Mir brennt da was auf der Seele, schon lange. Mindestens genauso lange überlege ich schon, ob ich dazu etwas auf dem Blog poste, oder es besser sein lassen soll. Das Thema ist schwierig und das Eis ist dünn und mit „Wein“ hat das alles gar nichts zu tun. Aber der Kommentar hier, den ich gestern Nacht bekommen habe, hat das Ganze wieder in mein direktes Blickfeld transportiert.
Um eines gleich vorweg zu schicken, auch wenn das schon wieder nach einer Rechtfertigung klingt. Ich bin ein Antifaschist und zwar durch und durch. Ich wurde so erzogen, ich habe mich als solcher sozialisiert und ich bin es heute noch. Während ich diese Zeilen schreibe, ärgere ich mich eigentlich schon wieder darüber, dass ich sie überhaupt schreiben muss. Ich spüre einen Zwang und Zwänge mag ich eigentlich überhaupt nicht. Aber leider geht es wohl nicht anders.
Dass dies so ist, ist natürlich einfach zu erklären. Die Generation meiner Großeltern und Urgroßeltern haben etwas getan, was beispiellos in der Geschichte ist. Sie haben einen widerlichen Rassenwahn gelebt und einen abartigen Krieg angezettelt. Dafür schäme ich mich noch heute. Und ich werde in meinem sozialen Umfeld nicht müde, diese Zeit mahnend in das kollektive Bewusstsein zu rufen. In meinen „ultralinken Hardliner Jahren“ hätte ich jetzt übrigens zu einer Tirade angesetzt, die ihresgleichen gesucht hätte (die „Ultralinken“ sind meistens diejenigen, mit denen man am schlechtesten diskutieren kann. Die sind nämlich völlig intolerant).
ABER:
Ich benutze hier seit Monaten einen Begriff. Der Begriff heißt „Blogggwart“. Das nennt man einen „running Gag“. Wir schreiben ihn extra mit drei „g“, damit er politisch nicht ganz unkorrekt ist. Auch das ist ein „running Gag“. Und dieser „Gag“ stößt bei einigen allem Anschein nach auf völliges Unverständnis. Jetzt ist es nicht so, dass mich das wundert oder ich es etwa nicht nachvollziehen könnte. Ich weiss sehr wohl um die Bedeutung des „Originals“ mit „ck“ geschrieben. Und ganz ehrlich: Es ist mir völlig egal! Ich habe es gründlich satt, jedes Wort auf die „Fascho-Goldwaage“ zu legen. Warum auch? In den letzten zehn Jahren hat etwas stattgefunden, was mir sehr gut gefällt. Die Zeit von 1933 bis 1945 wird von ganz vielen -verdachtsfreien – Künstlern, Kabarettisten, Schauspielern, Regisseuren und Autoren auf eine andere, künstlerisch überzogene Art behandelt. Mit Humor! Jetzt könnte man natürlich sagen, dass dies das letzte ist. Ist es aber nicht, jedenfalls für mich nicht. Ich amüsiere mich köstlich über die Hitler-Comics von Walter Moers, ich lache Tränen, wenn ich Helge Schneider als Adolf Hitler im Kino sehe. Und Stermann und Grissemann kann ich schon gar nicht mehr schauen, weil ich beinahe vor Lachen ersticke. Auf diese künstlerische, humorvolle und überhaupt nicht plumpe Weise wird die Absurdität und Hirnlosigkeit des Nationalsozialismus auch dem Letzten deutlich.
Jetzt könnte man natürlich einwerfen, dass wir hier in Deutschland die letzten sind, die über so etwas lachen dürfen, sollten, müssten. Auch das sehe ich völlig anders. Wir leben im Jahr 2010 in einem Land, dass an Toleranz und Liberalität kaum noch zu überbieten ist. Wir haben eine Frau als Regierungschefin, Homosexuelle in Schlüsselpositionen, religiöse und kulturelle Megafreiheit und Integration (ob sie funktioniert oder nicht, lassen wir jetzt mal außen vor). Wo bitte schön gibt es das noch. Wer hat sein System und seinen Alltag toleranter in Theorie und Praxis gestaltet als wir. Ich finde das toll und darauf bin ich sehr stolz. Ja, ich bin stolz auf dieses liberale Land, in dem ich leben darf. In dem ich meine Meinung sagen darf (egal wie absurd sie ist), in dem ich meinen politischen Willen leben darf, in dem ich meine Sexualität leben darf. Und das alles ohne Angst zu haben, von irgendwelchen Deppen verfolgt zu werden.
