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Posse um Sarrazin

Jetzt hat sie also reagiert die Bundesbank. Thilo Sarrazin wurde zur Ordnung gerufen, von Entmachtung ist gar die Rede. Mal ganz ehrlich, warum eigentlich?Nachdem ich das Interview von Sarrazin das erste Mal gelesen habe, dachte ich mir schon, dass alle Heerscharen von politisch korrekten Gutmenschen Amok laufen werden. Aber das es gleich so schlimm kommt, hätte ich dann doch nicht gedacht. Sarrazin, bekannt für seine “pointierten” Aussagen hat diesen einen Knopf getroffen. Diesen ganz großen dunkelroten Betroffenheits- und “Dasdarfmanabernichtsagen” Alarmknopf. Dieser eine Knopf, der diesen schrecklichen Reflex auslöst: Skandal, Volksverhetzung, Hitler-Göbels, Nazi, Ausländerhasser und “überhauptdudrecksau” Knopf. Vom Zentralverband der Muslime (oder wie das heißt) über die Gewerkschaft und den Zentralrat der Juden, alle waren sie empört. Warum eigentlich? Hat sich denn von all diesen Schreihälsen auch nur einer mit den Fakten, also mit dem Inhalt von Sarrazins Aussagen beschäftigt? Nein, das hat allem Anschein nach keiner. Nur über den Ton, der durchaus polemischen Art und Weise, wird sich echauffiert. War schon mal einer in den von Sarrazin angesprochenen Teilen von Berlin, Neu-Köln beispielsweise. Wohl kaum! Dann geht mal hin und schaut, wie die politisch unkorrekte Realität aussieht.

Nein, ich bin kein Nazi, Ausländerhasser oder Judenfeind. Ich bin eigentlich genau das Gegenteil! Aber ich bin Realist. Und die Tatsache, dass hier keiner mehr sagen darf was er denkt und was er  hält von dieser Realität, ohne sofort als ideologischer Massenmörder und Hitler-Enkel beschimpft zu werden,  kotzt mich an!!! Und mit Euch schrecklich korrekten Gutmenschen geht es mir langsam ähnlich… Nehmt Euch mal ein Beispiel an Giordano und Broder. Oder sind die neuerdings etwa auch verdächtig???

37 Kommentare zu “Posse um Sarrazin

  • Werner Elflein

    Wenn ich so manchen Satz von Sarrazin lese (“Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht.”), würde ich ihm am liebsten mit dem Golfschläger seine grenzenlose Ignoranz aus dem Gesicht prügeln.

    @Werner

    Klar, sind einige dieser Aussagen allerheftigst pauschalisierend und verletzend. Das Einzelschicksal bleibt leider unberücksichtigt.

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  • Stefan Schwytz

    Treffender als die Süddeutsche Zeitung/Evelyn Roll am Wochenende gehts kaum:
    “Thilo Sarrazin und die Folgen – Hitler geht immer – Thilo Sarrazin – Provokateur vom Dienst” – sueddeutsche.de http://bit.ly/11T1wH

    wirklich lesenswert (und unterhaltsam)…
    LG Stefan

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  • Pasta

    Du sprichst mir aus dem Herz! Weil man heute Probleme nicht mehr ansprechen darf, überläst man das Feld den Rechten und Neonazis für ihre populistischen Zündeleien.

    @Pasta
    Treffender geht es kaum noch!!!

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  • hans

    @werner elflein
    so sehe ich das auch!
    und solange die unteren (sogenannten ‘bildungsfernen’ schichten) die worte über die kopftuchträgerinnen liebend gern aufnehmen, weil sie bis über die ohren im hartz 4 sumpf stecken, ist das keine private provokation, ….. sondern verhetzung!
    und für die, die so aufgehetzt gern mitgeifern, hat herr sarrazin gleich einen übergewichtsspruch aus seiner dreckigen sprücheschublade
    für alle, die gern probleme ansprechen, wünsche ich freie fahrt! aber bitte ohne verhetzung!

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  • Dr.Christian S.

    Ich finde es erbärmlich daß man hier und heute in Deutschland an den Pranger gestellt wird nur weil man seine Erfahrungen, die statistisch ja belegt sind, kund tut. Ich erinnere mich an eine Demo vor 5 Monaten im Ruhrgebiet, dort wurde eine Wohnung von deutschen Polizisten aufgebrochen nur um die israelische Fahne mit dem Davidstern vom Balkon zu entfernen da sich die demonstrierenden Muslime dadurch ” provoziert ” fühlten. Und weiter erinnere ich mich an tausende Mitbürger mit Migrationshintergrund in der Frankfurter Innenstadt, wo ich den Wortlaut auf deren Plakaten u. Schriftbändern ich hier nicht wiedergeben mag da ich ansonsten eine strafbare Handlung begehen würde und mit entsprechenden Konsequenzen zu rechnen hätte.Und zu Werner Elflein! Bei Deinen Handicap würdest Du den Sarrazin eh nicht treffen, aber ich bin mir sicher daß Du einen Kumpel hast dessen arabisches Polopferd gerne einen Vorstand der Deutschen Bundesbank treten würde.

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  • domestos

    wenn man die wahrheit nicht mehr sagen darf, dann ist auch keine diskussion über die problematik und über die friedliche problemlösungen mehr möglich.das hysterische geschrei über die privatmeinung eines finanzpolitikers zeigt den zum teil auftretenden interlektuellen notstand. man sollte nicht nur möglicherweise pikante stellen von sarazin zitieren,ohne den ganzen text zu kennen. gerade weil es doch keine gestapo oder stasi mehr gibt sollte man doch annehmen das jeder sein persönliche meinung doch frei sagen kann ohne dafür ,,gesteinigt ” zu werden. was ist das in unserem land mit der freien meinungsäußerung. natürlich wurde den finger in eine ,,offene wunde” gelegt nur das ist gerade in dieser zeit umso wichtiger um dadurch in einen offenen ,-klaren freien dialog zu treten. gerade all die Kritiker und ,,steinewerfer” sollten ja müssenzuerst einmal richtig lesen statt jemanden auf den scheiterhaufen zu führen. die momentane situation kann einen eher an frühere zeiten erinnern wo bücher verbrannt wurden um die wahrheit zu vertuschen.
    ABER DIESE ZEIT IST EIN FÜR ALLEMAL VORBEI
    man muss und ist kein ausländerfeind um wie sarazin zu fragen…………

