Alles über Wein und den Rest der Welt…

Gibt es einen Bloggercodex?

Die Frage stelle ich mir immer wieder und ich komme zu keiner eindeutigen Antwort.

Schon lange überlege ich mir, ob es unter Umständen nützlich wäre einen “Codex” für Weinblogger zu erstellen. In der Regel verliere ich dieses Thema dann ganz schnell wieder aus den Augen. In den vergangenen drei Tagen war es allerdings sehr präsent. Der Auslöser war, wie könnte es anders sein, der neue Gault Millau. Durch eine Panne, vielleicht war es ja auch eine Schlamperei, kam das Buch trotz Sperrvermerk vereinzelt in den Handel und damit natürlich auch zu den Weinbloggern und sicherlich auch zu einigen Journalisten. Da war natürlich die Versuchung groß darüber zu schreiben, respektive zu bloggen. Journalisten nehme ich aus den nachfolgenden Überlegungen ausdrücklich aus, die sollten sich ja von Berufswegen an Sperrfristen halten.

Natürlich ist die Versuchung groß, Sperrfrist hin oder her, sich sofort dieses Themas öffentlich auf dem eigenen Blog anzunehmen. Schließlich war und ist das ja der “Aufreger” in diesem Jahr in der Weinszene. Warum sollten sich denn auch private Weinblogger von so etwas wie einer “Sperrfrist” abhalten lassen, schließlich ist ein Blog ja eine Privatsache. Wenn es das Buch früher gibt, warum auch immer, dann kann man ja auch darüber berichten.

Ganz ehrlich, ich sehe das ein wenig anders!

Wir alle (Weinblogger), ob “Vielblogger”, “Gelegenheitsblogger”, “Warumundwieauchimmerweinblogger” wollen doch ganz gerne ernst genommen werden. Quasi auf Augenhöhe mit den “Profis”. Das ist jedenfalls immer das Thema wenn es um uns Blogger und “die da draußen mit ihrem Papier” geht. Insofern denke ich, tun wir gut daran uns ebenfalls an gewisse Dinge und Gepflogenheiten zu halten. Dazu gehört es dann eben auch, eine Sperrfrist einzuhalten. Warum sollten wir dies auch nicht tun? Morgen Mittag ab 14:00 Uhr wird es ohnehin kein anderes Thema mehr geben und wer als “erster” irgendetwas gemeldet oder gebloggt hat interessiert übermorgen kein Schwein mehr. Im Gegenteil. Es wird viel mehr um den Inhalt gehen. Natürlich auch um die Aktualität, aber die haben wir naturgemäß sowieso für uns gepachtet ;-)

Ich bin zwar kein Experte in Medienrecht, aber ich kann mir schon vorstellen, dass gewisse medienrechtliche Aspekte auch auf uns Blogger zutreffen. Damit sollte man sich wirklich mal ernsthaft beschäftigen. Und wenn wir dann schon einmal dabei sind, können wir auch gleich unseren “Weinbloggercodex” entwickeln. Die “zehn goldenen Regeln des Weinbloggens”, oder so…

Also, lasst uns doch mal diskutieren!

46 Kommentare zu “Gibt es einen Bloggercodex?

  • Pingback: Tweets die Gibt es einen Bloggercodex? « Würtz-Wein erwähnt -- Topsy.com

  • pivu

    Selbstverständlich sollte für Onliner die gleichen Regeln gelten wie für hauptberufliche Journalisten, wenn sie ernstgenommen werden wollen. Wenn die Regeln denn bekannt sind, und das waren sie nicht für alle. Hätten wir alle die Highlights der morgigen PK schon letzte Woche gebloggt oder gezwitschert, wäre diese zur Farce verkommen und hätte gleich abgesagt werden können. Ich selbst konnte 4 voreilige Blogger direkt oder indirekt dazu bewegen, die breaking news wieder zu löschen.

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  • Utz Graafmann

    Meiner Meinung nach muss in Blogs bzw. dem Internet nicht extra etwas erfunden werden. Zumindest unsere redaktionellen Mitarbeiter sind dem Pressekodex des Presserates verpflichtet. Diese Grundsätze haben sich auch bei uns sehr bewährt und sind notwendige Grundlage für unsere redaktionelle Unabhängigkeit. Warum nicht auch für Blogs?