Und nun? Ich werde den Begriff „Blogggwart“ weiterhin benutzen. Warum? Ganz einfach: Sie, lieber Kommentator des oben verlinkten Kommentars, ebenso wie Ihre gleich denkenden und sprechenden Kollegen, sind diejenigen, die dafür sorgen, dass diese Nazi-Rotze Konjunktur hat. Sie sorgen bei denen für eine Solidarität, die Sie eigentlich (hoffentlich) gar nicht wollen. Durch das zwanghafte und dauer betroffene Fingerheben und korrekt Abmahnen spielen Sie der braunen Mischpoke eine Steilvorlage nach der anderen zu. Diese „Um-Gottes-Willen-bloß-nix-sagen-und-wenn-dann-superkorrekt-Mentalität“ sorgt für Hochkonjunktur bei allen dumpfen Parolenfreunden. Die lachen sich über uns und unsere „Nazometer“ kaputt.
Das ist genau das, was diese Typen hören wollen und nichts anderes. Davon ernähren die sich. Haben Sie darüber schon einmal nachgedacht? Dann machen wir uns doch lieber über diese Typen lustig und nehmen ihnen so den Nährboden.
Lieber Kommentator, lassen Sie uns doch darüber mal ausführlich diskutieren. Das gilt natürlich auch für alle anderen. Auch wenn es mit “Wein” nichts zu tun hat…
@Würtz, natürlich haben Sie Recht, dass man über die Nazis auch lachen kann und soll (wenn man nicht gerade ob ihrer Verbrechen heult). Und dass Sie ein gestandener Antifaschist sind (im Unterschied zu vielen in der von Ihnen verehrten katholischen Kirche), glaubt Ihnen bestimmt auch jeder auf’s Wort. Aber Sie wissen ja: Kommunikation ist nicht das, was gesagt wird, sondern das, was ankommt. Das ist es aber gar nicht, was ich anmerken wollte.
Mich persönlich stört an Ihrem Blogggwart weder der Bloggg (Block), noch die Assoziation mit dem Nazi-Blockwart, sondern viel eher der zweite Teil des Begriffs. Wart bedeutet ursprünglich (got. daúra-wards) so etwas wie Türhüter, die Warte ist der Ort des Ausschauens, Lauerns, der Wachturm (soll keine Anspielung auf die Zeugen Jehovas sein!) – das Warten im Sinne des Pflegens ist nur eine abgeleitete, viel spätere Konnotation. Von daher der Torwart, der Tankwart, der Hauswart – von Letzteren halten sich dann wohl tatsächlich nicht wenige schon wieder für Blockwarte.
Nun frage ich mich, was wollen Sie denn bewachen, bewahren? Ihren Blog, alle Blogs, Ihre Leser, sich selbst, Ihre Königsmühle oder Ihre Weine, vielleicht sogar noch Höheres, die Wahrheit, die ganze Welt …? Satire, Ironie sollten schon einen nachvollziehbaren Hintergrund haben, nicht nur auf reiner Lautmalerei fußen. Aber vielleicht haben Sie ja für all das auch eine lustige Antwort!
@Eckhard Supp
Ein interessanter Aspekt. Was bewache und bewahre ich? Spannend! Die Welt, die Wahrheit oder noch höheres sicherlich nicht. Dazu bin ich weder befähigt noch befugt! Das überlasse ich anderen, ein Grund übrigens (einer von vielen) warum ich gläubiger Christ bin. Klingt einfach, ich weiß, ist es aber nicht immer. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich bin lediglich der “Türhüter” dieses Blogs und natürlich der meiner Familie. Sie sehen, mir fällt dazu eigentlich nichts lustiges ein.
Und nur als “Türhüter” seines Blogs sollte man es auch verstehen. Jemand, der mich freundlich am Eingang empfangt und mich als Gast begleitet. Nicht mehr und nicht weniger. Und das mehr als freundliche empfangen darf wohl jeder hier im Blog, allerdings auch in der Königsmühle erfahren.