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  • hans

    ups …
    jetzt kann einem der arme sarrazin ja schon richtig leid tun.
    er wird angeblich ‘gesteinigt’
    und das von ‘bücherverbrennern’ …
    und ‘steinewerfern’
    mir wird ein wenig übel bei so viel verhetzender demagogie
    (liest sich ein wenig wie aus neonazipropaganda abgeschrieben …)

    @Hans

    Da siehst Du, wo das eigentliche Problem liegt. Die Diskussion über ein derartiges Thema ist allem Anschein nach nicht sachlich zu führen, ohne dass diese Termini ausgepackt werden…

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  • Henning

    Erst habe ich gedacht, es sei den Bild Lesern bzw. dieser Online-Community geschuldet, dass knapp 80% der an der von Bild durchgeführten Umfrage Herrn Sarrazin zustimmen (http://tinyurl.com/yc7zevt). Jetzt hat Welt Online eine eigene Umfrage gestartet mit der Frage ob die Entmachtung gerecht ist und auch hier sind es über 80% die sich hinter Herrn Sarrazin stellen (http://tinyurl.com/yg95tok).

    @Henning

    Das wundert mich nicht!

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  • Uli

    @ Hans & Henning. Zustimmung. Und bei der (Welt-) Umfrage gehöre ich ebenfalls der “Mehrheit” an. Ich muss wohl auch nicht extra betonen, dass sich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Religionen finden…

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  • creezy

    du vergisst dabei aber, wie der mann über probleme spricht. das ist dann eben oft so polemisch, dass einem die lust auf die auseinandersetzung mit dem thema im ansatz vergeht. alleine seine dümmlichen verallgemeinerungen sind kaum zu ertragen. im übrigen kenne ich und sehe ich täglich viele kopftuchtragende kleine mädchen und große frauen in diesem land, die studieren und hart arbeiten nebenbei, oder arbeiten – in vielen kleinen minijobs – klug agieren und steuern zahlen. was also ist sarrazins problem, wenn er so pauschal verallgemeinert?

    sarrazin nehme ich erst ernst, wenn er es auchc nur einmal schafft mal nicht auf den kleinen sozialschwachen verbal einzudreschen, sondern sich die ausbeuter seiner gleichen klasse genauso vehement vornimmt. aber die sind ja seine zielgruppe und seinesgleichen beißt man nicht im rudel, nicht whar?

    eißt du, ich habe eine schwerbehinderte nichte. das mädel wird ihr leben lang dieser gesellschaft nicht finanziellen nutzen bringen können, sondern kosten verursachen. damit hat sie genau den gleichen status, wie die von sarrazin in seinem artikel geschmähten menschen. ehrlich: es tut weh so etwas zu lesen. der mann ist untragbar.

    der ton macht die musik, es ist immer eine frage von kultur wie man probleme anspricht und zu lösen gedenkt. sarrazin lässt dabei jede kultur, die des deutschen mannes eigen sein sollte, missen. sorry, da hat der türkische gemüsehändler an der ecke sehr viel mehr.

    @creezy

    Natürlich ist es immer am einfachsten auf die Schwächsten einzudreschen, keine Frage. Und sicherlich wird auch einigen Unrecht getan, wenn sie pauschal verurteilt werden. Aber Achtung, hier geht es überhaupt gar nicht um Behinderte, die, wie Du sagst, “der Gesellschaft keinen finanziellen Nutzen bringen”. Davon spricht und sprach Sarrazin in keinster Weise. Das wäre auch ein ziemliches Unding, denn das wäre ganz nahe an eine “Euthanasie Debatte”. Das braucht überhaupt keiner. Ich bin mit Behinderten aufgewachsen, körperlich und geistig behinderten und deswegen weiss ich nur zu gut, wie wertvoll deren Beitrag ist. Auch wenn man ihn vielleicht nicht in absoluten Zahlen festmachen kann. Aber noch einmal, darum ging es ABSOLUT nicht und dieser Vergleich ist auch ABSOLUT nicht passend!

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  • themell

    Natürlich hat Sarrazin sich in der Wortwahl kräftig vergriffen, zumal er ein öffentliches Interview gegeben, und nicht am Stammtisch seine Meinung kundgetan hat.
    Die öffentliche Empörung, die dies auslöst kann ich nicht nachvollziehen. Ziemlich dünnhäutig und überempört imho.
    Was mich stört, ist aber das mal wieder mit der Nazikeule geschwungen wird. Zum einen ist es nicht unbedingt nützlich Monster wie Hitler ständig mit dahergelaufenen Vorstadtprovokateuren gleichzusetzen bzw zu relativieren; zum Anderen scheint es fast reflexartig zu erfolgen.
    Funktioniert aber, diese Keule. Wo die hinhaut ist Ruhe.
    Bin gespannt wohin die Diskussion noch so treibt(in der Öffentlichkeit), hab aber die Vermutung, dass es nicht primär um Integration gehen wird. :)

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  • hans

    ich hätte gern, dass herr sarrazin sich um seinen job gedanken gemacht hätte. die bundesbank hat nun wirklich LEBENSWICHTIGE aufgaben vor der brust!!! statt dessen schickt er eine ‘emser depesche’ in die welt.
    wie weiland herr bismarck (wobei ich die intellektuellen fähigkeiten der beiden nie miteinander vergleichen würde …), züngelt das feuer der fremdenfeindlichkeit und schon bekriegt sich die lesende welt der republik.
    das ist eher eine: ‘haltet den dieb’ hetzkampagne
    im übrigen bin ich der meinung, dass man/frau immer über probleme reden kann und soll …..
    prost

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  • Der Direttore

    Diese Diskussion zeigt hier wieder die A-Typische Verhaltensweise bei notwendigen Diskussionen bezüglich heikler Themen.
    Integration in Deutschland ist Stand jetzt und heute GESCHEITERT!
    Das ist nunmal Fakt! und dort bestätigen Ausnahmen nur die Regel der Masse!
    Es bildem sich immer mehr Paralelgesellschaften. Viertel in Großstädten sind meist schon einer kulturellen Schicht zugeordnet. Berlin Kreuzberg ist Klein Istanbul und hier auf dem Land ist Donauwörth Parkstadt Klein Moskau. Die Polizei schreitet bei Straftaten nachweislich weniger in diesen “Problemvierteln” ein, sowie dass die sprachlichen Defizite der Kinder die dort auf die Schule gehen immer gravierender werden. Die Zahl der Schulabbrecher steigt und dieser Trend nimmt nicht ab.