    @Utz Graafmann
    Das ist doch schon mal ein sehr guter Ansatzpunkt, wie ich finde. Wenn das auch auf Blogs übertragbar ist, warum nicht. Es wird in jedem Fall helfen, dauerhft ernst genommen zu werden.

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  • Der Direttore

    Das Problem ist die mangelnde Transparenz!
    Jeder vinophile Blogger, der den Microbloggingdienst Twitter nicht in Anspruch nimmt, was aus derzeitiger Sicht und Entwicklung nachvollziehbar wäre, hätte das Thema Sperrfrist völlig verpasst!
    Wenn er sein Exemplar des Gault Millau z.B. bei dem Onlinehandel amazon.de bestellt hätte, wäre “der Führer” :-) schon am Freitag im heimischen Breifkasten gelandet.
    Deswegen sollte man vorschnellen Bloggern aus Unwissenheit Amnestie gewähren und allen anderen besseren Wissens zu einem unausgesprochenen Kodex verpflichten.
    Ein Weinbloggerkodex kann nur in unserem Sinne sein, denn solche Stilmittel stehen für Seriösität und rücken die Szene in ein aktzeptierteres Licht!
    Die “zehn goldenen Regeln des Weinbloggens” sollten bitte in der Schublade verweilen, da uns diese Idee schnell wieder zu Walldorfschülern degradiert, frei nach dem Motto “Zehn Regeln, wie ihr umweltfreundlich euren Namen tanzt und Stempel aus Kartoffeln schnitzt!”
    Ein Kodex ist eine alltäglich präsente Agenda, die frei nach ethisch, moralisch und gesellschaftskonformen Grundsätzen sich vielen individuellen Aufgaben stellen muss.
    Zehn Grundsätze führt einzig und allein ins Simplicissimus Nirvana!

    LG

    der Direttore

    @Direttore

    Die “zehn goldenen Regeln” sind als Methaper zu verstehen, bitteschön ;-)

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  • Uli aka WeinSpion

    Hm, irgendwie fühle ich mich da angesprochen…

    Natürlich ist es eine Sache des Anstands, sich an einen wie auch immer gearteten “Codex” (hier: Sperrfristen) zu halten, egal ob man nun dazu in irgendeiner Weise verpflichtet ist oder auch nicht. Aber wenn ich neben meiner Bloggerei auf dem Weinspion nicht auch noch Twittern würde wäre die Sperrfrist komplett an mir vorbei gegangen. Ich war am Samstag im Buchhandel, habe nach dem GM 2010 gefragt und einen solchen ohne irgendwelche Probleme erwerben können. Punkt. Ohne Twitter hätte ich mich Sonntagabend wahrscheinlich zuhause hingesetzt und darüber hemmungslos gebloggt. Warum auch nicht. Zum Glück hat mich aber dann der “Weinreporter” ausgebremst. OK, kein Problem.

    Aber mal ganz ehrlich: wenn der Vertrieb bzw. die Vertriebspartner vom GM nicht in der Lage sind die Veröffentlichung korrekt zu steuern und zu terminieren, ist das nicht mein Problem. Ich frage mich welche Summen hier gerichtlich im Spiel wären wenn amazon oder wer auch immer einen Harry Potter zu früh vertickt hätten!

    Alos dann, man liest sich Dienstg. Oder so…

    @Uli
    Da hast Du sicherlich recht. Die Kommunikation in derartigen Dingen beruht dann eher auf ein zufälliges twittern. Manche Blogger sind in den Verteilern von Verlagen, andere nicht. Unter Umständen sollte man dann in solchen Fällen eine “Bloggerhotline” einrichten. Allein mir fehlt die Idee wie… ;-)
    Aber es geht ja auch noch um andere, ganz grundsätzliche Sachen. Ich denke mal so einfach wie, “mein Blog ist privat”, geht es nicht. Bei einer gewissen Regelmäßigkeit an “Veröffentlichungen” ist so ein Blog sicherlich irgendwie “pressemäßig” einzuordnen. Jedenfalls rechtlich könnte ich mir das gut vorstellen.
    Wie gesagt, ich weiss es nicht, aber ich merke für mich, dass es Zeit wird mich damit zu beschäftigen. So oder so.

