Im November des vergangenen Jahres hatte ich eine E-Mail an unsere Bundeskanzlerin geschickt. Leider habe ich nie eine Antwort bekommen, obwohl ich noch einmal freundlich per Mail nachgefragt hatte. Es hat den Anschein, als ob für derartige unwichtige Mails nicht einmal ein Praktikant zur Verfügung steht… Im Kern ging es in meiner Mail um die Frage der Verwendung von Steuergeldern zur Rettung “systemrelevanter” Unternehmen und die Tatsache, dass den “kleinen” Unternehmen keiner hilft. Da ich, wie gesagt, nie eine Antwort bekam, habe ich das Thema zähneknirschend für mich abgehackt. Heute erreichte mich ein Kommentar einer Dame, den ich meinen geneigten Bloglesern nicht vorenthalten möchte. Ein Kommentar, der jeden, auch die Damen und Herren in Berlin, eigentlich sehr nachdenklich machen müßte.
Ich kann diesen Unmut nur teilen und finde das E-mail gut formuliert. Nur eine Frage: Wenn der Staat (also wir) anteilsmäßig in Unternehmen (jetzt sogar schon Quelle) einsteigt, dann müssten wir ja auch, falls sich das Unternehmen “rappelt” von den Gewinnen mitprofitieren, oder? Aber ein “Staat” darf doch eigentlich keine Gewinne machen, oder?
Die ganze Situation, nämlich dass ein paar Arbeitsplätze gerettet werden, anstatt neue Arbeitsplätze zu erschließen, Kleinunternehmer zu stärken etc., und Missmanagement daher völlig risikolos wird, das ist mir unverständlich!?
Meine kleine Familie überlegt sich jedes Stück Brot und jeden Liter Milch, den wir kaufen. Wir fahren nicht auf Urlaub und denken nicht daran, woanders als bei Kik Klamotten zu kaufen, obwohl mein Mann und ich arbeiten gehen und wie alle heutzutage für zwei arbeiten, weil jedes Personal wegrationalisiert wird.
Wir haben bis vor kurzem Kinderzuschlag für unseren 3jährigen Sohn bekommen. Plötzlich stellt das Amt fest, dass uns das Geld (läppische 70 eus zusätzlich) doch nicht zustehe und wir mit einem Schlag 450 euro zurück zu zahlen hätten.
ich versteh die welt nicht mehr. ich dachte, ich hätte alles richtig gemacht: gute schulnoten, studiert, war stets in arbeit und was man so unter “fleissig” versteht und jetzt kämpfe ich vor mich hin, knapp an der Armutsgrenze mit keiner Aussicht auf Besserung. Im Gegenteil: Burnout und Nervenzusammenbruch (wie bei sämtlichen Kollegen) stehen am Zukunftshorizont…. bzw. sind schon da.
Irgendwas stimmt hier einfach nicht mehr!
Ich kann nur sagen: Gut und treffend formuliert! Vielen Dank.
Liebe Weintrinker,
vielleicht hilft diese Seite weiter
http://www.direktzurkanzlerin.de/
Wenn genügend Mitstreiter vorhanden sind sollte es klappen.
Oder mal beim Kollegen Wissing anfragen der kennt doch jemanden aus
dem Berliner Politkarussell….
gruß
walter erhard jun