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Weinland Südafrika – Fakten

Eigentlich wollten wir ja in unserer Südafrika Rubrik als nächstes über die Rebsorte Sauvignon Blanc berichten. Da wir aber beschlossen haben, daraus ein schönes Video zu machen, widmen wir uns in unserem heutigen Beitrag zunächst einigen Fakten und Zahlen zu dem Weinbauland Südafrika.369Seit dem politischen Umschwung 1994 hat sich der Weinbau zu einem ernstzunehmenden und schnell wachsenden Wirtschaftszweig des Landes entwickelt. Die Exportmenge hat sich verzehnfacht, die Rebfläche ist auf ungefähr 100.000 Hektar angestiegen. Beeindruckend hierbei ist die Tatsache, dass nicht wild und planlos neue Rebflächen angelegt wurden, sondern das Ganze mit Sinn und Verstand durchgeführt wurde. Qualität statt Masse war und ist hier die Devise. Dies ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass das Land mit seinen knappen Wasserressourcen sparsam umgehen und strenge Vorgaben von Naturschützern einhalten muss. Zur Zeit gibt es in Südafrika 481 private Kellereien, 59 Genossenschaften, die KWV, zwei Dutzend Großhändler, die Trauben zu Wein verarbeiten und knapp 4.000 traubenerzeugende Landwirte. Diese Betriebe arbeiten in fünf Regionen und 21 Bereichen (districts). Bei den Regionen handelt es sich um Coastal Region, Olifants River, Little Karoo, Breede River Valley und Boberg (nur für Dessertweine von Paarl + Tulbagh). Seit 1972 gibt es eine Echtheits- und Ursprungsgarantie für südafrikanische Weine, die sogenannte “Wines of Origin”.  Die “Garantie” umfasst die Traubensorte, den Jahrgang und die Herkunft. Alle Weine haben eine Kontroll- u. Identifikationsnummer. Kontrolliert wird das Ganze durch das Wine and Spirit Board, welches dem Landwirtschaftsministerium untergeordnet ist. Der Weißwein dominiert noch den Anbau. 55 Prozent der Rebfläche ist mit Weißweinsorten bestockt, 45 Prozent mit den roten. Bis vor einigen Jahren dominierten die weißen Rebsorten mit nahezu 75 Prozent den Weinanbau, in jüngster Zeit gab es hier aber eine deutliche Verschiebung zu Gunsten der Rotweinsorten. Dieser Umstand ist eine Reaktion auf die deutlich gestiegene Nachfrage insbesondere der “internationalen Rebsorten” Shiraz und Cabernet Sauvignon. Ganz deutlich im Trend liegt aber auch der in Südafrika heimische Pinotage. Diese Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsault entwickelt sich mehr und mehr zu einer wichtigen “Leitrebsorte” (auch wenn ich sie überhaupt gar nicht mag…). Bei den Weissweinen ist der Chenin Blanc der Spitzenreiter, gefolgt vom Chardonnay und dem Sauvignon Blanc (den mag ich wiederum ganz besonders…).

Der große Erfolg der südafrikanischen Weine liegt im Export. Aktuell werden rund 400 Millionen Liter Wein weltweit exportiert. Das ist mehr als die Hälfte der Gesamtproduktion des Landes. Stärkster und wichtigster Exportmarkt ist England, gefolgt von Deutschland (!). Im Vergleich zu 2007 stieg alleine im Jahr 2008 der südafrikanische Weinexport nach Deutschland um mehr als 13 Prozent. Ein Ende dieses Trends ist dabei nicht in Sicht.

copyright Fotos: Wines of South Africa (WOSA)

Kleine Anmerkung: Bei den Regionen hat sich ein Fehler eingeschlichen, den ich gerade korrigiert habe

4 Kommentare zu “Weinland Südafrika – Fakten

  • Pingback: Tweets die Weinland Südafrika – Fakten « Würtz-Wein erwähnt -- Topsy.com

  • pivu

    Na ob der Pinotage wirklich so im Trend liegt, glaub ich eher nicht. Eher das Gegenteil würd’ ich vermuten. Und grauslich find ich ihn genauso.

    @pivu

    Die WOSA sagt, das Pinotage die drittwichtigste rote Rebsorte sei. Ich finde ihn meistens untrinkbar.

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  • Mario Scheuermann

    Mit der Sorte Pinotage ist das so eine Sache. Mal ganz unabhängig davon ob man sie persönlich mag oder nicht. Fakt ist, dass die Südafrikaner sich bemühen ihr altes, von Viren verseuchtes Rebmaterial zu roden und nach und nach durch neue virenfreie Klone zu ersetzen. Deshalb ist die Fläche jetzt erstmal etwas rückläufig. Zum anderen hat sich dadurch aber die Qualität des Pinotage verbessert. Man durchaus von einer neuen Generation des Pinotage sprechen und diese Weine werden durchaus in Südafrika vermehrt produziert und von den Weinfreunden auch goutiert. Von einem Trend zu sprechen wär mir persönlich noch etwas verfrüht. Vielleicht tendiert der Pinotage langfristig auch nur in eine Nische für wenige Spezialisten oder er verschwindet in den Cape Blends.

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  • jan schmidtborn

    Pinotage liegt meiner Meinung nach (noch) nicht im Trend, aber seine Berechtigung hat er auf alle Fälle! Der Pinotage ist ein Wein der sehr stark polarisiert: entweder man mag ihn nicht oder man mag ihn!
    Dass so viele Weintrinker einen großen Bogen um den Pinotage machen liegt wohl v.a. daran, dass es so viele grottenschlechte von der Sorte gibt.
    Die mangelnden (teilweise fehlerhafte) Qualitäten hängen in der Tat wohl zusammen mit dem weit verbreitetem Virenbefall, aber meiner Meinung nach kommen Felaromen wie Nagellackentferner und Schuhcreme auch dadurch zu Stande, dass der Pinotage oftmals auch überextrahiert wird. Der Kreuzungspartner Cinsault ist eben “nur” ein Massenbringer.
    Wenige Weingüter verstehen es tolle Pinotage im Premiumbereich auszubauen (z.B. Kanonkop und l’Avenir) aber es gibt auch eine ganze Menge Einstiegspinotage, die das typische Aroma entfalten – die nenne ich hier lieber nicht, sonst wäre es Werbung in eigener Sache. ;-)

    Beste Grüße aus Südafrika,

    Jan

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