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  • Mario Scheuermann

    Wer regelmässig und über eine längere Zeit zu einem bestimmten Thema bloggt, ist Teil des medialen Angebotes und sollte die Spielregeln, die da gelten, einhalten die das sind: Impressum, Sperrfristen einhalten, Informanten nicht preisgeben, Hintergrundgespräche nur verwenden nicht abdrucken usw.. Nur so können die Blogger es schaffen Einladungen zu Pressekonferenzen zu bekommen, Presseausweise für Veranstaltungen, Besprechungsexemplare von Büchern oder Kostmuster von Weinen etc. etc. Und genau dies würde ich mir wünschen und dafür setze ich mich seit Jahren bei den entsprechenden Verlagen, Agenturen, Veranstaltern, Importeuren etc. ein.

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  • Werner Elflein

    Einen eigenen Codex für Weinblogger bedarf es meines Erachtens nicht. Es genügt, wenn alle Blogger die elementaren Grundsätze journalistischer Arbeit beachten, die allerdings bereits von den so genannten “Profis” oft genug mit Füßen getreten werden. Hierzu zähle ich insbesondere auch die Sorgfaltspflicht bei Recherchen.

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  • Thomas Günther

    Ich finde die Diskussion interessant. Zum einen gelten vollkommen natürlich auch für Blogger die juristischen Grundlagen der Presse. Sperrfrist sind dabei nicht festgelegt. Der Deutsche Presserat hat eine Regelung zur Sperrfrist 2006 abgeschafft. Vorher sollten auch nur Dinge, die noch nicht passiert sind (wie z.B. bislang ungehaltene Reden deren Scripte im Vorfeld im Umlauf sind) nicht veröffentlicht werden (als Empfehlung ausgesprochen; Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sperrfrist_(Presse) ). Das trifft für ein bereits gedrucktes Buch eindeutig nicht zu. Es ist nicht zu erwarten, dass die Auflage komplett eingestampft wird und dann ein anderes Buch veröffentlicht wird. Das heißt: Selbst die seit drei Jahren abgeschaffte Empfehlung zur Einhaltung einer Sperrfrist hätte hier nicht gegolten.

    Gleichzeitig ist es aber auch abzuwägen, was denn so toll dran ist zwei Tage vorher zu veröffentlichen, was in so einem Buch drin steht. Braucht man das? Ich würde es eher skeptisch sehen.

    Worum geht es tatsächlich? Aus meiner Sicht ist das eher eine Fragestellung wo sich Blogger zwischen Nachrichtenproduzenten (Weinverbänden, Winzern, Verlagen, PR-Agenturen …) und Lesern positionieren. Da halte ich es für weder passend sich komplett allem zu verweigern und gegen alles zu schießen, was an einen herangetragen wird. Zugleich sind unkritische Übernahmen und jedem Wunsch nachzukommen (wie im Einzelfall auch Sperrfristen) aus meiner Sicht nicht gerade passend. Spannendes Bloggen findet zwischen diesen beiden Wegen und auf der Basis geltenden Presserechts statt.

    @Thomas Günther
    Klingt ganz einleuchtend. Ich habe mir mal diese Presseratsgeschichte angeschaut. Liest sich ja ganz gut.

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  • Charles | Weincasting

    Richtig Dirk, die Frage geht viel tiefer. Sind Blogs rein privat oder wollen sie ein – mehr oder weniger – ernstzunehmendes journalistisches Angebot sein. Da hat Mario Scheuermann doch gar nicht so unrecht.
    Das sollten die Weinblogger für sich, aber auch die sog. etablierten Medien (Verlage, Journalisten, etc.) langsam klären. Sind sie Journalismus, dann gelten Pflichten. Aber auch Rechte, was gerne vergessen wird. Es sind also nicht nur die Blogger allein am Zuge…

    @Charles
    Ich sags doch, es ist an der Zeit sich mit den Rechten und Pflichten zu beschäftigen

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  • Michael Liebert

    Was soll die Fragestellung? Wenn ich ein Vorab-Exemplar bekomme und mich im Gegenzug verpflichte, nicht vor einem bestimmten Datum diese Information zu nutzen, dann hab ich mich daran auch zu halten.

    In diesem Falle haben wohl die Buchhändler unterschrieben, das Buch nicht vor einem bestimmten Datum rauszugeben und sich massenweise nicht gehalten. Somit eine Frage der vertraglichen Vereinbarung zwischen Verlag und Buchhandel und keine Frage der Ehre.