    Das sind alles Missstände die sich doch eine so politisch korrekte Gesellschaft annehmen muss, anstatt sich auf einen, der dies in einer sicherlich polemischen Art und Weise zum Ausdruck gebracht zu stürzen und ihn öffentlich an den Pranger zu stellen, als wäre Hitlers Mini Me gerade geboren.

    Aber warum dies in dieser Art geschehen ist, ist doch ganz klar, weil keiner ein probates Lösungsmittel gegen diese Art von Seperationsgesellschaft hat, indemm verschiedene Kulturen nicht miteinander leben, sondern nebeneinander, indem es keine gemeinsame produktive Identität gibt, sondern eine perspektivlose Destruktivität herrscht.

    Übrigens, die Ausländer, die wirklich in Deutschland etwas erreichen wollen, leiden selber unter dem Teil ihrer eigenen Kultur, die zwar dutzende Jahre in Deutschland leben, aber hier nie angekommen sind.

    Ehrenmord, Zwangsheiraten, Kopftuchzwang etc sind Alltag auch in Deutschland!

    Sicherlich gilt dies alles nicht für jeden und alle, aber diese angesprochenen Punkte sind präsent und wir sollten nicht so tun, als wäre alles in bester Ordnung, nur weil unser Vorgarten grün blüht!

    Der Zentralrat der Juden vertreten durch Herrn Stephan Krämer ist nicht ernst zu nehmen, nachdem sie Sarrazin sofort in eine Reihe mit Göbbels gestellt haben. Dieses reaktionäre Verhalten ist unter aller Sau!

    Übrigens ich persönlich bin vom braunen Rand sehr weit weg, falls jemand nun versucht mich als letzte Geliebte von Göring hinzustellen.

    Meine Tochter ist Halbtürkin..

    So Far

    der Direttore

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  • creezy

    doch, der vergleich ist gerechtfertigt. du und ich, wir wissen nämlich nicht, wo der mann insgeheim seine grenze zieht. sein bisheriges verhalten hat bei mir nicht den anschein erwecken können, er zieht humane grenzen. der mann hat pauschal eine bevölkerungsgruppe in den sack geworfen und völlig unsortiert drauf gedroschen. so tut er das immer. und sehr offensichtlich lässt sich sarrazin dabei reiherum bekanntermaßen über menschen aus, die seiner meinung nach nicht zur stärkung dieses sozialstaats beitragen, dabei unterlässt er sehr gerne genau so laut zu analysieren, welche chance diese gesellschaft diesen menschen überhaupt (noch) gibt, gestern der ALG-Empfänger, heute die jungen Türken und morgen? was glaubst du denn, wie lange es noch dauern würde bis er sich laut gedanken über die kosten der institutionen macht, in denen menschen mit behinderungen betreut werden, vorausgesetzt er bekleidet in zukunft noch ein amt, das ihm dazu stimme verleiht? alle negativen attribute, die sarrazin in dem interview ausgesprochen hat, kannst du 1 zu 1 auf menschen mit krankheiten oder behinderungen umrechnen. es ist nämlich mitnichten so eindimensional, was sarrazin spricht. wer das noch glaubt, der belügt sich im großen stil selbst!

    mich ärgert an sarrazin viel weniger, dass er wie ein prolet weisheiten raushaut die man an jedem deutschen stammtisch schon viel länger hören kann. mich ärgert, dass ein mann in seiner position zwar blubbert – aber genau gar kein ernstzunehmendes lösungsmodell offeriert. über die lösungsmodelle der stammtische in diesem land, will ich besser nicht nachdenken. wenn aber jemand wie sarrazin in seiner position nichts bringt, liegt nahe, dass er stammtisch-ähnlich denken mag. oder gar keine echte lösung hat. ersteres macht mir sorgen, trifft zweitens zu: dann soll er die klappe gefälligst halten.

    unsere geschichte zwingt uns sehr wohl zu einen sensibleren umgang mit migrationsthemen. das finde ich wichtig und richtig. und jeder, der so leichtfertig dahin schreibt, es sei doch gut, wenn mal jemand die wahrheit sagt, muss entweder gleichzeitig fordern, dass dann auch die ganze wahrheit gesagt wird. dann die karten auf den tisch und darüber reden, was für eine grottenschlechte migrationspolitik in diesem land zelebriert wird und kritisch über die eigenen fehler reden. wer – von uns deutschen – will denn wirklich integration?

    und was mich wahnsinnig nervt – und die tendenz hat dein blogpost genau auch leider – das sind jetzt die leute, die auf dem „endlich sagt mal einer die wahrheit und warum überhaupt darf man das eigentlich nicht in deutschland ohne gleich in die rechte ecke gestellt zu werden?-tripp argumentieren und damit genau nämlich überhaupt gar nichts zu inhaltlichen debatte des eigentlichen themas beitragen.

    Übrigens: ich lebe in berlin genau an der Grenze zu neukölln! Mein soziales Einzugsgebiet ist neukölln. Und wer immer diesen bezirk so gerne als schlechtes beispiel heranziehen will bei dem Thema, ist schlecht beraten oder hat eben keine Ahnung. Denn in kaum einem Bezirk wird Integration so gut gelebt in dieser Stadt. allerdings hat neukölln auch einen integrationspolitisch und sozial kompetenten bürgermeister, der wo er kann dafür sorgt, dass migration hier gelebt wird.

