…das “Taliban-Aussteigerprogramm” hilft. Was das genau ist, kann man hier nachlesen. Sage und schreibe 50 Millionen Euro sollen in dieses Programm fließen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen…
Als ich diese Meldung gestern hörte, war mein erster Gedanke: “Bart wachsen lassen, 50 Gasflaschen kaufen und das nächste Video im “Osama Bin Laden Outfit” drehen. Dazu einige wüste Drohungen aussprechen (natürlich nicht ernst gemeint). Direkt nach der Ausstrahlung des Videos dann den BND, das BKA oder wer auch immer für sowas zuständig ist anrufen und erklären: “Ich steige aus, wohin soll ich meine Kontonummer mailen?” Ist das so gedacht? Oder eher so, wie Henryk M. Broder es heute hier in einem offenen Brief an den Guido Westerwelle schreibt? Was machen denn die Ex-Taliban dann mit dem Geld? In die Infrarstruktur des Landes investieren? Neue Mohn-Plantagen anlegen?
Muss ich so was eigentlich verstehen? Haben wir keine dringlicheren Probleme? Könnte man 50 Millionen nicht in etwas “unwichtigeres” investieren? Bildung zum Beispiel? Was zum Teufel haben unserer Steuergelder in einem Aussteigerprogramm für Taliban zu suchen. Wer sich das ausgedacht hat, sollte bitte schnellstmöglichst auch in ein Aussteigerprogramm. Und zwar in das für “fehlgeleitet Berufspolitiker”.
Die Taliban zahlen politisch und religiös gemäßigten Arbeitslosen Afghanen nach Presseberichten 60$ Monatslohn für das Kämpfen (u.a. gegen Deutsche Soldaten). Was ist denn so dumm daran, darüber öffentlich nachzudenken, denselben Kräften 65$ dafür zu bezahlen, dass sie nicht kämpfen? Mich stören diese laut herbeigezeterten Denkverbote. Was qualifiziert den Gau-Odernheimer Winzer für so eine heftige Replik? Insiderwissen? Dann her damit.
@Peter
Den Gau-Odernheimer Weinmacher qualifiziert für eine derartige Replik folgendes:
1. Er ist Steuerzahler
2. Er hat ein Recht auf freie Meinungsäußerung
3. Er hat nachgedacht und kommt – immer wieder – zu seinem persönlichen Urteil, dass unsere durch Steuergelder finanzierte Bundeswehr überhaupt nichts in Afghanistan zu suchen hat
4. Er ist überhaupt nicht gegen Denkverbote, deswegen auch dieses Posting
5. Er hat es satt sich von inkompetenten “Nimmdudenjobichwillihnnichtministern” für dumm verkaufen zu lassen
6. Er ist ein politisch denkendes Wesen und überzeugt davon, dass diese 50 Millionen Euro wesentlich besser eingesetzt werden können. Und zwar hier bei uns!
7. Er zweifelt ganz stark an, dass dieses Geld überhaupt bei den “unterbezahlten Aushilfstalibankämpfern” ankommt
Und was passiert wenn der nächste dann 70 Dollar bezahlt? Sorry, mal abgesehen davon, dass die Frage nach “meiner Qualifikation” sagen wir mal ebenso polemisch ist, finde ich es absolut absurd, in einen Bieterstreit mit diesen bescheuerten Terroristen einzutreten…
Mal weg vom Populismus, Herr Blogggwart!
Welche Erfolge konnten die die vergangenen Strategien denn aufzeigen?
Für wen hat sich denn die Lage in Afghanistan gebessert?
Ist ein Ende dieses Einsatz in Sicht?
Grundsätzlich bin ich der Meinung schon immer, dass wir dort nichts zu suchen haben. Die wirklichen Taliban haben Zeit und verschanzen sich solange in Pakistan bis eben den westlichen Mächten das Geld ausgeht und sie wieder abziehen. Ähnlich Vietnam.
So, also wir gehen davon aus das die Demokratisierung diesem Land nichts bringt! Wir gehen davon aus, dass eine ewige millitärische Besatzung viel mehr Steuergelder frißt und auch keine Ergebnis bringt!
Was bleibt also übrig? Strategie überdenken!
Schauen wir uns doch mal die gesellschaftlichen Strukturen an, warum den die wirklichen Taliban in der Gesellschaft soviel Unterstützung erfahren.Genau! Weil, ähnlich wie die Cosa Nostra in Palermo, die Taliban die breite Sympathisantenmasse mit Kohle unterstützen. Weil eben die Mohnfelder und der von Taliban, aber auch von Kurden in Nordafghanistan, kontrollierter Drogenhandel überlebenswichtig sind! Denn aus Ideologie handelt der einfache afghanische Bauer bestimmt nicht, da ist das Bildungsniveau dann leider doch zu gering. Der afghanische Bauer handelt, weil er nix zu fressen hat. Hier haben die Taliban also eine Art Robin Hood Mentalität und Agenda geschaffen. Nehmt es von den Imperalisten und gebt es dem Heroin Bauern!
Wie kann man also den Taliban den Boden unter den Füßen wegziehen? Wenn die finanzielle Unterstützung der Taliban kein Gewicht mehr hat!
Wenn der Ernährer der breiten Bevölkerungsmasse nicht mehr der Warlord ist, dann entzieht es ihm die Daseinsberechtigung!