    Über einen Codex für Weinblogger zu diskutieren ist eine gute Idee, aber dazu zählen wohl nicht die Hausaufgaben der anderen…

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  • Mario Scheuermann

    Die meisten Weinblogger, die ich kenne, möchten als unabhängige, verbraucherorientierte Stimmen von der Branche ernst genommen werden. Und ich rate jedem in der Branche dies auch zu tun. Weinblogger sind speziell in Deutschland eine wichtige Facette unter den Weinmedien, nicht so einflussreich wie in den USA, aber einflussreicher als in den meisten anderen europäischen Ländern. Zusammen mit den einschlägigen Foren und Communities, den Wein-Twitterern etc. sind sie ein sehr starkes Gegengewicht zu den Wein-Printmedien. Viele neue Winzer, viele neue Weine, viele Trends werden von ihnen früher erkannt als von den Print-Kollegen. Aus den Reihen dieser Onliner werden wahrscheinlich viel eher die neuen Autoren und Kritiker der Zukunft kommen als aus dem Print. Das ist nur eine Frage der Zeit. Insofern braucht es eigentlich keinen eigenen Weinblogger-Kodex. Es würde wirklich genügen, wenn diese sich an die zentralen Regeln der Alt-Medien halten würden.

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  • Der Brüsseler

    @ Michael Liebert,

    als Journalist und ggf. auch als Blogger, der vorab ein Exemplar erhalten hat, weiß man das es eine Sperrfrist gibt und hält sich daran, weil man sonst in Zukunft kein Vorab-Exemplar/Vorab-Informationen mehr erhält.

    ABER weiß der “Gelegenheitsblogger”, der durch Zufall ein Exemplar im Buch- oder Fachhandel erstanden hat von dieser Sperrfrist? Und wenn er von dieser Sperrfrist nichts weiß, wie soll er sich dann an diese halten können?

    Ob man unbedingt einen weiteren Codex braucht? Ich bezweifle dies. Wer sich als “Blogger” journalistisch betätigen will, der kann und soll sich an den Pressekodex des Deutschen Presserat halten (http://www.presserat.info/uploads/media/Pressekodex.pdf).

    Zurück zum “Fiasko” – es geht doch nur um verletzte Eitelkeiten zwischen (Wein)Bloggern und Journalisten. Die einen haben durch Zufall ein Exemplar kaufen können und darüber gebloggt, die anderen (die ein Vorab-Exemplar erhalten haben) haben sich an die Sperrfrist gehalten und schauten auf einmal “dumm aus der Wäsche”, weil unbekannte 0815-Blogger ihnen zuvor gekommen sind.

    Shit happens, that’s life! Oder auf Deutsch: Pech gehabt.

    @Der Bruesseler

    Grundsätzlich hast Du sicher recht. Allerdings habe ich wenig Eitelkeiten wahrgenommen in diesem speziellen Fall. Eher eine große Verunsicherung.

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  • Eckhard Supp

    Was soll die ganze Aufregung. Wenn der Gault-Millau die Einhaltung von Sperrfristen verlangt, gleichzeitig aber nicht in der Lage ist, sicherzustellen, dass das Buch auch nicht vor dieser Sperrfrist ausgeliefert wird, dann ist diese Frist nicht mehr als ein schlechter Witz. Ein im Buchhandel erhältliches Buch gilt als veröffentlicht, und über veröffentlichte Bücher darf ich unter unserer politischen Verfassung schreiben wie und wann ich will. Punkt!

    Wenn ich lese, dass die Sperrfrist überhaupt nur Twitterern bekannt sein konnte, kann ich nur noch wiehern. Offenbar hat der Verlag da Vorab-Exemplare verschickt, ohne sich von den Adressaten die Einhaltung der Fristen zusagen zu lassen und meint nun, die Erwähnung der Frist auf Twitter würde diesen notwendigen Schritt ersetzen.

    Das Ganze hat nichts mit Moral oder Ethik zu tun, lieber Würtz, sondern erinnert mich eher an das Kommunikationschaos, das der Verlag vor einiger Zeit schon mal veranstaltet hat.

    @Supp

    So wie das sehe, hat der Velag KEINE Bücher vorab verschickt. Das ganze Chaos ist wohl durch einen fehlenden Sperrvermerk bei KNV(?) entstanden. Dann hat AMAZON bereits bestellte Exemplare verschickt und einige Buchhändler die Dinger in das Regal gestellt. Wie auch immer. In jedem Fall ist das – für mich jedenfalls – ein passender Auslöse um über die gesamte Sache einmal näher nachzudenken.

