Der Jahrgang 2009

So langsam aber sicher ist es an der Zeit eine erste Prognose zu wagen.Man ist ja einiges gewöhnt, was die schnelle Einordnung von Jahrgängen angeht. Insbesondere in diesem Jahrhundert gab es ja eigentlich nur Jahrhundertjahrgänge ;) So habe ich das jedenfalls fast immer gelesen und gehört. Das ist natürlich völliger Quatsch. Wir hatten mit 2001 einen wirklich außergewöhnlich guten Jahrgang vielleicht sogar einen großen Jahrgang. Über 2000 reden wir lieber nicht, 2002 kann mit Überaschungen aufwarten (muss aber nicht), 2003 war schlicht und einfach zu heiß – so sind auch die meisten Weine. 2004 ist sicherlich der schlechteste Jahrgang im neuen Jahrhundert. 2005 war sehr nützlich, beim Riesling eher untypisch, beim Pinot aber ganz großartig. 2006 mußte man um die Fäulnis herumlesen, 2007 war dann wieder ganz gut, aber lange nicht groß. 2008 ist eher durchschnittlich. Je länger ich darüber nachdenke, umso ernüchternder klingt das. Zugegeben, 2007 und 2008 wurden wenigstens mal die Fässer voll. Das ist ja auch schon was. Jetzt gärt 2009. Ganz ehrlich, ich glaube das wird ein Riese. Ich gehöre ganz sicher nicht zu denjenigen, die Jahrgänge bereits vorab über den grünen Klee loben. Aber das was da gärt ist gewaltig.  Die Trauben waren reif, gesund, extrem wohlschmeckend, in der Säure perfekt ausbalanciert, aromatisch – kurzum einfach nur genial. Genauso schmecken jetzt auch die Moste und die ersten trockenen Weine.der Pinot hat das Potenzial 2005 in den Schatten zu stellen.

Ich wage deswegen jetzt einfach mal eine (frühe) Prognose. 2009 wird ein sehr guter Jahrgang, vielleicht sogar ein ganz großer!

4 Kommentare »

  1. Claus November 4, 2009 08:56

    das hört man hier an der Mosel auch überall, wenn nur die geringe Menge nicht wäre…

  2. Alexander Flick November 4, 2009 12:28

    D’accord von der falschen Bergseite!

  3. Christian Jessen November 5, 2009 08:42

    Bis auf Deine Einschätzung zu 2004 und 2007 kann ich Dir beipflichten. Leider hat der Verbraucher in der Mehrzahl kein Interesse an Weinen, die älter sind als zwei Jahre. Das führt natürlich dann zu übersteigerten Lobeshymnen auf den letzten ( aktuellen ) Jahrgang, da dieser ja verkauft werden muß. Ich neige dazu den 2008er Jahrgang als Jahrgang zu bezeichnen, in dem die Trauben in vielen Anbaugebieten Deutschlands entweder unreif oder faul waren …. Die frühe Kälte im September 2008 haben diesem Jahrgang den Garaus gemacht. Ich weiß aber auch, dass vor dem Hintergrund, dass dieser Jahrgang noch nicht ganz abverkauft ist – mir viele Winzer in Deutschland widersprechen werden. Frei nach der Aussage : ” Aber bei uns im Betrieb … ” Und bei dem Qualitätsanspruch des durchschnittlichen Verbrauchers, sowie den Fähigkeiten der Winzerschaft was Kellerwirtschaft anbelangt, macht sich das beim Abverkauf eh nicht weiter bemerkbar. Die Wahrheit kommt halt gerade bei Deutschen Weinen – zumindest nach meinem Daführhalten – erst nach ca 3 – 4 Jahren raus. Wenn die Primärnoten sich verabschiedet haben ( sofern der Wein überhaupt mit diesen ausgebaut und vermarktet wurde ) und ein gewisses Mass an Reife in den Wein kommt, zeigen deutsche Weine ihr wahres Potential. Den Jahrgang, den ich jezt am liebsten trinke ist 2004 !!

  4. Vinorein Januar 9, 2010 09:48

    Ich finde die Jahrgänge 07 und 08 ein wenig unterbewertet. Gerade bei deinen Weinen kann man dies doch feststellen. Für 2004 kann ich nur bestätigen.

comments

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