Also: Nicht zuviel versuchen rein zu interpretieren. Man muss ja auch mal was schreiben können, ohne sich haarklein Gedanken machen zu müssen, ob jemand – Absicht oder nicht sei mal dahin gestellt – es falsch verstehen kann
Der Begriff “Blogggwart” ist inhaltlich richtig und diskussionsführend progressiv! Der Begriff entgegnet nämlich jeden “Totschlagargumenten” und führt die Scheinheiligkeit mancher Diskussionsteilnehmer ans Licht!
Es kann doch nicht wahr sein, dass wir in einem Land leben, dass, wie kein anderes, sich mit der Aufarbeitung seiner Geschichte beschäftigt und dennoch jedesmal einem an anderer Stelle und zumeist unpassend man mit dieser konfrontiert wird!
Ich habe letztens an einer Podiumsdiskussion zum Thema “Privatisierung von Autobahnteilabschnitten” teilgenommen und wurde mit der Frage konfrontiert, wie ich mich den so stark für eine Thematik einsetzen könnte bei der das Wort “Autobahn” vorkäme!
Deswegen ganz ehrlich, Blogggwart, weiterhin Begrifflichkeiten benutzen im satirischen Stil, damit den “Todschlagargumenten” die Luft aus geht und man endlich wieder zur Sache kommt und entspannt über diese diskutieren kann…
LG
Der Direttore
@ Der Direttore
Noch ein böses Wort: “Autobahn”. Kaum zu glauben…
Einfach künftig vermeiden und ein anderes Wort suchen. Beispielsweise: “asphaltierte Schnellverkehrsstrasse” oder “Kraftfahrzeugstrecke geeignet für höhere Geschwindigkeiten”…
@Würtz … und die vielbeschworene Freiheit im Web 2.0 – manch einer behauptet ja sogar, die sei absolut das Wichtigste im Internet – lässt sich mit der Funktion des Türhüters (Türstehers?) vereinbaren?
Zum Einen trage ja auch ich gelegentlich das “bloggwart”-Shirt, in den meisten Fällen nicht ganz ohne satirischen Hintergrund oder zumindest in memorandum des o.g. Running Gag. Zum Anderen ist es z.B. für den amerikanischen Autofreund das höchste der Gefühle einmal im Leben auf der “German Autobahn” fahren zu dürfen. Also: wo liegt das Problem?
@ Eckhard Supp
Mmh… das ist jetzt natürlich schwierig… ich versuche es mal so:
Als ich im realen Leben, in grauer Vorzeit, als Türsteher gejobbt habe, ging es immer darum, Ärger im Vorfeld zu vermeiden. Hauptsächlich jedenfalls. Da war ich mehr das “regulative und einlaßkontrolierende Element”. Heute, hier im Blog, bin ich quasi der Türhüter, dessen Aufgabe es ist die Tür immer offen zu halten, damit jeder rein kann der das möchte… Oder so ähnlich jedenfalls
Wenn sich hier in Deutscheland einer meiner Nachbarn (wie in den USA vor wenigen Jahren im Rahmen von Homeland Security eingeführt) als Blockwart bezeichnen und aufführen würde, hätte ich damit sicher auch ein Problem. Da wir davon allerdings glücklicherweise noch recht weit entfernt sind, dreht sich alles mal wieder um bloße Begrifflichkeiten. Ein offensichtlich ironisch gemeinter Blogggwart ist nicht, wie vom Auslöser dieser Diskussion behauptet, ein Zeichen mangelnder Geschichtskenntnis sondern ein zeitgemäß humorvoller Umgang mit Begriffen, die von Spinnern in der jüngeren Geschichte unseres Landes geprägt wurden.
Seit einigen Jahren kommen jährlich einige weitere Begriffe auf den Index unserer politisch überkorrekten Zeitgenossen (die gerne noch zusätzlich an einer Überdoseis an vorauseilendem Gehorsam leiden). Ich habe keine Lust irgendwann auf die Hälfte des deutschen Wortschatzes zu verzichten, nur weil vor drei Wochen oder vor 60-80 Jahren einmal irgend ein Nazi, Kommunist, religiöser Sektierer oder eines der zahlreichen sonstigen Arschlöcher auch schon mal genau diese Wörter in den Mund genommen hat oder weil die Antifa oder die lokale Frauengruppe dieses Wort gerade als aktuell böse oder sexistisch ausgerufen hat. Die Extremisten bedienen sich unserer Sprache und nicht umgekehrt. Ich bin weder bereit mir meine (und unserer aller) Sprache von Extremisten wegnehmen zu lassen, noch mir die humorvolle Auseinandersetzung damit aufgrund einer falsch verstandenen political-correctnes verbieten zu lassen. Das habe ich in diversen Jahren bei den Jusos auf Landes und Bundesebene nicht getan und Du Weeertz, unser aller Blogggwart hier, solltest Dich da auch nicht in Deiner Wortwahl einschränken lassen!