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  • Eckhard Supp

    Versteh’ ich nicht – Egal warum das Buch früher “als erlaubt” verkauft wurde (das ist eine Sache, die kann der Verlag dann ja über seine Anwender mit den Buchhändlern regeln): Veröffentlicht ist veröffentlicht.

    Ansonsten gilt das, was weiter oben im Thread schon mehrfach gesagt oder angedeutet wurde: Wenn sich ein Blogger journalistisch betätigen will oder wenn ein Journalist bloggt, dann gelten für beide natürlich sowohl das Presserecht als auch die Regeln des Presserats. Was sonst?

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  • Mario Scheuermann

    P.S. eine ähnliche Diskussion hatten wir vor zwei, drei Jahren schonmal bei talk-about-wine, als ein Mitglied den GM Guide vorab postete und ich dieses Posting dann gelöscht habe. Da gab es eine ziemlich heftige Zensur-Debatte. Damals hatten sich auch einige Buchhändler nicht an das Veröffentlichungsdatum gehalten. Nun ist der GM nicht Harry Potter, aber was wäre mit dem Buchhändler passiert, der den 5. Band einen Tag zu früh verkauft hätte?

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  • Werner Elflein

    Erst vor einigen Stunden schrieb ich: “Es genügt, wenn alle Blogger die elementaren Grundsätze journalistischer Arbeit beachten, die allerdings bereits von den so genannten ‘Profis’ oft genug mit Füßen getreten werden.” Da wusste ich aber noch nicht, dass in Berlin offenbar andere Maßstäbe im Umgang mit der Sperrfrist dienen.
    Lieber Eckhard Supp, meinen Sie nicht, dass Sie es sich mit dem Statement “veröffentlicht ist veröffentlicht” ein wenig einfach machen? Nur weil es eine Panne bei der Auslieferung bzw. Nichtauslieferung gab, sollte man diese nicht benutzen, um Verstöße gegen die oben erwähnten ‘elementaren Grundsätze’ zu beschönigen oder gar zu negieren.

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  • pivu

    Ob man etwas darf, nur weil’s veröffentlicht ist, oder ob man entegen besseren Wissens gegen eine Art Ehren-Codex verstößt, ist keine Frage der Juristerei sondern des Stils. Und diesen hat zumindest einer heute vermissen lassen. Und zwar ganz bewußt.

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  • Werner Elflein

    Wer durch unsauberste journalistische Arbeit glänzt, muss sich nicht wundern, wenn seine Seriosität grundsätzlich in Frage stellt wird. Das Analogon der Bildzeitung in der Weinbloggerszene enttarnt sich auf diese Weise selbst.

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  • hans naumann

    Ohne jemandem persönlich zu nahe treten zu wollen, aber die hier geführte Diskussion ist doch wohl ein Treppenwitz! Ich räume gerne ein, dass so genannte Wein-Blogger sich zumindest in der Regel wohltuend vom Rest der Blogger-Welt abheben – sowohl was ihren Umgangston miteinander, als auch ihre Fachkundigkeit angeht. Aber darf daraus gleich abgeleitet werden, hehren journalistischen Ansprüchen gerecht zu werden? Wer im www kennt die vom Presserat aufgestellten Regeln überhaupt? Und selbst wenn: Auch ein Ehrenkodex schützt nicht vor sendungsbewussten Selbstdarstellern, die den vermeintlich rechtsfreien Raum im Internet nutzen, um uns wahllos vollzumüllen. Nicht jeder, der Rot- von Weißwein unterschieden kann, ist auch schon ein Weinkritiker!

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  • Ralf Kaiser

    Ich bin stolz auf die Hobby-Weinbloggerszene. Gerade die Leute, denen mehrfach Unprofessionalität und Geltungssucht vorgeworfen wurde, haben darauf verzichtet, vor Ende der vom Verlag gesetzten Sperrfrist die wirklichen Highlights des neuen WeinGuides zu bloggen oder zu kommentieren. Und das, obwohl den meisten Weinbloggern seit Freitag eine Ausgabe des Buches vorliegt. Das ausgerechnet Berufs-Blogger Niko Rechenberg, dessen Webseiten vor Werbung nur so überquellen, die gesetzte Frist bricht, ist doch bezeichnend. Wenn es um potentielle zusätzliche Werbeeinnahmen geht, werden die in der Branche üblichen Regeln plötzlich über den Haufen geworfen. Da scheint es jemand sehr nötig zu haben!