    @creezy

    Wir zwei beide sind gar nicht so weit auseinander wie Du denkst. Ich bin sehr dafür, ALLES auf den Tisch zu bringen und auch über alles zu reden. Natürlich ist die Intergartionspolitik grandios gescheitert in diesem unseren Land. Aber nicht erst seit neulich, sondern quasi schon immer. Seit Anbeginn der Zuwanderung – oder wie nennt man das politisch korrekt – wurde nie auch nur Ansatzweise versucht zu integrieren, Integration auch zu hinterfragen. Es wurde, wenn überhaupt, zwanghaft schön gerede und gleichzeitig ghettoisiert! Das war in den siebzigern schon so und hat sich nach dem Zusammenbruch des Ostens mit den Russlanddeutschen eins zu eins wiederholt. Der große Einheitskanzler, HK, hat alles dafür getan diese Menschen “heim” zu holen. Und warum? Als billiges Wahlvieh. Und was ist dann passiert? Nix! Kleines Beispiel: Ich habe zu damaligen Zeit in Osthofen gelebt, eine Gemeinde in Rheinhessen mit damals ca. 8.000 Einwohnern. In dieser Gemeinde war ein sog. Landesdurchgangslager für Spätaussiedler. Sehr viele dieser Spätaussiedler sind in der Gemeinde oder der Gegend geblieben. Gekümmert hat sich großartig keiner um sie. Sie waren ja auch nur da, um aus Dankbarkeit HK zu wählen. Das Ergebnis war und ist erschreckend. “Russenghettos”, “Alkoholismus” und “Kriminalität” und gar nix, aber auch überhaupt gar nix mit Integration oder ähnlichem. Die Politik hat versagt – und wir alle übrigens auch!
    Ich finde das dramatisch, schlimm und unerträglich. Man hätte von Anfang an eine vernünftige Integrationspolitik betreiben müssen, dann könnten wir uns heute derartig abstruse “Stellvertreterdiskussionen” ersparen.

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  • hans

    @ creezy: bingo !!!
    daraus folgt: wir brauchen dringend ein integrationsministerium für die sarrazins. insbesondere, wenn sie im geldsektor an leitender stelle arbeiten sollen und statt dessen ….
    ich entwickel gern ein lernprogramm
    vielleicht mal ein jahr mit hartz 4 bezügen in entsprechender umgebung leben und wohnen … nur mal so zum spass!

    wir müssen sie in die gesellschaft zurückintegrieren!

    auch um unseres wohlstands willen …
    (die wirklichkeit ist offenbar satire bis zum abwinken)

    Reply
  • geando

    Ich muss mich immer wieder über die arrogante Besserwisserei des politischen Establishments wundern.
    Die Mehrheit der Menschen in diesem Land sehen die Probleme welche mit integrationsunwilligen Migranten einhergehen Tag für Tag.
    Dennoch, so wird man vom medial-politischen Komplex belehrt, existieren sie gar nicht. Oder nur so Marginal, das man eigentlich nicht von einem Problem sprechen kann.
    Die Entstehung von Parallelgesellschaften ist eine Realität. Aber man darf es nicht sagen.
    Sarrazins Aussagen werden nun bewusst verallgemeinert und verdreht.
    Obwohl er nicht, wie jetzt ständig zu lesen, gegen “Ausländer gehetzt” hat.
    Er hat das Verhalten derer Kritisiert, welche keine Bereitschaft zur Anpassung zeigen und dadurch soziale Konflikte grossen Ausmasses auslösen.
    Durch die Politik des Wegschauens und Verklärens wird aber nicht nur den “Deutschen” und integrationswilligen Einwanderern geschadet, sondern auch jenen die dadurch mit ihrer ablehnenden Haltung Deutschlands gegenüber jegliche Chance zur Integration verpassen.
    Die Art und Weise wie Herr Sarrazin nun öffentlich demontiert wird, unterscheiden sich nicht von den Methoden die man früher aus der DDR kannte…

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  • MarcoDatini

    Nur zwei Anmerkungen: 1. Herr Sarrazin ist Vorstandsmitglied der Bundesbank. Er sollte sich um seinen Job kümmern und nicht sachfremde Interviews geben. Und wenn schon, dann sollte er sich einer der Institution Bundesbank angemessenen Sprache befleißigen. 2. Wer Hitler-Vergleiche hasst, sollte selber mit der Sprache aufpassen. Der Begriff “Gutmensch” war ein nationalsozialistischer Kampfbegriff. Daneben zeichnet er sich dadurch aus, dass er zum politischen Wortschatz der Neuen Rechten gehört. Nur weil heutzutage jeder diesen Begriff nutzt, wird er damit nicht unproblematisch. Kurz: wer den Begriff “Gutmensch” nutzt, ist keinen Deut besser als der, der Hitlervergleiche heranzieht – vielleicht ist er noch schlimmer. Immerhin soll der Begriff “Gutmensch” liberal denkende Menschen, die sich den Menschenrechten und den Errungenschaften der Aufklärung verpflichtet fühlen, diskreditieren.

    @MarcoDatini
    Dann schaust Du bitte mal hier zum Begriff “Gutmensch” http://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch insbesondere wer ihn warum benutzt.
    Ich diskreditiere niemanden, jedenfalls nicht absichtlich. Ich fordere nur auf, sich inhaltlich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Das ist anscheinend nicht möglich, ohne automatisch als “neuer Rechter” klassifiziert zu werden. Da bin ich übrigens soweit davon entfernt wie eine Kuh von Physiknobelpreis. Wenn Du hier also anmerkst, dass ich durch die Benutzung eines Begriffes schlimmer bin, als diejenigen die Hitlervergleiche heranziehen, kann ich nur noch ungläubig den Kopf schütteln. Was soll ich denn davon halten? Bin ich hier jetzt quasi der geistige rechte Brandstifter?
    Ich sag es doch, eine vernünftige inhaltliche Auseinandersetzung ist wohl nicht möglich!

    Reply
  • Maren Bürgel

    ach ja, die arme gebeutelte Meinungsfreiheit …! Meinungsfreiheit bedeutet also, daß man jeden Mist unhinterfragt raushauen darf und dafür dann auch noch gestreichelt wird? Nein, wer auf billigste Art und Weise provozieren möchte wie Sarrazin, der darf sich beileibe nicht wundern, wenn ihm dann auch mal ein wenig Wind ins Gesicht bläst.Es ist halt ein ganz großer Irrtum zu glauben, Ton und Inhalt ließen sich trennen. Wem es darum geht, Probleme aufzuzeigen und Lösungsmöglichkeiten zu finden, der sollte in der Lage sein, sich gerne in scharfer aber doch sachlicher Form über diese Probleme zu äußern(ja, sowas ist tatsächlich möglich). Man kann auf hohem Niveau und auf niedrigstem Niveau für eine Sache streiten – und Sarrazin bewegt sich nunmal gern immer wieder im Schlamm. Es geht nicht darum, Probleme zu verniedlichen oder in einer großen rührseligen Umarmung verschwinden zu lassen, sondern darum, sie auf vernünftige Weise sichtbar zu machen. Und dazu sollten sogenannte “Verantwortungsträger” in besonderer Weise in der Lage sein – ein gesellschaftlich relevanter und produktiver Diskurs kann nicht entstehen, wenn alle bloß noch nach Stammtischmanier um sich schlagen. Und diese Stammtischmanier dann auch noch im Namen der “Freiheit” zu glorifzieren, ist ja wohl der Gipfel der Perfidie.
    @Creezy: Danke!
    Ach ja, und ist es nicht niedlich, wie alle, die Sarrazin jetzt den Rücken stärken, auch immer gleich betonen müssen, sie seien auf gar keinen Fall Nazis, Ausländerhasser, Rechte, Antisemiten undsoweiter?!