PS: An den Freundeskreis Autobahn: Die Berliner Stadtautobahn AVUS wurde 1913-1921 gebaut, die erste offizielle Autobahn die A555 von Köln nach Bonn (und zum Glück auch zurück) ab 1929. Wann war noch mal die Machtergreifung der Nazis? Die haben sich den Begriff Autobahn natürlich gern zueigen gemacht aber sie haben ihn bei bestem Willen nicht erfunden. Also Direttore: Du brauchst Dir den Begriff nicht mies machen zu lassen!
‘blogggwart’ ist schon ein heikles wortspiel.
einerseits wird mit der negativen seite kokettiert, schließlich schafft es aufmerksamkeit. Gleichzeitig wird die negative seite durch die spassige seite der schreibweise auch verharmlost. muss man/frau einfach so sehen.
andererseits ist die inhaltliche besetzung des wortes mit der neuen schreibweise hier ganz super! alle buchstaben strahlen durch den blog offenheit, nachdenklichkeit, professionalität und witz aus! und weil der begriff hier im blogg so gründlich anders besetzt und inhaltlich gefüllt ist, finde ich ihn inzwischen voll akzeptabel. und dass dies gelungen ist, sehe ich als richtigen erfolg an!
‘autobahn’ und andere dinge, die sich die faschisten/nationalsozialisten angeeignet haben, sollten auch wieder zurückerobert werden. in meiner vergangenheit war z. b. jedes deutsche lied (volkslied), von dem irgendjemand sagte, dass es die nazis gesungen und gespielt hätten, gleich schon tabu und damit habe ich viele genüsse versäumt. (damit meine ich nicht die von nazis umgedichteten oder eigens komponierten lieder). allein die bezeichnung ‘volkslied’ führte schon zu einer distanzierung. schade eigentlich, heute sind sie zwar nicht hitparadenfähig, aber doch ein teil meiner geschichte … und fast verschwunden.
prost
Zeit für etwas “Deutsch für Fortgeschrittene”:
http://www.youtube.com/watch?v=5_bRQaOI1EA
Lieber Würtz, Bravo! Sie sprechen mir in Ihrer Stellungnahme aus der Seele. Meine Güte, wie betoniert muss denn ein Kopf sein, damit er 2010 immernoch so unbeweglich ist? Wir sind im 21. Jahrhundert.
Irgendwie bin ich jetzt ziemlich ratlos. Haben wir denn wirklich keine anderen Sorgen. Achselzuckend schauen wir zu, wie die Welt – oder zumindest ein Teil davon – im wörtlichsten Sinne langsam untergeht (siehe: Tuvalu), die Kanzlerin denkt laut über das Preis-/Leistungsverhältnis von Hehlerware nach und was machen wir? Wir stellen ideologisch-philosophische Betrachtungen über deutsches Wort- und Liedgut an, ohne uns wenigstens darüber einig zu sein, ob nun der “Bloggg” oder doch eher der “Wart” Stein des Anstoßes ist. Sicherheitshalber habe ich erst einmal meine alte “Mundorgel” verbrannt (”Am Brunnen vor dem Tore…”), ziehe meine schwarzen Halbschuhe an (obwohl die anderen von der Farbe her besser gepasst hätten), habe den Titel meines Lieblingsbuches mit Filzschreiber in “Die Angst des Schlussmanns vorm Elfmeter” abgeändert und nehme auf dem Weg zur Arbeit besser die Landstraße. Immer in der Angst, es würde mir ein Stück Satire begegnen und ich erkenne es nicht…
BTW, der Kommentierende, der diese Diskussion ausgelöst hat, hat übrigens exakt den gleichen Kommentar drüben beim Ultes hinterlassen. Dies und die Tatsache, dass er sich offensichtlich nicht weiter an der Diskussion beteiligt hat, legt doch sehr den Verdacht nahe, dass es sich um einen, der sog. Trolle, welche “mit ihren Beiträgen in der Regel provozieren wollen und nicht an einer ernsthaften, der Netiquette gerecht werdenden Diskussion interessiert sind” gehandelt hat.