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  • BienNacido

    Wie das Berichten über eine seit Tagen im Buchhandel erhältliche Publikation eine Sperrfristverletzung darstellen soll, erschließt sich mir leider nicht – insofern handelt es sich hierbei IMHO um eine Geisterdebatte. Bedenklich jedoch ist, wenn anders verfahrende Blogger – die zugleich Moderatoren einschlägiger Foren sind – entsprechende Postings in den betreffenden Foren löschen.

    Reply
  • pivu

    @BienNacido: die Sperrfrist gibt es nunmal, und jeder, wirklich jeder, der meint über den neuen GM berichten zu müssen, kennt diese. (Wer das Gegenteil behauptet, disqualifiziert sich als “Wein-Wissender” selbst.) Wer trotzdem dagegen “verstößt”, handelt zwar nicht rechtswidrig, aber manche Leute, die in der Weinszene etwas zu sagen, werden sich schon ihre Gedanken drüber machen. Vor allem, wenn dann im Falle des Siegerswein noch fehlerhafte Informationen geliefert werden. ABer die Bild will ja auch immer die erste sein, wen interessiert da noch Qualität.

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  • Florian Jungbauer

    Wie mir aufgefallen ist, habe ich wohl selbst die Sperrfrist gebrochen. Denn durch meine vielen Außer-Haus-Tätigkeiten und dementsprechenden Offline-seins (ja, das gibt es auch heute noch!) habe ich von all den Diskussionen im Netz über die Sperrfrist gar nix mitbekommen. Nur ein kleiner Hinweis von Herrn Scheuermann auf des Weinkaisers Bildveröffentlichung.

    Herr Supp hat in irgendeiner Weise sogar recht, wenn er sagt, “das Buch ist veröffentlicht”. Aber natürlich haben auch alle anderen Recht, wenn sie sagen “wir wollen ernst genommen werden und daher haben wir an gewisse Regeln zu halten”. Ich für meinen Teil, muss mich wohl entschuldigen, da die Euphorie wohl über die Sperrfrist gesiegt hat und lasse mich gerne mal wieder in meiner Tat rügen.

    In der HOffnung, nicht zuviel Schaden angerichtet zu haben verbleibe ich hochachtungsvoll und durch NIKO´S Veröffentlichung erst ermutigt,

    F. Jungbauer, Schreiberling im St. Antony-Blog

    Reply
  • Der Direttore

    Ja Freunde, da hat der Szene der Herr Rechenberg einen großen Dienst erwiesen!
    Fantastisch, vom Gelegenheits-, Amateur- bis hin zm “Profi”-Blogger hat es jeder geschafft für etwas mehr Anerkennung des Ganzen einfach mal die digitale Feder ruhig zu halten und dann kommt ein Monarch aus Berlin daher, um absolutistisch mal eben schnell vorbildlich jegliche Bemühungen, aufgrund eigener schwerster Profilneurose, umsonst zu machen.
    Ich schließe mich da, dem einzig wahren Monarch, Ralf Kaiser, an.
    Die Entgleisung des Herrn Rechenber ist wirklich bezeichnend dafür, dass selbst die anscheinend bestens marktpositionierten Blogger, es wirklich nötig haben müssen.
    Die sakralische Idee einer Ausrufung des Kodex für Weinblogger,dann bitte nur in reduzierter Form, dass man sich dem allgemeinen Pressekodex anschliessen möchte.

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  • Werner Elflein

    Ralf, deinem Kommentar kann ich mich vollumfänglich anschließen.

    BienNacido, Ihre Argumentation finde ich – pardon – ein wenig kleinkariert. Nur weil andere im Sandkasten ein Förmchen geklaut haben, dürfen Sie das jetzt auch? Im Übrigen: Bei uns im Forum von weinfreaks.de wurden keine Postings gelöscht. Insofern ist der Plural in “… einschlägiger Foren …” fehl am Platze. Es betraf wohl nur ein einziges Forum, und das sollte dies auch fairerweise korrekt darstellen. Wer jedoch meint, sich durch die Umgehung von Sperrfristen profilieren zu müssen, würde auch in unserem Forum mit der Löschung des entsprechenden Beitrags zu rechnen haben. Bisher haben sich aber unsere Teilnehmer (auch Nicht-Blogger) streng an die Sperrfrist gehalten. Wahrscheinlich wissen die Leute im Gegensatz zu manchen Schmuddeljournalisten (und diese Aussage halte ich jetzt bewusst im Plural), was sich gehört und was nicht.

