..3 Monate ausgeschlachtet, und dann wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben.
Von daher ist der Vergleich mit BSE, Vogel- und Schweinegrippe schon naheliegend!
…sollte doch als erste wirklich sinnvolle Maßnahme darüber nachgedacht werden, das endlich ein katholischer Priester auch ein Eheleben führen darf. Das würde derartige Vorkommen direkt auf ein paar wenige Fälle reduzieren.
Der Partner gibt nicht nur uns “normalsterblichen” Halt…
Des Weiteren würde dies auch die Personalknappheit in diesem Metier ändern und die Kirche jugendlicher machen, da endlich junge Leute nachrücken würden.
Man sollte aber auch nicht vergessen, dass die meisten Fälle von sexuellem Mißbrauch von verheirateten Männer begangen wird. Somit scheint der Zöllibat keine hinreichende Erklärung zu sein…
Liegt das vielleicht daran, das ein verheirateter Mann eher erwischt wird bei seinem Treiben?
Jedenfalls geht man mit einer (freien) Partnerwahl zufriedener durch das Leben, als mit ewigem Verzicht…
Und diese Zufriedenheit drückt sich auch im Umgang mit anderen Menschen aus, insbesondere auch Kindern.
Denn Deine Statistik sagt hoffentlich nichts darüber aus, das es auch noch meistens Väter sind, die andere Kinder (oder auch die eigenen) missbrauchen, oder?
“ewiger Verzicht” Nun, nicht heiraten zu dürfen heißt ja nicht verzichten zu müssen
). Außerdem nicht vergessen: Entweder glücklich, oder verheiratet!
Dr.Motz hat es auf den Punkt gebracht.Durch die Überflutung mit immer neuen Horrormeldungen im Bezug auf Missbrauch von Kinder und Jugendlichen,werden wir eher abstumpfen als sensibilisiert.Jeder ernsthafte Fall sollte natürlich aufgeklärt und hart bestraft werden.Aber mir kommt es so vor, als wenn jeder der mal von einem Pfarrer oder Lehrer schief angeschaut oder schlecht behandelt wurde,gleich Missbrauch schreit.
Also sorry, aber selten habe ich einen so schiefen Kommentar gelesen. Was ist denn mit folgendem Satz gemeint:
” Die Folge ist allenfalls ein genereller Baustopp der katholischen Kirche (u.a. für Kindergärten) wegen sinkender Kirchensteuereinnahmen (so geschehen im Bistum Mainz). Dies stellt die eh schon klammen Kommunen vor unlösbare Probleme.”
Soll das heißen, bleibt alle in der Kirche, damit diese mehr Kirchensteuer bekommt und damit Kindergärten bauen kann? Oder wünscht sich da jemand religiöse Medienpropaganda für die christlichen Kirchen, damit ihnen ihre Schäfchen erhalten bleiben? Übrigens der Eigenanteil der Finanzierung an sozialen Einrichtungen der Kirchen beträgt zwischen 8% und 12%, allein durch die Anrechenbarkeit der Kirchensteuer auf die Lohn- und Einkommenssteuer entgehen dem Statt weit mehr Einnahmen. Es ist ein Märchen, dass die Kirchen soziale Einrichtungen finanzieren.
Am Ende des Beitrags fehlt noch der Satz, eine Tracht Prügel zum rechten Zeitpunkt hat noch niemand geschadet, wobei dann könnte man wenigstens hoffen hier handele es sich um Ironie. So ist das Ärgernis der Woche dieser Blogbeitrag und nicht der Umstand, dass endlich die inhumanen und reaktionären Taten von Menschen aus der Kirche und deren Deckung durch die Kirchenleitung endlich zur Sprache kommen.