Denn der Warlord wird bestimmt nicht wegen seiner humanen Regierungsart der Vorimperialistischen Zeit geliebt!
Ich sehe hier einen interessanten Ansatzpunkt! Entweder wir verlassen das Land von heute auf morgen oder wir fühlen uns der Staatengemeinschaft verpflichtet und suchen endlich einen einzigen Ausweg aus der Absurdität Afghanistan: “Money talks!”
Übrigens, es ist blanker Populismus, dass die “gemäßigten” Taliban einfach Kohle in die Hand gedrückt bekommen! Es soll eine Verwaltungstelle ins Leben gerufen werden, die diese Gelder als Kleinkredite für Bauern oder größere Wirtschaftsprojekte verteilen, bzw. Schutzmaßnahmen für ausgestiegen Taliban einrichten etc..
Ich finde diesen ganzen Einsatz absurd, aber irgendeinen Ansatzpunkt sollte es geben, der einigermaßen Sinn macht und alle bisherigen Taten es nicht!
Mich wundert es, dass gerade Sozialdemokraten sich am meisten darüber aufregen, waren sie es doch die uns nach Afghanistan und auch subtil in den Irak in Form des BND geschickt haben?!
Schmunzel
der Direttore
@Direttore
Ein wenig Populismus schadet nie, das weißt Du als Politiker doch am Besten! Ich spreche hier nicht als Sozialdemokrat, sondern als Bürger dieses Landes. Und als solcher erhebe ich meine Stimme. Auch wenn es den Damen und Herren nicht gefällt. Die haben es nämlich am Liebsten, dass man seine Stimme nur einmal erhebt und weggibt – bei der Wahl. Danach hat man gefälligst die Klappe zu halten. Das habe ich übrigens gerade hier im Ort – also nicht in der großen Politik – erlebt. Mir ist schon klar, dass es immer nach der Devise geht: “Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing”. Das ist aber in diesem Fall für mich nicht der richtige Ansatzpunkt. Diese Spirale in Afghanistan wird sich immer weiter drehen. Egal ob du denen Geld gibst, oder eben nicht. Natürlich weiß ich auch um die Verantwortung im internationalen Staatenbund. Verantwortung kann man aber nur dann übernehmen, wenn man daheim möglichst alles in Schuß hat. Und da liegt der Hase begraben. Wir haben genug Hausaufgaben hier zu erledigen, da können wir nicht auch noch die von weiland Bush jun. übernehmen.
Du hast völlig Recht: Der ganze Einsatz ist absurd!
das geld wird direkt an herrn karsai weitergeleitet. der ist doch in einer einzigartig demokratischen wahl vom volk gewählt worden … und sein bruder ist doch taliban (oder besser: warlord), der wird doch genug aussteiger rekrutieren können. das ist ein nettes zubrot für die magere mohnernte ….
Bwaha! Die gleichen Tüpen die das verantworten streichen hier massiv die Aussteigerprogramme für die Rechte Szene zusammen. Sonst noch Fragen, Herr Kienzle?
Und dann erinnere ich mich an das Buch “Lachsfischen im Jemen” wo die britische Regierung kurzfristig eine Lachsprojekt im Jemen unterstützt um auch mal was positives aus dem mittleren Osten vermelden zu können. Und der Pressesprecher der Regierung hat dann zusätzlich die Idee, einen eigenen Fernsehsender für die Irakis etc. zu gründen auf dem die ganze Zeit Quizsendungen laufen wo die Leute dann Waschmaschinen, Trockner und Klimaschränke gewinnen können. Weil, wer Trockner im Keller hat bombt nicht mehr. Das ist absurd witzig und die Westerwelle erinnert mich genau daran.
jepp! 50 Millionen Euro als Eintrittspreis für eine Politsatire ist mir ganz persönlich ein wenig zu teuer.
(immerhin scheint in diesem Fall das Publikum der Show ein wenig distanzierter entgegenzutreten – die Mehrheit der Bevölkerung ist ohnehin gegen den Krieg und die Mövenpickpartei sinkt unter 10 % …..)
prost
Hoffentlich
heute nacht hatte ich einen traum:
da waren zwei menschen auf dem golfplatz, einer war ein löwenpicker und der andere osterweller. der löwenpicker gab den osterweller geld, damit der was gutes für ihn tut. ein kleines geschenk halt, nichts verbotenes halt, weil osterweller ja kein beamter war. niemand würde dazu solch ärgerliche worte wie ‘korruption’ benutzen.
als oesterweller dann mal auf abenteuerreisen war, fiel im das golfplatztreffen ein. mit ein wenig geld könnte man doch auch den gefährlichen räubern entgegenkommen. beim golfplatztreffen hat das ja gut geklappt. das muss ja eine richtig tolle methode sein . also besorgt er sich von seiner freundin in berlin das geld und …..
naja, da bin ich aufgewacht.
irgendwie kam im traum aber noch eine fahne vor. schwarz und rot waren die farben und mitten drin eine gelbe banane …
ich geh mal zum traumdeuter und frag ihn, wieviel wahrheit in dem traum steckt …
prost
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Christian Sedlak, Peer Fink erwähnt. Peer Fink sagte: Einfach Geld verdienen? Kein Problem… « Würtz-Wein: Die Taliban zahlen politisch und religiös gemäßigten Arbeitslo… http://bit.ly/bxMvWg [...]