Nachhaltigkeit ist “in”…

…könnte man langsam glauben. Der Begriff der “Nachhaltigkeit” ist momentan in aller Munde. Nicht nur hier in Deutschland sondern auf der ganzen Welt. Mir gefällt das übrigens sehr gut. Auch wenn wir diesen Begriff schon sehr lange benutzen. Man sollte allerdings sehr vorsichtig mit diesem Wort umgehen.

Siemens will hunderte Menschen in Franken entlassen, trotz maximalen Erträgen und der Vorstand spricht von “Nachhaltigkeit. Nur  mal so…

“Nachhaltigkeit” ist auch bei uns im Weinbau ein großes und immer wichtiger werdendes Thema. Das ist aber nicht etwa eine andere Definition von “öko” sondern eine viel weitergehende. Das sollte allen denen bewußt sein, die mit diesem Wort hantieren. Ich will jetzt gar nicht großartig auf alle Details eingehen. Nur auf eines: Die “Nachhaltigkeit” fängt da an, wo man fair produziert. “Fair made” ist eine wesentliche Ausgangsposition von nachhaltigem Arbeiten (kleiner Hinweis an die Firma Siemens). Nicht nur im Weinbau, sondern ganz grundsätzlich. Diejenigen, die das Produkt oder den Rohstoff herstellen, die Leistung erbringen, sollten dies unter menschenwürdigen Bedingungen, mit einem ordentlichen Lohn und in einem sicheren Umfeld tun. Alles andere ist nicht nachhaltig. “Fair trade” hat sich in den Köpfen der Konsumenten eingeprägt, “fair made” noch nicht wirklich…

13 Kommentare »

  1. Werner Elflein Februar 6, 2010 13:20

    Wenngleich “Nachhaltigkeit” in aller Munde ist – meist ist es nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Weil’s gerade trendy ist.

  2. Friedrich Bolle Februar 6, 2010 14:05

    Der CO2 Fußabdruck von Dirk Würtz ist nach dem Norwegenflug etwas größer geworden :-) Darum in den nächsten Monaten nur noch Radfahren oder zu Fuß gehen. Oder: Ich kann noch ein paar CO2 Gutscheine zur Verfügung stellen :-)

  3. Dirk Würtz Februar 6, 2010 14:08

    Ich bin sowas von CO2 neutral, da kann ich noch hundertmal um die Welt fliegen :-)

  4. Friedrich Bolle Februar 6, 2010 14:38

    @dirk Würtz…nachdem Sie die CO2 Emittenten Bank mitgehackt haben wundert mich das nicht mehr :-) :-)

    Nebenbei:

    Bei einem Flug von Oslo nach Bergen (ungefähr 360 Kilometer) werden normalerweise etwas über fünfeinhalb Tonnen CO2 ausgestoßen

    Oder hier:

    [XLS]
    EFN_CO2 calculator
    Dateiformat: Microsoft Excel – HTML-Version
    115, (grober Wert pro Passagier: 0.5 kg of CO2/km or 0.82 kg of CO2/mile). 116, Flugkilometer des ersten Flugs (lassen sie -527 im grauen Kästchen, …
    http://www.ecolo.org/documents/documents…/CO2-calculator-EFN-de.xls

  5. Iris Februar 6, 2010 16:55

    Frage an den Fachmann zum ordentlichen Lohn: wie hoch ist eigentlich inzwischen in D der Stundenlohn für Saisonkräfte im Weinberg? In Frankreich gibt es ja dafür den staatlich festgesetzten Mindestlohn von 8,86 Euros brutto, also 1.343,77 Euros brutto monatlich bei 35 Wochenstunden. (ungefähr 1.056 Euros netto monatlich). Dazu bei der Weinernte noch ein Kontingent von Wein pro Tag als Naturalie.

  6. Thomas Februar 8, 2010 11:50

    Hüstel – wie schafft ein Winzer es denn CO2-neutral zu vergären??? Das ist dann ja Saft!!

  7. Gerrit Februar 8, 2010 13:11

    @Thomas: Naja, vielleicht kann man das ja mit dem Schwefel verrechnen, den man im Wein bindet … ? ;)

  8. Dirk Würtz Februar 8, 2010 18:43

    @Thomas

    So hab ich es ja auch nicht gemeint ;-)

  9. Dominik Februar 9, 2010 08:15

    Faire Arbeitsbedingungen und das nicht immer nur wenn es um “Fair Trade” aus Afrika und Südamerika geht. Vor der eigenen Haustür fängt es an, da stimme ich uneingeschränkt zu!

  10. Alexander Flick Februar 9, 2010 23:16

    @ Iris: 2010 liegt der Tariflohn bei € 5,95 für ausländische Arbeitnehmer, zzgl. Kost- und Logispauschale von € 2,90/Tag (wird bei wohnen und essen beim AG nicht ausgezahlt) zzgl. Sozialversicherungs- und Rentenkassenbeiträge. 2011 steigt der Tariflohn auf € 6,50. Anschlussfrage: Wie können Winzer im Südwesten mit solchen VK-Preisen leben? (Gibts die CRAV noch?)
    mfg -alex

  11. [...] bringt durchaus neue Aspekte – die Bedeutung der Bio-Zertifizierung und die Nachhaltigkeit (mehr dazu in Dirks Blog) in Bezug auf die Produktion und den Menschen: “Ganz grundsätzlich ist  für mich der [...]

  12. Iris Februar 10, 2010 10:37

    Viele können bei den Verkaufspreisen für ihre Trauben (0,27€ kg bei der Kooperative hier im Tal z.b.) oder unter 1 € der Liter, damit das dannn unter 2 € beim Discounter verkauft werden kann – des Deutschen Lieblingsweine – und nicht nur seine… – eben nicht mehr leben, da die Produktionskosten eben auch durch die fairen Lohnkosten sehr hoch sind. Billiglöhne für ausländische Arbeitskräfte gibt es meiner Kenntnis nach übrigens auch nicht und die Kontrollen sind zumindest während der Erntezeit sehr streng.

    Mit ein Grund, warum es die CRAV noch gibt und sie es immer wieder mit ihren stupiden Aktionen in die Schlagzeilen schaffen.

  13. [...] Dirk Würtz – Nachhaltigkeit ist ‘in’  – mit lesenswerter Diskussion [...]

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