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Ärgernis der Woche

Wie immer von unserem Dr. Motz und wie könnte es anders sein. Es geht um den Klimagipfel in Kopenhagen und den Inselstaat Tuvalu.

Waren Sie schon einmal in Tuvalu? Sie kennen Tuvalu gar nicht? Nicht so schlimm, mir ging es bis eben auch so. Jetzt habe ich mich schlau gemacht: Tuvalu liegt im Südwesten des Pazifischen Ozeans, östlich von Papua-Neuguinea und nördlich von Neuseeland. Tuvalu ist mit 26 qkm nach dem Vatikan (0,44), Monaco (1,95) und Nauru (21,0) der viertkleinste Staat der Welt. Tuvalu ist seit 1978 unabhängig und trat im Jahr 2000 den Vereinten Nationen bei. Wörtlich übersetzt heißt Tuvalu „acht Inseln“ und ist eine parlamentarische Monarchie, deren Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II. ist. Tuvalu hat 12 177 Einwohner (Stand: Juli 2008), eine eigene Nationalhymne und die Telefonvorwahl +688. Aber das alles braucht sich niemand zu merken, denn Tuvalu ist bald Geschichte. Wer einmal nach Tuvalu möchte, der muss sich beeilen. Durch den Anstieg des Meeresspiegels ist der Inselstaat, dessen höchste Erhebung fünf Meter darüber liegt, im wörtlichsten Sinne dem Untergang geweiht. Kleiner Trost: Selbst der angestrebte Zwei-Grad-Kompromiss auf dem Klima-Gipfel hätte daran auf Dauer nichts ändern können. Aber nicht einmal darauf konnten sich die Teilnehmer in Kopenhagen bekanntlich einigen. Tuvalu wird über kurz oder lang von der Landkarte verschwinden und wir alle tragen ein Stück Verantwortung dafür. Um mein eigenes Gewissen zu beruhigen, würde ich mir wünschen, ich hätte nie etwas von Tuvalu gehört. Aber dafür ist es jetzt zu spät.

4 Kommentare zu “Ärgernis der Woche

  • Biene

    Ich stelle mir vor, ich säße hier in meinem Zuhause und wüsste, genau dieses ZUhause und meine ganze Heimat werden igendwann in nicht allzu ferner Zukunft einfach weg sein, unter Wasser, und ICH könnte nichts dagegen tun……… Bedrückend………. Ich mache jetzt erst’mal das Licht im Zimmer nebenan, in dem ich gar nicht sitze, aus und stelle das Warmwasser ein Grad kälter.

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  • Christian G.E. Schiller

    Gut dass es auch hier in Deutschland endlich ankommt, wie ohnmeachtig die Deutschen mit Ihrer Klimapolitik sind. Global warming ist ein globales Problem. Andere Menschen auf diesem Planeten haben voellig andere Interessen als die Deutschen. Den Chinesen und auch den Afrikanern etwas ist voellig egal ob Tuvalo oder auch die Niederlande untergeht, oder ob in der Bourgogne kein Pinot Noir mehr angebaut weren kann, die wollen jetzt alle erstmal das, was Europa die letzten 100 Jahre schon gehabt hat. Was in Kopenhagen rausgekommen ist, mag ein Aergernis fuer die Deutschen sein, aber viele andere Mitbuerger — die Mehrheit — auf dem Planeten sind damit sehr zufrieden. Wenn die Deutschen sich durchgesetzt haetten, waere es ein Aergernis fuer sie gewesen. Was folgt ist, der Klimawandel wird stattfinden und die Buerger dieses Planeten werden sich darauf einstellen muessen. Es wird Gewinner und Verlieren geben. Cheers. Christian Schiller

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  • Friedrich Bolle

    Ob der scheinbare Erfolg der Chinesen in Flopenhagen nicht doch ein Pyrrhus Sieg war Trinkwasser zu über 50% nicht mehr nutzbar, rapider Anstieg von Atemerkrankungen..ein paar Besuche in Peking und/oder Shanghai und man bekommt Asthma :-) . Vom BIP Wachstum von 10 % p.a. verbleiben nach Abzug der Umweltschäden nur 1 bis 2% real…
    Und dann noch der zunehmende Wassermangel, sprich längere Trockenzeiten (aufgrund geringerer Wassermengen im Himalaya)
    Vielleicht sollten die Chinesen sich einmal die Geschichte vom Hasen und dem Swinegel anschauen……

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