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  • Pingback: Der Fall (des) Gault Millau 2010 | WeinSpion | Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein

  • Uli aka WeinSpion

    @pivu:

    “…(Wer das Gegenteil behauptet, disqualifiziert sich als “Wein-Wissender” selbst.)…”

    Bei allem Respekt, aber eine solche Bemerkung kannte ich bisher nur von Hardcore-Märklinisten in der Modellbahn-Diskussion um den Sinn von “Pickelgleisen”.

    Ich selbst trinke schon seit vielen Jahren Wein und halte mich selbst durchaus in der Lage meine persönlichen sensorischen Eindrück akzeptabel in Worte zu fassen, bin aber erst dieses Jahr ins Wein-Bloggen eingestiegen. Und ob ein Weinführer eine Sperrfrist hat oder nicht ging bis dato komplett an mir vorbei. Ob ich mich nun damit als “wein-wissender” disqualifiziere lasse ich mal dahingestellt, der erfreulich wachsende Zugriff auf meinen Blog spricht eher fürs Gegenteil. Sogar ganz ohne Profilneurose.

    Liebe Grüße von einem bekennenden “wein-unwissenden Neu-Wein-Blogger” ;-) !

    Reply
  • pivu

    @Uli: bitte komplett zitieren, dann wird’s klar (#28). Ich sagte das im Zusammenhang mit “wer meint, über den neuen GM berichten zu MÜSSEN”. (Weil’s sonst eh niemand tut …) Bei uns würde man sagen: man muss nicht zu allem seinen Senf dazugeben. Es sei denn, man ist Wichtigtuer.

    Reply
  • Manfred Klimek

    Das Buch war raus und am Markt. Damit ist die Sperrfrist Humbug. Sorry für den Verlag, der keine Koordination zusammenbrachte, bzw den Vertrieb, der sich eventuell nicht dran hielt. Bei allen Medien, die mich je beschäftigten (Zeit, Stern, profil, etc..) wäre das Ding raus. Auch online. Keiner hätte sich mehr an die Sperrfrist gehalten. Und ich gestehe: Auch ich nicht..

    Reply
  • Manfred Klimek

    Und ich finde das Hinprügeln auf Niko irgendwie eigenartig, hier wird medial eine Art Straftat inszeniert, die mehr als läßlich ist, zudem der Fehler dem Verlag zuzuschreiben ist. Don´t blame Rechenberg, er hat nur das offene Fenster genutzt und ist gesprungen. Blame GM, die ihre Koordination nicht zusammenbringen und offenbar Tölpel sind. Komisch, das alles, sry..

    @Manfred Klimek

    Das mit der journalistischen Ethik ist der zentrale Punkt um den es immo geht. Das Problem daran ist eben, dass die meisten Weinblogger keine Journalisten sind, so wie ich beispielsweise. Um da einen Weg zu finden, und vielleicht so etwas wie einen “Leitfaden” und Anregungen zu bekommen hatte ich dieses posting als Anregung gedacht. Dabei ist diese “Sperrfrist” das kleinste aller Themen, finde ich. Das einige nun verstärkt auf Niko Rechenberg rumhacken… na ja… das kann der sicher ab oder Niko ;-) Er ist ja auch kein Blogger, sondern ein Journalist, der ein dementsprechendes Portal betreibt, das vielmehr ein Magazin als ein Blog ist. Ich bitte um Korrektur, wenn ich das falsch sehe. Seine Kollegen von der Bildzeitung haben sich auch nicht an irgendwelche Fristen gehalten und die GM Sieger ebenfalls veröffentlicht. Ob und wieweit das journalistisch in Ordnung ist müssen Niko und seine web 2.0 Kollegen diskutieren.

    Noch einmal: der zentrale Punkt für mich ist, wo ist bloggen öffentliches Hobby, Eigenwerbung, was auch immer. Und wo fängt es an journalistisch zu werden? Was ist zu beachten, was sind die Konsequenzen?

