Es ist einfach nur traurig. 25.700 Menschen im Alter zwischen zehn(!) und 20 Jahren wurden im Jahr 2008 aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums in Krankenhäuser gebracht. Das sind elf Prozent mehr als 2007.Die Zahlen steigen, das Einstiegsalter sinkt immer weiter. Das ist eine alarmierende und schockierende Tendenz. Dabei stieg die Zahl der zehn bis 14 jährigen Mädchen alleine um 22 Prozent an. Zehn Jahre, unfassbar! Was läuft da bloß schief? Wo sind die Eltern, wo die Schulen und wo die sozialen Einrichtungen? Warum gibt es keine vernünftige Beratung? Wo ist die Prävention? Schon meldet sich wieder der Hamburger Wissenschaftler Michael Adams und fordert eine höhere Steuer auf Alkohol. Hier ein Zitat vom ihm bei ZDF heute: “Das ist der beste Weg, die Kinder und Jugendlichen zu schützen”, sagt Adams, der an der Universität Hamburg das Institut für Recht der Wirtschaft leitet, im Gespräch mit heute.de. Längst sei bewiesen, dass höhere Preise die Nachfrage senken. “Eine Steuererhöhung hilft, dass Kinder nicht mehr länger wie Wegwerfartikel behandelt und schutzlos dem Alkohol überlassen werden.”
Diesem Gedankengang kann man gar nicht vehement genug widersprechen. Höhere Steuern nützen gar nichts. Hier handelt es sich um ein gesellschaftspolitisches und nicht um ein pekuniäres Problem. Die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP) ist zum Glück bisher auf das Steuerargument nicht eingegangen. Sie hat vielmehr erkannt, dass die bisherigen Präventationsmaßnahmen unzureichend sind. Sie hält eine stärkere Förderung der Alkoholpräventation an Schulen und die bessere Einbeziehung der Eltern in dieses Thema für wichtig. Endlich mal was sinnvolles zu dem Thema. Was Kinder brauchen sind Vorbilder. Und ganz ehrlich, daran scheitert es doch schon in den meisten Fällen. Das TV taugt nicht als Erziehungsberechtigter. Auch wenn es bequem erscheint.
Sollte dieses unsägliche “Steuererhöhungsgeschrei” wieder losgehen, werden wir wieder eine Kampagne gegen eine derartige Steuer ins Leben rufen!
Die MASTER FRAGE ist doch: WO SIND DIE ELTERN.
Das ist alles eine Sache der Erziehung.
Hmm, ich weiß nicht, mir geht das zu schnell und zu einfach. Ich habe auch kein endloses Budget für Wein, vermutlich sogar ein kleineres als die allermeisten, die sich im Netz dazu zu Wort melden, und höhere Alkoholsteuern täten mir unmittelbar weh. Deswegen hoffe ich, dass es sie nicht geben wird. Sein Eigeninteresse darf man auch ehrlich vertreten. Aber muss man immer gleich den ganz großen “Keine Steuern!” und “Gesellschaftspolitik!”-Knüppel rausholen? Es gibt kein effektiveres Mittel, jemanden zu etwas zu bringen oder von etwas abzuhalten als den Geldbeutel, da beißt die Maus keinen Faden ab. Ich glaube diese Diskussion braucht mehr Ehrlichkeit und Zu-Ende-Denken von Forderungen. Gegen Suchtprävention hat sicher niemand etwas einzuwenden, aber ein zusätzlicher Schulpsychologe, mehr Streifenpolizisten, mehr Sachberarbeiter im Jugendamt, die wollen – unverschämt wie sie sind – auch Gehälter haben. Und die kann ein ausgebluteter Staat nicht zahlen, weil Beiträge wie der hier ihn als Raub- und Verschwendungsorgan darstellen, vor dem man sein gutes Geld mit Zähnen und Klauen verteidigen muss.
Sicherlich ist die Frage von Mac berechtigt. Wo sind die Eltern? Aber schauen wir uns doch mal den durchschnittlichen Arbeitnehmer an. Da hält man Anfahrtswege zur Arbeit von 100km für zumutbar, Zweitjobs für Normalität.Dann soll er sich natürlich noch sozial für die Gesellschaft einbringen, Sport treiben um seine Arbeitskraft zu erhalten und die notleidenden Kassen zu entlasten und natürlich dafür sorgen daß seine Kinder morgens pünktlich zur Schule erscheinen, ansonsten drohen ja bekanntlich Ordnungsstrafen.Die bei unserem braven Arbeitnehmer gerne auch vollstreckt werden und können. usw. usw.
Ich glaube es ist eher ein gesellschaftliches Problem. Solange Milliarden zur Rettung von Banken ausgegeben werden aber kein Geld für Ganztagsschulen vorhanden ist sind die Prioritäten dieser und aller vorangegangenen Regierungen klar aufgezeigt.Aber wir haben ja jetzt eine neu Ministerin für Familie,Bildung und TRALLALA………… die wird bestimmt was ändern.
Ich hab’s in diesem Zusammenhang und zu zahllosen anderen Gelegenheiten schon so oft gesagt und geschrieben: Die quasi reflexartige Forderung nach einer Anhebung des Preises für das, was man unterdrücken will, nach schärferen Gesetzen, höheren Strafen oder konsequenterer Bestrafung ist der größte Quatsch, den man hier produzieren kann: teuer und nutzlos (mal ganz abgesehen davon, dass wir uns dann auf der anderen Seite lautstark darüber aufregen, wenn diejenigen, die das Böse verfolgen sollen, schließlich auch noch die dafür erforderlichen Befugnisse und Mittel fordern). Das einzige, was hier wirklich Sinn bringt, ist Kinder stark zu machen, ihnen ein gesundes Selbstbewusstsein, soziale und Handlungskompetenz und ein zuverlässiges Nest zu geben, ein Umfeld, auf das sie sich verlassen können. Und da braucht keiner von uns nach irgendwelchen von Berufs oder Funktion wegen Zuständigen zu rufen und sämtliche eigene Verantwortung von sich zu streifen. Hier kann jeder seinen Teil beitragen – der eine mehr, der andere weniger, aber ein kleines bisschen Gefühl und Verantwortung für die, die uns nachfolgen, geppaart mit einem kleinen bisschen Engagement kann Vieles möglich machen.
also das mit dem ‘zuverlässigen Nest’ scheint mir auch das beste heilmittel zu sein.
das würde bedeuten: jeder familie arbeit und auskommen – aber mindestens ein kleines stückchen über der armutsgrenze!
aussicht auf arbeit für jugendliche!
das wäre eine lebensperspektive, die nicht so frustig ist.
aber so lange, wie der abbau von arbeitsplätzen an die höhe der renditen gekoppelt ist, wird sich wohl nichts ändern.
ich glaube alle anderen medikamente sind teuer und nutzlos.
Um den Trend Komasaufen zu stoppen bedarf es mehrerer Faktoren, zum einen die Eltern die ihre Vorbildfunktion wahren sowie das Familienleben so intensiv wie möglich gestalten müssen und zum anderen der Staat der nicht nur halbherzige Aktionen ins Leben rufen sollte sondern Alkoholwerbung einschränken und den Zugang zum Alk reduzieren sollte. Zu guterletzt muss das Zusammenspiel zwischen Schule und Eltern verbessert werden.