@ CharlesIWeincasting
Ich glaube eigentlich nicht, dass es sich hier um einen Troll handelt. beim ULtes hat er schon øfter kommentiert, immer sachlich. Aber es ist schon sehr schade, dass er sich an der Diskussion hier nicht beteiligt. Das sagt ja aber auch schon sehr viel…
Entspannt euch! Vielleicht sieht der Diskussionsauslöser das Thema wesentlich gelassener, als ihr glaubt.
Zur Information: Der Verfasser des auslösenden Kommentares hat sich bei mir gemeldet und angekündigt, dass er sich demnächst auch in diese Diskussion einklinken wird. Das finde ich sehr gut.
Ich finde es a) witzig und finde die Ironie und den Humor des B-xxx-warts richtig gut- weiter so ! LG aus HH
Ich habe mal im Führungstraining einen guten Satz gelernt: “Entscheiden ist nicht, wie man etwas meint, sondern, wie es beim anderen ankommt.” Das ist hier das Problem. Es ist schon wahr, dass wir Demokraten inzwischen unverkrampfter mit solchen Dingen umgehen können/sollten. Aber es ist auch nicht ganz unverständlich, wenn jemand ein persönliches Problem damit hat.
In dem Zusammenhang mit der Sprache empfehle ich einmal wieder in das Buch LTI von Victor Klemperer zu schauen
http://de.wikipedia.org/wiki/LTI_%E2%80%93_Notizbuch_eines_Philologen
Hier ein kleiner Auszug:
http://www.muz-online.de/sprache/lti.html
Darf ich als “Troll” auch noch mal was dazu sagen ?
Der Eine ist mit seiner Wortwahl bewußt satirisch, der Andere bewußt spaltend – diese Diskussion gibt mir Recht.
Ist es nicht richtig und wichtig sich Gedanken zu machen, wie wir uns ausdrücken, welche Worte wir wählen ?
Bei einigen Antworten scheint mir diese Frage obsolet, ist doch der Kritiker bei vielen Menschen immer grundsätzlich in der Schusslinie. Damit kann ich umgehen – solang darüber geredet wird !
In einer Demokratie darf ich sagen, was mir nicht gefällt !
Darf ich ?
Nö !
Kritik ist nur zulässig, wenn sie den eigenen Standpunkt nicht überschreitet.
Denkanstösse sind wichtig !
Mir persönlich geht es schon lange auf die Nerven, dass unter dem Deckmäntelchen von Kunst, Literatur und Comedy heutzutage alles erlaubt ist und alles weggelacht werden soll. Respekt und Toleranz geht dabei zumeist unter.
Jeder Fliegenfranz macht den Affen auf irgendeiner Bühne mit zweitklassigen Witzen, drittklassige “Literaten” stürmen die Charts und Blogger wollen alles auf einmal – Witz, Satire, Information und bei allem natürlich Authenzität.
Lachen kann man und sollte man über viele Dinge, doch scheint mir, dass heute die Hemmschwelle auf Laminathöhe gesetzt wird.
Flach kommt gut – versteht ja auch jeder.
Aber nicht jeder denkt darüber nach !
Keine Zukunft ohne Vergangenheit.
Und in diesem Zusammenhang nehme ich den Vorwurf der schlechten Geschichtskenntnis den ich gegen Dirk Würtz erhoben habe gerne wieder zurück und entschuldige mich dafür.
Dass das Thema an sich aufgegriffen wurde, freut mich sehr.
Diese Diskussion zeigt, dass Vergessen und Verlachen groß geschrieben wird. Vielleicht trägt doch die Satire und sei sie noch so profan, zur Erinnerung bei.
Demokratie ist jedenfalls nicht nur reine Meinungsäusserung, sondern erfordert Mitdenken, Abwägen, Vergleichen und eben NICHT VERGESSEN.
Und jetzt trolle ich mich mal wieder…
@Weinkaiser! Bravo!