    @Maren
    Ich finde das gar nicht niedlich, sondern eher unhübsch.
    Aber zum eigentlichen Punkt: JA, Meinungsfreiheit heißt, dass man alles raushauen darf (es sei denn es ist volksverhetzend). NEIN, dafür muss man nicht gleich gestreichelt werden. Man muss dafür die Konsequenzen tragen. Ohne wenn und aber. Das “der Ton die Musik macht”, ist klar. Da hat er sich, wie so oft, vergriffen. Gar keine Frage! Das sich aber so überhaupt gar nicht inhaltlich mit der Sache beschäftigt wird, sondern gleichermaßen keulenmäßig “zurückpolemieisert” wird, der Problematik überhaupt nicht gerecht. Anstatt sich inhaltlich mit Sarrazins Äußerungen auseinanderzusetzen, wird in der gleichen polemischen und beleidigenden Sprache zurückgepoltert. Ohne Sinn, nur mit Stigmatas und Beschimpfungen und mit diesem ewigen erhobenen Zeigefinger. So lößt man keine Probleme, sondern schafft nur neue. Oder ist es so, dass es überhaupt kein Problem gibt, über das es sich zu diskutieren lohnen würde? Verstehst Du was ich meine? Ich würde doch einfach nur gerne sehen, lesen oder hören, dass wir uns mit diesen Problemen “Integration”, “Akzeptanz”, “Harz4″, “Bildungsferne” und wie sie noch alle heißen konstruktiv auseinandersetzen. Da halten uns einige Leute einen Spiegel vor und anstatt wir uns mit dem gebotenen Bild auseinandersetzen verfallen wir in alte “Zerfleischungsmuster”…

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  • MarcoDatini

    @würtz Da war meine Intention eigentlich eine andere. Ich meinte eigentlich nicht Dich persönlich – allein da ich mir ziemlich sicher bin zu wissen, wie Du den Begriff verwendet hast. Mich ärgert nur die Nutzung dieses Begriffs, da ich schon seit vielen Jahren feststelle, wie dieser Begrif aus dem rechten Spektrum in die Mitte der Gesellschaft rückt. In den 90er Jahren war “Gutmensch” meist als Kampfbegriff der Neuen Rechten zu finden, keine Ausgabe der Jungen Freiheit ohne massenhafter Verwendung dieses Wortes. Mit der Zeit schlich sich dann der Begriff über die Presse, Politik und “Intellektuelle” in die Mitte der Gesellschaft. Heute nutzen die meisten Medien und auch viele Menschen diesen Begriff mit einer mir unagemessen erscheinenden Selbstverständlichkeit. Hier wurde ein Begriff zum Mainstream, ohne dass man sich weitergehend mit seiner Begriffsgeschichte auseinandergetzt hat. Leider gehört es zum Konzept der Neuen Rechten genau so etwas erreichen zu wollen. Die Beeinflussung der gesellschaftlichen Diskurse. Es ist gelungen, einen pejorativen Begriff zu lancieren, der sich gezielt gegen “Linke” richtet.
    Beim gerade nochmaligen Lesen meines vorangegangenen Posts muss ich nun konststieren, dass ich mich – ähnlich wie Herr Sarrazin ;-) – im Tonfall vergriffen bzw. mich fäschlich ausgedrückt habe. Meine ehrliche Entschuldigung dafür. Ich halte Dich nicht für einen “geistigen rechten Brandstifter”, dass war auch nicht wie gesagt meine Intention. Ich wollte nur aufzeigen, dass die Begrifflichkeiten auf allen Seiten hart gewählt sind, beim Begriff des “Gutmenschen” häufig ohne Kenntnisse der Begriffsgeschichte. Ich hoffe, ich habe meine Intention jetzt besser klar gemacht. Und ich hoffe auch, dass Du verstehst, dass ich nicht vorhatte Dich ins rechte Eck zustellen, sondern einfach übers Ziel hinausgeschossen bin. Ich reagiere leider mittlerweile recht gereizt auf den Streitbegriff. Sorry.
    Und nebenbei – diejenigen, die Hitlervergleiche heranziehen, sind keine schlechten Menschen. Sie sind überzeugte Demokraten, liberale Denker und besorgte Beobachter des Zeitgeschehens. Sie haben sich – mit besten Absichten – nur einer völlig falschen Ebene hingegeben – wie Herr Sarrazin auch. Insofern war meine obige Gleichsetzung noch auf einer recht positiven Ebene.

    @MarcoDatini
    Überhaupt kein Problem. Diese Gereiztheit erkenne ich auch bei mir. Was mir allerdings gut gefällt, und das gilt für @ALLE, ist die Tatsache, das wir wenigstens hier einigermaßen inhaltlich versuchen zu diskutieren.

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  • Tom

    Liebe Leute,
    Themen dürfen und müssen offen angesprochen werden. Dabei muss ich aber der Dame mit dem Namen creezy recht geben: Keiner kennt die wirkliche Intention des Herrn Sarrazin. In dem Bereich, über den er gesprochen hat, hat er keinerlei Einflussmöglichkeiten mehr. Warum polemisiert er also in dieser Art? Sollte er lediglich in einem intellektuellen Umfeld Thesen aufgestellt haben wollen: Warum macht er das dann nicht auf einem differenzierenden intellektuellen Niveau? Muss ich von einem Bundesbänker nicht verlangen können, dass er die Wirkung seiner Worte und die Wahl seines Kommunikationskanals abschätzen kann? Jetzt kommen natürlich die “Pragmatiker”, die sagen: immer nur diplomatisch, dass hilft nicht. Doch, tut es! Wenn ich eine sachliche Diskussion führen und lösungsorientiert arbeiten will, bin ich nur so in der Lage, eine breite Mehrheit zu gewinnen. Das ist in kleinen wie in großen Unternehmen, im privaten und im öffentlichen Umfeld so. Wie man in diesem Forum schön ablesen kann, funktioniert eine sachliche Debatte auf diesem Niveau nicht. Auf Grund der Wortwahl des Herrn Sarrazin stehen sich hier zwei Lager unversöhnlich gegenüber, ein Konsens ist nicht in Sicht.
    Niemand unterstellt Herrn Sarrazin Dummheit. Deswegen noch einmal die Frage: Warum auf so plumpe Weise polemisieren, und: Wo will er wirklich hin?
    Um Herrn Sarrasin tut es mir übrigens nicht leid. Dass er die Wirkung seiner Worte für ihn als Funktionsträger, die eine internationale Aufmerksamkeit mit sich bringt, nicht abschätzen kann, spricht tatsächlich für – vorsichtig formuliert – fehlenden Überblick oder Realitätssinn. Ob so jemand eine öffentliche Debatte führen sollte, lasse ich einmal dahin gestellt.
    Jetzt doch noch eine kleine Keule: Wohin uns Polemiker geführt haben, hat man in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gesehen. Ich vergleiche Herrn Sarrazin nicht mit Personen aus dieser Zeit, aber in dem Fall trifft zu: Wer klug ist, lernt aus Geschichte.

