Wie gewohnt von Dr. MotzEs ist manchmal schon erstaunlich mit welcher Unverfrorenheit Unternehmen mir ihren zahlenden Kunden umspringen. Jüngstes Beispiel: Die Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH & Co. KG mit Sitz in Unterföhring. Nachdem ich meinen Anschluss wegen Umzugs formgerecht gekündigt habe und in meinem neuen Zuhause schon „verkabelt“ bin, erreicht mich dieser Tage ein Schreiben, dessen Inhalt eigentlich ganz freundlich anfing. „Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Zuhause! Wie gewünscht endet Ihr Vertrag über Kabelanschluss und Kabel Digital Free zum 30. November 2009“, steht da zu lesen. Und es kommt vermeintlich noch besser: Nicht nur, dass entsprechende Entgelte nur noch zu diesem Datum zu zahlen seien, nein, zuviel geleistete Zahlungen würden darüber hinaus auch noch umgehend nach Vertragsende zurück erstattet! Wer soviel Kundenservice nicht glauben kann, sollte beim Weiterlesen allerdings prompt Recht bekommen. Dann nämlich heißt es weiter: „Da Sie Ihren Kabelanschluss-Vertrag vor Ablauf der vereinbarten Mindestlaufzeit kündigen, müssen wir Ihnen die bis zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit fälligen Entgelte zum Vertragsende in einer Summe in Rechnung stellen.“ Was ich unter „vereinbarter Mindestvertragslaufzeit“ zu verstehen habe und wann diese nun tatsächlich endet, erfahre ich erst durch einen kostenpflichtigen Anruf unter der Kabel Deutschland Service-Hotline. Die junge Dame am anderen Ende der Leitung nämlich erklärt mir, dass sich mein Vertrag am 26. Juli 2009 automatisch um weitere zwölf Monate verlängert habe. Unterm Strich heißt das für mich: Ich bin zwar auf eigenen Wunsch ab 30. November 2009 nicht mehr Kunde und nehme auch die Leistungen von Kabel Deutschland nicht mehr in Anspruch, zahle für diese allerdings bis 26. Juli 2010 weiter. Diesmal allerdings gleich in einer Summe und ein dreiviertel Jahr im voraus! Allerdings – so die freundliche Dame weiter – könne ich meine Kündigung natürlich telefonisch jeder Zeit zurücknehmen. Dann allerdings müsste ich fristgerecht zum 26. Juli 2010 nochmals kündigen. In schriftlicher Form, versteht sich. Noch Fragen?
- Riesling
- Silvaner
- Chardonnay
- Pinot Noir
wie wäre es mit einem flashmob bei Kabeldeutschland…
oder mit einem twitter:
kabellos
das entsetzen über soviel ‘kundennähe’ teilst du mit unzähligen sogenannten servicefreundlichen anbietern der verschiedensten produkte.
für mich sind es die modernen raubritter. stehen am straßenrand, locken mit den süssesten versprechen und ….
wenn sie dich an der angel haben, lassen sie dich zahlen und zappeln
wie war das früher bei der post noch schön …. ein STAATLIES unternehmen zur grundsicherung der bedürfnisse der bürger.
ich bin immer noch bei der telecom, weil ab und an mein draht am hausanschluss wackelt. da hab ich noch eine chance, dass ‘mal jemand vorbeikommt und ein auge drauf wirft’
(der service kostet mich natürlich ein wenig mehr als bei anderen anbietern)
aber der sonstige service bei der telekom ist inzwischen auch auf der raubritterstufe angekommen ….
prost
hans
ps: berichtigung: ‘STAATLICHES’
Nimm doch einfach dein bis 26. Juli 2010 gemietetes Kabel mit in dein neues Zuhause. So ein zusätzliches Kabel kann man immer’mal gebrauchen: z. B. um allzu kundenfreundliche Servicemitarbeiter/innen während eines Telefonates über das im neuen Zuhause bereits vorhandene Kabel zu erdrosseln, sich selbst vor, während oder nach einem solchen Telefonat zu geißeln und sich selbst zu mehr Geduld und Verständnis zu ermahnen oder, wenn gar nichts mehr hilft, sich im Zustand völliger Verzweiflung aufzuhängen – natürlich nicht, ohne vorher noch einen letzten Tropfen Würtz getrunken zu haben.
Tja, dann würde ich die Kündigung mal schön wieder zurückziehen. Ist ja quasi ein zinsloses Darlehen über die Laufzeit. Opti! Jetzt weißt du was Kundennähe ist …
Unglaublich sowas