Gut, Michael Rosenthal ist kein Troll. Aber auch in seinem neuen Kommentar stecken, in jeder Hinsicht, zu viele Ausrufezeichen.
@Charles
Und was soll uns das jetzt sagen ?
Zählen scheint bei Ihnen ja zu funktionieren, doch einen nennenswert aussagekräftigen Beitrag zum Thema können Sie anscheinend nicht beisteuern.
Schade ! Denn wer mich schon als “Troll” bezeichnet und die “Netiquette” anführt, sollte doch Willens und in der Lage sein, auch intellektuelle Kommentare, statt bloßer “Schieberei” zu formulieren. Oder ?
@michael rosenthal
grübel, grübel ….
also so richtig schlau werde ich nicht aus dem, was michael rosenthal so sagt oder sagen will …..
vielleicht fehlt mir der intellekt dazu …
aber es ist immer ein wenig reizend
wenn im reiz die würze liegen soll, dann passt es allerdings
prost
@Michael Rosenthal
Sicher, mein Kommentar mag Mängel an epischer Bandbreite haben, aber sollte doch durchaus genügend Tiefgang besitzen, um verstanden zu werden. So man denn überhaupt will. Bei der von ihnen angemahnten intellektuellen Tiefe, habe ich allerdings die Befürchtung nicht mithalten zu können. Darum halte ich mich lieber an Sloterdijk: „Balance üben heißt keinem notwendigen Kampf ausweichen, keinen überflüssigen provozieren.“
@Charles
Der “Tiefgang” respektive Tiefpunkt ist Ihnen in dieser Diskussion trefflich gelungen ! Und das – entgegen des Zitats – mit unausbalancierter Provokation.
Immer wieder nett diese “Gutmenschen”, die das große Schild “DAGEGEN” auf der Stirn tragen, ohne je einen qualifizierten Beitrag zu einer Diskussion geprägt zu haben.
Das ist dann Pöbelei auf Stammtischniveau – überall mitschimpfen, aber öffentlich keine Stellung einnehmen.
@Dirk Würtz
Etwas Wichtiges hätte ich beinahe noch vergessen.
In meinen Augen ist es keinesfalls so, daß diejenigen verantwortlich sind für Nazi-Parolen, die betroffen den Finger heben.
Es geht auch nicht um Denkverbote – im Gegenteil.
Es geht nicht um Verbote Worte zu benutzen, die nazistisch behaftet sind.
Es geht um das Verständnis beim Empfänger (ohne den hier Lesenden etwas zu unterstellen).
Das rechte Lager hat nur deswegen Konjunktur, weil es eben aufbaut auf Unkenntnis, weil es populistisch Themen aufgreift und auch weil es Geschehnisse verharmlost.
Ich mahne gegen Verharmlosung, plädiere für fundierte Argumente, denn nur so kann den Fängern im rechten Lager begegnet werden.
Nichts gegen den intellektuellen Ansatz dem Nationalsozialismus satirisch entgegenzuwirken, aber in meinen Augen wird damit die Verharmlosung nur vorangetrieben.
In unserer Mitbevölkerung wird nicht nur FAZ, Spiegel oder Handelsblatt gelesen. Wir essen was uns schadet, kaufen ein bei Ketten, die ihren Angestellten schaden, trinken billigsten Wein (nicht in dieser Gruppe) und beschweren uns über die armen Milchbauern.
Und wir wundern uns. Wir wundern uns darüber, daß wir nicht einer Meinung sind.
Die Dummen sind immer nur die Anderen,
auch die Alten sind immer die Anderen.
Aber verstehen müssen alle das, was man gerade zum Ausdruck bringen will. Dann wird gern wieder an den gesunden Menschenverstand appelliert und ein Mitdenken vorausgesetzt.
So einfach ist es leider nicht.
Deswegen prangere ich eine Wortwahl für die Breite an, die Wissen, Intellekt und Humor bedingt, welche in der Masse nicht vorhanden sind.
Lieber stehe ich als mahnender Troll da, argumentiere gegen neonazionale Rattenfänger, als mir irgendwann einmal nachsagen zu lassen, ich hätte die Dinge doch auch nur verharmlost.
@Michael Rosenthal
Sie haben recht, sie sind tatsächlich ein Troll. Und einer der sich gerne über andere stellt.
@Charles
Immer noch angreifend und immer noch nichts zum Thema ?
*lach*