Natamycin und kein Ende

Was für ein Thema. Natamycin… So langsam aber sicher beschleicht mich das Gefühl das alleine schon bei der Definition was Natamycin eigentlich ist, Welten aufeinandertreffen. Die Pharmazeuten diskutieren mit den Mikrobiologen und jeder hat eine eigene Definition. Dabei gibt es doch eine viel spannendere Frage. Diese Frage lautet, wie kommt dieses Zeug in den Wein und warum wird darum so ein Riesentheater veranstaltet. Fangen wir mit letzterem an. Die Menge Natamycin, die man im südafrikanischen Wein festgestellt hat, geht bis maximal 16 Mikrogramm pro Liter. Zum Vergleich: Käse darf in Europa eine tausendfach höhere Menge dieses Stoffes enthalten. Hier also von einem nennenswerten Fund zu sprechen ist schon etwas überzogen. Das Ganze bewegt sich nahe an der Grenze der Feststellbarkeit. Mit der Schlagzeile “Antibiotikum im Wein” hat das kaum noch etwas zu tun.

Wie aber kommt denn nun dieses Natamycin in den Wein. Es handelt sich bei den südafrikanischen Weinen wohl um Weine mit Restsüße. Da kaum anzunehmen ist, dass diese Weine in der Gärung gestopt wurden, kann man wohl davon ausgehen, dass sie durch die Zugabe von Süßreserve oder Traubenmostkonzentrat im Restzuckergehalt angehoben wurden. Bei der Herstellung dieser Süßreserve oder des Konzentrats könnte durchaus Natamycin als Stabilisator zum Einsatz gekommen sein. “Könnte” wohlgemerkt, “muß” aber nicht unbedingt so gewesen sein. Sollte das allerdings der Fall gewesen sein, dann wäre die spannende Frage woher das Traubenmostkonzentrat kam.

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