    @Tom
    In der Tat, ist das ein interessanter Aspekt. Was will Sarrazin? Warum hat er das alles so gesagt? Ich denke da spielt Eitelkeit eine große Rolle… Das von Dir erwähnte “plumpe Element” einer solch emotional geführten Debatte sehe ich auch. Da bin ich nicht ganz unschuldig, ich habe mich auf dem gleichen “plumpen” Niveau bewegt. Allerdings kenne ich meine Intention…

    Reply
  • hans

    man/frau muss aber auch ganz klar unterscheiden, warum er das sagt und warum das so ein supermedienspektakel ist.
    zum ersten ist ja das wort ‘plump’ schon gefallen. da würden mir noch andere worte zu einfallen, aber es reicht wohl schon aus.
    das interessantere ist eigentlich das zweite. eine herrliche kampagne, bei der eine verrückte gemengelage aufeinandertrifft, die dazu noch vollständig emotionalisert ist. lautsprecher gegen diplomaten, ausländerfeinde gegen tolerante, arbeitssehnsüchtige hartz 4ler gegen sozialverdrossene totalverweigerer, u.s.w und das ‘schöne’ an der kampagne ist, dass sie so herrlich von dem wichtigsten aktuellen problem ablenkt: wo bleiben unsere steuermilliarden (1 milliarde = 1000 millionen) zu dem thema hab ich z.B. aus den koalitionsverhandlungen noch gar nichts vernommen.
    während wir uns hier über ‘plumpe’ sprüche unterhalten oder streiten, können leute wie sarrazin hinter verschlossenen türen die asche der verbrannten milliarden euro entsorgen und ihre tresore mit neuem geld polstern. superkampagne! sozusagen: :sandmännchen für jedermann!

    übrigens werden wir in nächster zukunft vermutlich noch mehr ‘vorschläge’ bekommen, die die eine oder andere bevölkerungsschicht als ‘unwürdig’ ‘nutzlos’ (andere adjektive verkneife ich mir) darstellen.
    na, das macht mich vielleicht wütend!

    @hans
    Vielleicht war ja tatsächlich das der Sinn – Verschwörungstheorie – Ablenkung von den echten Problemen.

    Reply
  • domestos

    Soll es denn wirklich Schluss sein?
    mit: Ouerdenken,- Unangepasstheit,- die freie Meinung sagen angesichts des wahren Lebens

    ist dies nicht gerade der Beweis für die Existenz eines Tabus, das es verbietet, bestimmte Dinge öffentlich zu benennen?
    Dass über die Meinung vieler Menschen nicht offen diskutiert wird, sondern sie in die Internet-Foren elektronischer Stammtische verbannt wird, stellt für eine demokratische Gesellschaft eine nicht zu unterschätzende Entwicklung dar.

    @domestos
    Nein, damit ist sicherlich nicht Schluß! Ich empfinde das Netz als Teil einer demokratischen Gesellschaftskultur…

    Reply
  • Maren Bürgel

    Klar verstehe ich Dich, Dirk, und ganz sicher wäre eine inhaltlich sachliche Debatte zum Thema wünschenswert – aber gerade wenn Du einen konstruktiven Dialog forderst, dürftest Du eigentlich nicht Sarrazins Herangehensweise verteidigen. Sarrazin keult immer wieder nach allen (vorwiegend schwächeren) Seiten, da ist doch klar, daß an ernsthafter Diskussion Interessierte sich auf sowas nicht gerne einlassen wollen. (Auch fragt der Auftakt Deines Blogbeitrags gar nicht nach der sachlichen Auseinandersetzung mit Inhalten sondern danach, warum Sarrazin ein paar Konsequenzen zu spüren bekommt. Und das ist doch klar, denke ich.)
    Und was die Freiheit angeht – Meinungsfreiheit und sonstige – so sehe ich das ein bißchen anders: für mich beinhaltet Freiheit nicht nur meine eigene Freiheit allen möglichen Launen nachzugeben, sondern auch die Freiheit zu erkennen, daß man selbst eben nicht der Mittelpunkt der Welt ist und andere Leute auch ein paar berechtigte Ansprüche haben, und sei es nur die auf ein gewisses Maß an Objektivität und Fairness. Mag man mich deshalb Gutmensch schimpfen, das ist mir wurscht – wenn Gutmenschentum heißt, daß man platten beleidigenden Populismus eben nicht feiert, dann gehöre ich gern dazu.
    (P.S.: und steht nicht auch hier unter “Kommentare”: “Please be polite and on topic ;-) )?!)