    Reply
  • Gerrit

    Ich bin reiner Blog-Konsument und blogge nicht selbst … (wieso eigentlich nicht?). Als solcher Konsument bin ich erschrocken über die vielen Kommentare, man “müsse wissen”, dass diese Sperrfrist existiert hat. Wer das nicht wisse, der “disqualifiziert” sich als Wein-Kenner.

    Komisch, dass ein einfacher Blogger so etwas wissen muss, bei Buchhändlern aber Verkaufstermine ignoriert werden können. Oder disqualifizieren sich Amazon, Thalia & Co. nun als Möglichkeit, Fachliteratur über Wein zu kaufen?

    Ich sehe das Bloggen – auch das Wein-Bloggen – immer noch als Hobby. Und den Ansatz von Dirk, die fließende Grenze vom Hobby-Blog zum qualitativ hochwertigen “Journalisten-Blog” zu untersuchen, sollte man vielleicht wirklich mal anstreben. Es gibt doch sicher ein paar angehende Diplomanden, die noch Themen suchen. ;)

    Abschließend … kann mir jemand die geforderte “journalistische Ethik” erklären, die im Zusammenhang mit dem zu früh verkauften (ich meine nicht zu früh ausgeliefert!) GM zu sehen ist? Geht es nur darum, dass die eine Krähe der anderen kein Auge aushackt?

    Reply
  • Manfred Klimek

    wer veröffentlicht, wer meinung bildet, wer tipps gibt, der arbeitet journalistisch. das web ändert die veröffentlichungsbedingungen, jeder darf veröffentlichen. manche journalisten, die auch bloggen, haben diese demokratisierung noch nicht geschnallt, scheint mir. egal nun rein hypothetisch:
    giovanni die lorenzo (kurz gdl) zeit chefredakteur
    moritz müller wirth (mmw) zeit redaktionsleiter
    gdl: was ist mit dem neuen buch von walser?
    mmw: das kommt freitag
    gdl: gibts da ne sperrfrist?
    mmw: ja, bis donnerstag null uhr, aber..
    gdl: aber? aber was?
    mmw: unter in der buchhandlung haben die es schon. da ist suhrkamp ein fehler passiert.
    gdl: das heißt, das buch ist schon im handel?
    mmw: ja.
    gdl: dann rufen wir jetzt dort in der pressestelle an und sagen denen, dass wir uns nicht an die frist gebunden fühlen, wenn die das buch schon im handel haben. sie erkundigen sich, was der spiegel macht. und wir bringen es noch in dieser ausgabe. sagen sie randow, er soll schnell was schreiben. 6000 zeichen. er hat das buch ja schon seit montag. und ab..

    so wärs gewesen..

    Reply
  • pivu

    Eben Manfred, aber noch besser hätt ich’s (und viele andere auch) gefunden, wenn die noch überschaubare Anzahl deutsch-affiner Weinblogger diesen offensichtlichen Fehler irgendwo zwischen Verlag und Buchhandel gemeinsam “ignoriert” hätte und, wie bisher auch, im Sinne des Verlags und im Sinne des “Berufsethos’” auf eine Publizierung vor der offiziellen PK verzichtet hätte. Einigen war wohl bare Münze oder erhöhte Aufmerksamkeit wichtiger. Diese schöne Welt gibt’s wohl auch nicht in der Weinszene.

    Reply
  • Manfred Klimek

    Pivu, ich muss Dir ehrlich sagen: Ich hätte es auch gemacht. Vor der PK. Der Fehler von GM hätte mir das Recht gegeben. Und ich bin eben auch ein altes Boulevardschwein. Nicht im Sinne von Springer versteht sich, aber im Sinne von: “News fit to print”.

    Reply
  • Manfred Klimek

    Ich habe übrigens gar nix geschrieben. Hat der Quote nicht geschadet. Ein leicht satirischer Bericht über Paulus Manker und seine Wein-Vorlieben aber, hat die Quote gestern explosionsartig in die Höhe schnellen lassen. Versteh einer den Kosumenten?

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  • Alexander von Halem

    Interessantes Grundsatzthema für Blogger im Allgemeinen. Denn: die Presse will Blogger ja immer in die Schmuddelecke stellen und unterstreicht immer so gern, dass Blogger KEINE Journalisten sind. Und hier geht es darum, dass Blogger sich einen Kodey aneignen, den man ihnen eigentlich gar nicht gewähren möchte…

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