Man könnte ja in den ketzten Tagen fast glauben es gäbe in Deutschland nur einen wichtigen Weinführer, den Gault Millau. Dies ist natürlich nicht so. Die beiden anderen großen Guides haben jetzt reagiert und den aktuellen Disput genutzt um sich deutlich zu positionieren.
Utz Graafmann, der Chef von Wein-Plus hat auf der Startsteite ein Essay mit dem Titel: “Wirtschaftliche Zwänge und Unabhängigkeit. Das heilige Prinzip” veröffentlicht. Hier erklärt er deutlich die Prinzipien nach denen bei Wein-Plus gearbeitet wird.
Gerhard Eichelmann, in dessen Mondo Verlag der “Eichelmann Deutschlands Weine” erscheint, hat eine Pressemitteilung verschickt. Hier der Wortlaut:
Sehr geehrte Kollegen von der Presse,
da sich immer wieder Pressevertreter melden und wissen wollen, wie wir im Verlag Mondo Heidelberg es mit den Verkostungen für unseren Weinführer halten, hier eine knappe Zusammenfassung:
1. Verkostungen sind kostenfrei, eine Verkostungsgebühr wird nicht erhoben.
2. Aufkleber für Werbezwecke erhalten die Weingüter auf Anfrage kostenlos.
3. Auf Anfrage stellen wir den Weingütern den sie betreffenden Artikel im gewünschten Format kostenfrei zur Verfügung.
4. Die Verkostungen erfolgen, wenn immer möglich, „blind“.
5. Aufgrund zweistelliger Wachstumsraten können wir weiter in das Buch „investieren“, wir werden den Inhalt der nächsten Ausgabe deutlich erweitern und das Innen-Layout noch attraktiver und nutzerfreundlicher gestalten.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Eichelmann
PS: „Eichelmann Deutschlands Weine 2010“ erscheint im November 2009
Jetzt fehlt eigentlich nur noch der “FEINSCHMECKER”. Die geben ja auch ein Büchlein heraus.
Hallo Dirk,
sein Name ist “Graafmann”; mit Doppel-A vorn, einfachem A hinten..
Freundliche Grüße
Bernd Beckschwarte
Ich habe ja nun einige Jahre als Journalist und Verleger auf dem Buckel und veröffentliche genau seit 30 Jahren über Wein (Erster Artikel 1979 über Penfolds in Australien): Nach meiner Beobachtung gibt es, nach dem Sterben der wichtigsten Printtitel (und bei Vinum ist das Überleben m. E. durchaus noch nicht gesichert), derzeit nur noch zwei Möglichkeiten, als Weinpublizist/-journalist zu überleben:
- Entweder man verdingt sich an der PR-Front, wie es nach meinem Wissen fast alle namhaften Kollegen aus Deutschland machen, oder main ist gleich selbst Erzeuger bzw. Händler. In diesem Fall darf man wohl getrost davon ausgehen, dass von journalistischer Unabhängigkeit nicht die Rede sein kann.
- Oder man lebt von anderem Einkommen bzw. genießt eine private Absicherung durch frühere Einkünfte, gesichertes Familieneinkommen, andere Hauptberufe etc.
Wie auch immer, die Situation der Weinpublizistik ist für mich aktuell so katastrophal, dass ich es nur lächerlich finde, wenn sich Konkurrenten des Gault-Millau jetzt mit Heiligenschein in Position bringen wollen. Und das sagt einer, der die Interesssenkonflikte beim Gault Millau nicht erst seit zwei Wochen, sondern seit fast 20 Jahren kritisiert.
Hallo Bernd,
da hast Du natürlich recht…
“Wie auch immer, die Situation der Weinpublizistik ist für mich aktuell so katastrophal”
@Eckart Supp
Sollen wir als Kunden für die Subventionierung der ” Weinpublizisten ” eintreten
panta rhei auch der Wein fließt:-)
Auf der einen Seite wird gegen das Besitzstandsdenken der Rosé-Produzenten in Frankreich gewittert …….
Frage:
Wieviel Printweinmagazine gab es vor 30 Jahren?
Wieviel Printweinmagazine gab es vor 20 Jahren?
Wieviel Printweinmagazine gab es vor 10 Jahren?
Wieviel Printmagazine gibt es heute?
Der Leser wurde in den letzten Jahren mit Weinmagazinen erschlagen.
Das jetzt ein Sättigungsprozess eingetreten ist, dass neue Medien (sei es n-tv mit Hawesko) sei es das Internet auch noch ein Stück vom Kuchen abnagen wollen ist logisch.
Das ein Marktführer wie Gault Millau ins Schlingern geraten ist, ist doch letztlich d e r Indikator, dass der Printbereich übersättigt ist. Die Beseitung des Interessenskonflikt führt m.E. nicht zu einer Verbesserung der Situation bei den Printmedien. Wie in anderen Wirtschaftsbereich schlägt auch hier der Schweinezyklus zu.
Darum einfach einmal über das Weinglas hinaus in andere Brachen schauen, ob es da Lösungen für das Überlegen der dortigen Branchenprintmedien gibt.
da gab es bei mir eine Freudsche Fehlleistung:-)
Darum einfach einmal über das Weinglas hinaus in andere Brachen schauen, ob es da Lösungen für das Überlegen der dortigen Branchenprintmedien gibt.
Statt Brache muß es natürlich heißen …in andere Branchen schauen
und statt Überlegen Überleben
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