    @Maren Bürgel
    “für mich beinhaltet Freiheit nicht nur meine eigene Freiheit allen möglichen Launen nachzugeben, sondern auch die Freiheit zu erkennen, daß man selbst eben nicht der Mittelpunkt der Welt ist und andere Leute auch ein paar berechtigte Ansprüche haben, und sei es nur die auf ein gewisses Maß an Objektivität und Fairness.”
    Das hast Du sehr treffend formuliert, genau so versuche ich mein Leben seit Jahren zu gestalten. Mich nicht zu wichtig zu nehmen…
    Ich sehe Sarrazin als auslösendes Moment, zugegeben ein sehr populistisches. Vielleicht könnte man jetzt, da alle extrem sensibilisiert sind, mit der inhaltlichen Auseinandersetzung beginnen. Ich werde mal versuchen, sobald es meine Zeit zuläßt dementsprechend einen Startpunkt hier im Blog zu setzen. Obwohl das ja eigentlich ein “Weinblog” ist. Der Mensch (ich) ist halt eben ein politisches Wesen (zoon politicon) hat schon der olle Aristoteles gesagt :-)

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  • hans

    wow, der hinweis auf ‘please be polite ….’ war genial naheliegend!’
    @maren bürgel
    und was deine interpretation auf verfolgungstheorien angeht, lieber dirk
    die ‘plumpheit’ (ach wie nett formuliert) ist ausdruck der intellektuellen fähigkeiten herrn sarrazins.
    die öffentlichkeitskampagne wär gar nicht sein kaliber. dazu haken sich z.B. die bertelmannmedien schon ganz professionell ein. das geht ungefähr so: herr h.o. henkel schreibt einen brief an die bundesbank …
    tenor: stellt euch mal nicht so an! seid nicht kindisch und nehmt dem sarrazin kompetenzen weg!
    übersetzt bedeutet das: ein richtiger banker kann noch viel ‘plumper’ sein als sarrazin!
    (also sprich ein banker sollte vor allem zocken und verzocken können und dürfen, plump (oder unpolite) sein dürfen, wir müssen ihm das verzeihen können …)
    oh mann/oh frau … wo sind unsere milliarden geblieben ???? in den händen plumper banker?

    Reply
  • Friedrich Bolle

    @Dirk Würtz

    “War schon mal einer in den von Sarrazin angesprochenen Teilen von Berlin, Neu-Köln beispielsweise. Wohl kaum! Dann geht mal hin und schaut, wie die politisch unkorrekte Realität aussieht.”

    Ich war da und bin häufiger dort (genieße die Kultur und engagiere mich an einer Schule)

    Gleich ein paar Korrekturen:

    Es gibt kein Neu-Köln sondern nur Berlin-Neukölln :-) Aber Dirk hat leider immer seine Lernschwäche in Geographie nicht überwunden :-)

    Und etwas mehr Einsicht in die Vielfalt des Bezirks Neukölln hätte im auch der Wiki-Eintrag :http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Neuk%C3%B6lln

    Was mich an Sarrazins Äußerungen stört, ist die Tatsache, dass er als Berlin erst im Alter von 59 Jahren hier eine Kritik losläßt (in Teilen sicherlich auch berechtigt ist ) nur

    wo war der Bürger Sarrazin eigentlich vor 10 Jahren vor 20 Jahren?

    Wenn er als zur ” Nomenklatura ” gehörende Person erst eine Kritik an bestehenden Zuständen erhebt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann läßt das für mich ein erschreckendes Bild über den Zustand unserer sogenannten Elite zu.

    Und was die Stammtischgespräche betrifft:

    Laut Umfrage der Berliner Morgenpost stimmen mehr als 80% der Berliner der Äußerung Sarrazins zu.

    Was wäre wohl wenn wir hier einen twitpoll über die Wiedereinführung der Todesstrafe in Deutschland veranstalten würden:

    Wahrscheinlich >70 % !!!

    Im übrigen wo war eigentlich Herr Sarrazin als die Rütli-Schule Berlin-Neukölln weltweit bekannt gemacht hat.

    Soviel zu unseren tollen Köpfen.

    P.S. Vorgestern wurde der Wirtschaftsnobelpreis an Elinor Ostrom vergeben:

    Hier ein Satz aus dem Spiegel Artikel der auch Anwendung auf die Lösung für z.B. Berlin-Neukölln finden sollte:

    “Wie das Beispiel zeigt, ist Ostrom in ihrer praxisorientierten Forschung auch zu der Erkenntnis gekommen, dass die Menschen vor Ort oft die besten Lösungen für ihre Probleme finden.”

    aus:http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,654721,00.html

    @Friedrich Bolle

    Das mit der Todesstrafe steht wohl zu befürchten. Ich bin übrigens, nicht nur deswegen, gänzlich gegen Volksentscheide.
    Nebenbei: In Geografie bin ich fast unschlagbar ;-)

    Reply
  • domestos

    @domestos
    Nein, damit ist sicherlich nicht Schluß! Ich empfinde das Netz als Teil einer demokratischen Gesellschaftskultur…

    Das Recht zur Unterdrückung anderer Meinungen, ist die Freiheit, die Demokraten am lautesten begehren.
    Ärgerlich:
    Das einzig ärgerliche an der Demokratie ist die Tatsache, dass auch das Volk abstimmen darf.

    Reply
  • Charles

    Die Causa Sarrazin zeigt mal wieder wie es im Lande aussieht. Berufspolemiker „sprechen unangenehme Themen an“ und setzen somit eine heftige Diskussion über dies und das und überhaupt in Gang, welche besonders gerne in Talkshows geführt wird. Und am Ende geht man wieder zum Alltag über, ohne sich je einen Sch*** um die Ursachen gekümmert zu haben. Wird dieses Mal auch so sein. Wetten?

    Reply
  • hans

    na wunderbar, während wir hier trefflich streiten über die pauschale genehmigung verbaler ‘plumpheiten’ geistig nicht ganz hochstehender banker, bewegt sich hinter diesem paravant öffentlicher ablenkungsdiskussion die eigentliche welt der banker ein wenig weiter:
    kaum schläft man/frau eine nacht drüber ist schon zu lesen:
    ‘an der wall street genehmigen sich die banker der 23 größten banken in diesem jahr 95 Milliarden (1 milliarde hat 1000 millionen!) boni.
    10 milliarden mehr als im rekordjahr 2007! und alles hübsch abgesichert vom steuergeld der amerikanerInnen.
    herr henkel hat auf seine weise recht: ‘liebe bundesbank, das ist doch ne kinderei, was ihr mit dem armen sarrazin macht …’ seid nett zu ihm und vermasselt ihm nicht seinen bonus ….

    @hans

    Ich sags ja, wahrscheinlich hast Du recht. Hier wird abgelenkt vom Wesentlichen

    Reply
  • Friedrich Bolle

    @Dirk Würtz
    Sorry ich habe es mit Dr. Motz verwechselt :-)

    “In Geografie bin ich fast unschlagbar”

    Ich bin nicht grundsätzlich gegen Volksentscheide … aber vielleicht bedarf es auch da einer sehr langen Kultur siehe Schweiz.

