wie immer von unserem Dr. Motz. Heute: Der Bundespräsident und die Benzinpreise…
Er lebt! Nach Monaten des Schweigens hat sich Bundespräsident Horst Köhler endlich wieder einmal zu Wort gemeldet. Was das Staatsoberhaupt da ausgebrütet hat, hätte er uns nun allerdings getrost auch noch ersparen können. Genau darum geht es nämlich: ums Sparen. Weil der Schuldenberg, den der Staat vor sich her schiebt, immer größer wird, muss an den Ausgaben gespart werden. Statt der von den Koalitionsparteien im Wahlkampf versprochenen Steuersenkungen, über die man durchaus geteilter Meinung sein kann, solle nun viel mehr über eine Erhöhung nachgedacht werden. Und weil es uns Bürgern scheinbar immer noch viel zu gut geht und wir in Sachen Umweltbewusstsein zudem scheinbar unbelehrbar sind, fordert Köhler gleichzeitig auch noch höhere Benzinpreise. So werden nicht nur die Haushaltslöcher gestopft, einem guten Zweck dient die Sache auch noch. Dass immer mehr Menschen ihren ganz persönlichen Schuldenberg vor sich her schieben, ohne dass man ihnen den Vorwurf machen kann, sie hätten schlecht gewirtschaftet, wird dabei einfach außer Acht gelassen. Wer nicht mehr hat, um damit mehr schlecht als recht seinen kärglichen Lebensunterhalt zu bestreiten, der hat gar keine Gelegenheit, schlecht zu wirtschaften. Geschweige denn, etwas zu sparen und auf die hohe Kante zu legen. Für später, wenn die Rente hinten und vorne nicht mehr ausreicht. Aber auch das hat schließlich sein Gutes: Wer sich kein Auto mehr leisten kann, muss auch nicht über hohe Benzinkosten jammern. Und um damit zur Arbeit zu fahren, muss man erst einmal eine haben.
Ohje. Wie oft habe ich über dieses Thema in den letzten Jahren geschimpft und resigniert. Politik-Idiotie, Ungerechtigkeiten in Wirtschaft und Gesellschaft, Geldgeilheit … nur ganz selten habe ich nicht Blut spucken müssen, wenn einer dieser scheinheiligen Typen in Printmedien, Funk & Fernsehen seinen Senf abgegeben hat. Und dabei fällt mir immer wieder eine Gemeinsamkeit dieser Leute auf:
Sie alle haben schon lange das Leben des Normalbürgers abgelegt. Keiner von denen weiß mehr, wie es ist, zur heutigen Zeit mit 1.500 Euro netto auskommen zu müssen, geschweige denn mit Hartz IV zu leben.
Alles scheinheilige Dilletanten.