“Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein”. Das ist die zentrale Aussage im Film “Metropolis” von Fritz Lang, der am 10. Januar 1927 (!) in Berlin uraufgeführt wurde. Bisher fehlten in dem von der Murnau Stiftung 2001 restaurierten Film 30 Minuten. Das gehört nunmehr der Vergangenheit an, denn gestern feierte die vollständige Fassung zeitgleich in Berlin und Frankfurt ihre Weltpremiere.
Es klingt fast wie ein Märchen. Im Jahr 2008 wurde durch einen Zufall im “Museo del Cine Pablo Ducrós Hicken” in Buenos Aires eine Filmdose entdeckt. Der Inhalt war ein 16mm Negativ mit der nahezu kompletten Urfassung des monumentalen Meisterwerks von Fritz Lang. Nach langen Verhandlungen fand diese Urfassung ihren Weg nach Deutschland und wurde in Rekordzeit rekonstruiert und die fehlenden Teile der schon restaurierten Fassung hinzugefügt. 500.000 Euro hat diese Arbeit gekostet. Finanziert wurde sie auch mit öffentlichen Geldern. Das mag in Zeiten von leeren Staatskassen etwas befremdlich klingen, ist es aber nicht. Dieser Film ist ein erhaltenswertes Kulturgut, da muss man auch mal über seinen Schatten springen. Im Übrigen ist “Metropolis” der erste Film weltweit, der zum Kulturdokument-Erbe der UNESCO erhoben wurde. Und das völlig zu Recht.
Die gestrige Premiere war eines der eindrucksvollsten und schönsten Erlebnisse, die ich in der jüngeren Vergangenheit hatte. Zum einen lag das natürlich an dem Film. Es ist beinahe unglaublich, was Fritz Lang da vor über 80 Jahren gedreht hat. Alleine die Filmkulissen sind für mich als Science Fiction Fan wegweisend und beeindruckend. Und die Geschichte, die im Film erzählt wird ist nahezu zeitlos.
Was mich allerdings an der gestrigen Premiere am meisten beeindruckt hat, war die Tatsache, dass der Film live von einem Orchester begleitet wurde. Annähernd zweieinhalb Stunden spielte das Staatsorchester Braunschweig die Originalmusik zu diesem Stummfilm. Ohne Pause (!) und in einer Perfektion die atemberaubend war. Taktgenau zu den Bildern auf der riesigen Leinwand.
Der einzige leise Kritikpunkt an der gestrigen Veranstaltung war der doch sehr “durchwachsene” Wein, der anläßlich der anschließenden Premierenfeier ausgeschenkt wurde. Da war das Budget dann wohl erschöpft
Vielen Dank an Dennis Münch alias “Denny Ramone”, der uns diesen unvergesslichen Abend möglich gemacht hat.
Ich habe den Film auch gesehen, allerdings bei Minustemperaturen
Was das Thema Wein und Kino betrifft:
Kino et Vino
4 malim Jahr in B
http://tinyurl.com/yhp3f3p
Warum nicht auch Metropolis in der Königsmühle (open air ?) mit einem Jahrgangswein
Tja Dirk, da hilft nur Eins: Sponsoring!
Die gestrige Premiere war eines der eindrucksvollsten und schönsten Erlebnisse, die ich in der jüngeren Vergangenheit hatte.
Das kann ich nur unterschreiben.
Ich hatte vor der Premiere schon ein paar der neuen Szenen sehen dürfen, kannte die 2001er Version auch und hatte wirklich Bedenken, dass die neuen Szenen den Film vielleicht langweilig, weil zu lang, werden lassen. Dem war natürlich nicht so. Gerade die Szenen mit dem Schmalen tragen so viel mehr zum Verständniss des Films bei.
Das Orchester was grandios. Über 2 Stunden haben die Braunschweiger eine Präzission an den Tag gelegt, die den minutenlangen Applaus am Ende mehr als nur rechtfertigte.
Ich musste mir während des Films immer wieder vor Augen (vor Ohren) führen, dass da wirklich ein Orchester live spielt und die “Toneffekte” nicht vom Band kommen. Zwischenzeitlich habe ich mehr aufs Orchester geschaut als auf die Leinwand.
So, und jetzt werde ich mir mal schön die Doku ansehen, die gestern nach der ARTE-Ausstrahlung noch lief.