    Reply
  • Gerrit

    @Integrationspolitik: Zu Sarrazin wurde hier schon genug gesagt. Und dass er ein Polemiker ist, sei wohl unbestritten. Aber ob solche Polemik gut (diskussionsfördernd) oder schlecht ist, läßt sich wohl nie richtig beantworten … wobei man Menschen wie Sarrazin schon aus der Chemie kennt: Katalysatoren. Einige von ihnen stoßen nämlich Reaktionen an, wobei sie sich selbst dabei auflösen (selbst aus dem Amt schießen).

    Aber zum Thema Integrationspolitik, das Dirk mit creezy diskutiert hat: Ist es sinnig, von IntegrationsPOLITIK zu sprechen? Ist es sinnig, eine Politik zu etwas zu machen, das doch aus dem Menschen selbst und seiner Gesellschaft heraus stattfinden muss? Und ist es nicht illusorisch zu glauben, dass Menschen aus ihren natürlichen Trieb heraus Dingen und Mitmenschen gegenüber skeptisch sind, die “anders” sind? Eine vollständige Integration wird nie erfolgreich sein, da es immer Menschen geben wird, die den Fremden nicht integrieren wollen. Politik hin oder her.

    @Gerrit
    Der letzte von Die angefügte Aspekt ist sehr wahr, auch in umgekehrter Sicht.

    Reply
  • Friedrich Bolle

    Nachtrag:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,655369,00.html

    Und:

    Was die Integrationskraft Deutschlands betrifft:

    Wie war das eigentlich 1945 wieviele Ostpreußen, Schlesier und Sudetendeutschen etc. wurden integriert ??

    Und hatten wir in Deutschland nicht schon immer Einwanderer

    Wie war das eigentlich mit den Hugenotten?

    Und wer hat ab 1870 in Kohlegruben des Ruhrgebiets malocht ?

    Und was wären wir wohl ohne unsere deutsch-italienische Pizza .. nicht zu vergessen den Döner, der die Currywurst abgelöst hat ??

    Reply
  • Gerrit

    @Friedrich Bolle: Sich das Nützliche einer anderen Kultur anzueignen, ist eine Sache. Die damit verbundenen Menschen ebenfalls mit zu integrieren und sich Menschen, die eine andere Religion verehren, eine sehr dunkle Hautfarbe haben, wenig Deutsch sprechen, und auch sonst dutzende Kennzeichen haben, an denen man sie direkt als “Menschen mit Migrationshintergrund” (wer hat eigentlich diesen scheiß Ausdruck politisch korrekt gemacht?!) erkennt, ist eine ganz andere Leistung, die – wie schon gesagt – jeder einzelne von uns erbringen muss, ohne auf irgendeine Politik zu achten.

    Sowas passiert mMn über Generationen und nicht über Legislaturperioden.

    Reply
  • hans

    ich kann’s mir nicht verkneifen, auf den spiegel online zu verweisen, wo hendryk m broder vom ersten auftritt sarrazins nach seine ‘plumpen’ worten zur ausländerfrage berichtet.
    eine durchgehend sanfte umschreibung der fachlichen kompetenzen sarrazins, die er zusammenfasst: ‘am ende der eineinhalbstündigen debatte war vor allem eines futsch: der glaube, experten würden mehr von wirtschaft verstehen als das gemeine volk’
    fazit also: fachlich mindestens ‘plump’!

    bei dieser menschlichen kostellation ist es nur nachvollziehbar, das plumpe gemüter nach unten treten, damit sie nicht halt unter den füssen verlieren (egal, wer gerade ‘unten’ ist)
    das ist für mich meilenweit von jeder diskussion über irgendwelche wirklichen probleme entfernt. das ist gar keine diskussion ….
    prost

    Reply
  • drsarkozy

    Bester Pinot-Noir-Produzent Deutschlands,

    nach klösterlichem Aufenthalt und anschliessender Lektüre der obigen Diskussion, kann ich nicht umhin auch noch meinen Senf zu hinterlassen:

    Als ich in der zehnten Klasse war schrieb mir mein Deutschlehrer, ein wahres Alt-68er-Urgestein, folgenden Satz in mein Poesie-Album : Das Recht die Freiheit der Meinung zu besitzen ist für die meisten Menschen bereits so erhebend, dass sie sich mit der Freiheit begnügen und auf die Meinung verzichten.
    Er wies uns an, in Interpretationen immer unsere Meinung zum Ausdruck zu bringen, weil dies unser unumstössliches Grundrecht sei, welches uns niemand wegnehmen könne. Eine Zensur fände nicht statt.
    Wie blauäugig diese Attitüde ist, zeigt sich an Herrn Sarrazin. Eine Zensur findet nämlich offensichtlich überall dort statt, wo Menschen etwas äussern, was nicht mit dem Attribut ‘political correctness’ überzogen werden kann;
    wurschtegal wohlbemerkt, aus welcher politischen Ecke es kommt.
    Die Volksparteien täten gut daran, auch wieder ‘extremere’ Positionen in ihren Reihen zuzulassen und zu diskutieren, anstatt sich im Einerlei der ‘political correctness’ zu ergehen. Dies erstickt jede konstruktive Diskussion im Keim und führt zu fühlbarem Stillstand.
    Herr Sarrazin hat durch seine Äusserungen im Interview etwas geschafft, worauf viele Menschen im Wahlkampf gewartet haben. Und unabhängig davon, ob man ihm im Einzelnen zustimmen mag oder ob nicht, so kann man doch seinen Verve bewundern, nämlich auf seinem Grundrecht der freien Meinungsäusserung zu bestehen.
    Kritikfähig scheint er ja wohl zu sein.

    à votre santé

    drsarkozy

    hier noch ein link mit weiteren Gedanken zu Herrn Sarrazin :
    http://blog.nn-online.de/hirnduebel/2009/10/13/kein-bargeld-mehr-fur-thilo-sarrazin/

    Reply
  • hans

    naja, jetzt hat sogar die kanzlerin ein machtwort gesprochen! während die spd noch rassismus zu integrieren versucht, waltet die kanzlerin ihres amtes. ich bin absolut kein fän von angela, aber hier hat sie sogar die spd überholt!!!
    und sarrazin mit seinen gostwritern von bertelsmann hofft weiterhin auf demokratische tolleranz (schreibfehler sind gewollt). und die medien wittern zuschaltquoten für rassistische positionen.
    irgendwie sieht sarrazin aus wie sarah palin, finde ich!
    prost
    hans

    Reply

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