Ärgernis der Woche

Von unserem allerliebsten Dr. Motz…
Ich hätte sie doch aufheben sollen, zumindest ein oder zwei davon. Für Notfälle, sozusagen. So wie jetzt diesen. Aber wer konnte schon ahnen, dass man die Dinger eines Tages tatsächlich noch einmal brauchen würde. Ich bin mir sicher, dass ich – wenn ich nur genauer suchen würde – sogar noch eine finden würde. In irgendeiner Schublade, verborgen und vergessen unter einem Wust von ebenso unnützen Papieren. Aber immer dann, wenn man ’mal etwas wirklich dringend braucht, ist es bekanntlich ums Verrecken nicht auffindbar. Die Rede ist – ganz richtig: Von einer Postkarte. Jene Dinger, die wir uns früher gegenseitig aus dem Urlaub zugeschickt haben. Und die an Weihnachten, Geburtstagen und zu anderen mehr oder weniger feierlichen Anlässen säckeweise ins Haus flatterten. Einige sogar mit Fotografien von den Liebsten hintendrauf. Selbst diese so genannten Kunstdrucke, die stets zur Adventszeit unaufgefordert im Briefkasten lagen  – versehen mit einer Zahlkarte und dem Appell an das Gute in einem – sind nicht mehr da. Dabei geht es doch auch in vorliegendem Falle – genau genommen – um einen guten Zweck. Nämlich darum, jede Menge Geld zu sparen – und auch noch das eigene. Oder wer will schon für eine Dienstleistung bezahlen, die nachweislich gar nicht (mehr) erbracht wird? Womit ich die Deutsche Telekom AG – denn um diese geht es nämlich – nicht etwa als „Dienstleister“ bezeichnen möchte, das würde dem Geschäftsgebaren des Unternehmens nicht gerecht werden. Oder wie ist es sonst  zu erklären, dass am Telefon zwar Haus und Hof verkümmelt werden dürfen, die einfache umzugsbedingte Kündigung eines Festnetzanschlusses (wer braucht schon zwei davon in nur einem Haushalt?) aber schwieriger ist, als einem Eskimo einen Kühlschrank zu verkaufen. Und sind dann scheinbar doch endlich alle Hürden (Pin, Kennwort, Kundennummer) genommen, fordert mich die Dame im 0800er-Callcenter freundlich, aber bestimmt auf: „Schicken Sie uns doch einfach eine Postkarte“.  Völlig entnervt von der letztendlich vergeblichen Sucherei blieb schließlich nur noch der ultimative Gang zum nächsten Postamt  (oder was wir mittlerweile dafür halten sollen!), um dann dort den endgültigen Gnadenstoß zu bekommen: „Postkarten? Klar haben wir noch Postkarten, aber nur im Zehnerpack…“ Das war dann doch – in jeder Hinsicht – zuviel. Wer hat schon zehn Festnetzanschlüsse?

4 Kommentare »

  1. Peter Jakob Oktober 6, 2009 16:25

    Nur mal so als kleine Anmerkung: Nicht zur Post, sondern zur nächsten Kneipe gehen. Irgendwo befindet sich dort garantiert ein Ständer mit Werbepostkarten. Einfach eine nehmen (am besten mit einem passenden Motiv – Inglorious Basterds z.B.) und auf die Rückseite das passende an die Telekom schreiben. Oder gibt es bei Euch noch keine Edgar- oder wie auch immer Gratispostkarten?

  2. Mac Oktober 6, 2009 17:51

    Oder schneid doch einfach ein Stück Karton aus Deinen Weinbag´s :)

    Frage: Wo ist denn die Suchfunktion im Blog?

  3. Biene Oktober 7, 2009 06:44

    ….oder Hölzchen suchen, über stundenlanges Reiben Feuer produzieren und dann Rauchzeichen an die Telekom schicken. Solche Steinzeit-Nachrichtenübermittlung verstehn sie dort bestimmt…………und es spart die Briefmarke! ;-)

  4. Michael Kinstler Oktober 7, 2009 12:06

    Mit schriftlichen Kündigungen oder Änderungswünschen wäre ich bei diesem Unternehmen ohnehin vorsichtig. Ähnliche Versuche meiner Schwägerin (Änderung eines Telefonbucheintrages) endeten in jedem Fall damit, dass ihr zu einem neuen DSL-Vertrag gratuliert und der entsprechende Splitter gleich zugeschickt wurde. Am Ende hatte sie glaube ich 7 Stück oder so…

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