Gestern kamen drei Soldaten der Bundeswehr bei einem Gefecht mit den Taliban in Afghanistan ums Leben. Damit erhöht sich die Zahl der getöteten Bundeswehrsoldaten seit Beginn des Einsatzes am Hindukusch auf insgesamt 35. In einem TV Interview sprach der Bundesverteidigungsminister Jung gestern Abend von “gefallenen Soldaten”. Wenn ich mich nicht ganz täusche dann ist der Terminus “gefallen” in diesem Kontext ausschließlich mit kriegerischen Kampfhandlungen zu gebrauchen. Soldaten sterben nicht in Kampfeinsätzen, sie “fallen”. Daraus muss ich dann wohl schließen, dass wir uns in Afghanistan im Krieg befinden. Auf der Internetseite der Bundeswehr, wird der Einsatz allerdings ganz anders erklärt: “Gemeinsam mit den Partnernationen soll die Bundeswehr der afghanischen Regierung, den Mitarbeitern der Vereinten Nationen sowie anderen Organisationen für Entwicklung und Zusammenarbeit eine Arbeit in sicherem Umfeld ermöglichen. Durch die Präsenz in den einzelnen Provinzen soll ein Vertrauensverhältnis mit der Bevölkerung geschaffen werden”.
Als ob man in diesem Land, auch nur ansatzweise ein sicheres Umfeld schaffen könnte. Lächerlich! Ich frage mich, ob daran überhaupt jemand ernsthaft interessiert ist. Das man die Afghanen nicht so einfach “befrieden” kann, haben doch auch schon die Russen schmerzhaft zu spüren bekommen. Jetzt macht die “internationale Staatengemeinschaft” am eigenen Leib die gleichen Erfahrungen, zumal, so Minister Jung, die Taliban immer öfter die “offene Schlacht” suchen.
Das man dieses Land mit all seinen Wahnsinnigen nicht sich selbst überlassen kann, sehe ich ja gerade noch ein. Das wäre wahrscheinlich auch viel zu gefährlich. Aber das die Bundeswehr dabei auch mitspielen muss, mag ich nicht mehr einsehen. Wieviele Soldaten müssen denn noch “fallen”, bis mal einer auf den Gedanken kommt, dass wir da nichts zu suchen haben… Das ist nicht “unser Krieg”!
Lieber Dirk,
im folgenden Link findest Du und alle anderen auch einen
wunderbaren und klugen Artikel zum Thema Afghanistan !
http://www.zeit.de/2008/42/Afghanistan
Liebe Grüsse
Eva
also, ich glaub dass nur die aktionäre von rheinstahl sagen können: ” das ist unser krieg”
das viele geld, dass sie der armee (dem steuerzahler) in rechnung stellen können geht ja schließlich an sie selbst. wohin sonst???
da kann mann schon mal heere gefühle von ‘verteidigung am hindukusch’ bemühen …
jeder avacs einsatz lasst die kasse klingeln!!!!!
hurra hurra hurra!
da kann mann auch mal krokodilstränen für ‘gefallene’ soldaten vergießen!
(was die kriege angeht: sollte man/frau mal aus der geschichte lernen!)
ansonsten bin ich für den fürsten von sachsen anhalt, das väterchen franz!
der bezahlte den preußischen nachbarn eine gute stange geld dafür, dass seine untertanen nicht in den krieg ziehen mussten. statt dessen hat er ihnen bildung und kultur angeboten! ach war es früher schön (in sachsen anhalt)
prost
hans
Lieber Hans,
grundsätzlich bin ich bei Dir: Wenn das Geld, was von den verantwortlichen Politikern aus dem Steuersäckl heraus in den Hindukusch geschleudert wird,
für Bildung aufwenden würden, dann wäre die geistige Misere unseres Landes vielleicht ein winziges Stück kleiner. ( Auch im Bundeshaushalt 2010 wird nach dem Entwurf des Kabinetts wieder mehr als das Dreifache für ‘Verteidigung’ ausgegeben als für Bildung …..)
Ich bin auch bei Dir, wenn Du sagst, dass die Nutznießer dieses ‘Krieges’ am
langen Ende die Herren in der Rüstungsindustrie und den entsprechenden Zulieferbetrieben sind.
Trotzdem finde ich die Art über ‘heere Gefühle’ zu polemisieren mehr als grenzwertig, da wir hier auch über Menschen reden, die wirklich persönlich von Trauer betroffen sind. Ich glaube nicht, dass die Familien der gefallenen Soldaten hundertprozentig hinter dem Einsatz gestanden haben ( wer kann das schon) .
„Sorgt, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe, Frieden zwischen
den Menschen, Frieden zwischen den Völkern!“
Theodor Heuss ( mitunter war er ein Schlauer … )
In der Zeitung stand heute zu lesen, dass der Wehrbeauftragte des Bundestages, Robbe, ein klares Bekenntnis der (deutschen) Gesellschaft für den Militäreinsatz in Afghanistan vermisse. Er forderte, dass die Wirtschaft, die Gewerkschaften und die Kirchen sich hinter die Truppen zu stellen haben. Ich bin mir sicher, dass dieser Anspruch zumindest bei den Kirchen nicht durchsetzbar sein wird.
So lange die politisch denkenden Menschen in unserem Land nicht in der Lage sind aufzustehen und NEIN zu sagen, zu einem Krieg, der nicht der Unsere ist und dessen Sinn größtenteils noch nicht einmal von den handelnden Personen in Kundus und anderswo in Afghanistan sinnerfassend wiedergegeben werden kann, wird sich nichts daran ändern.
.
Trotzdem: Afghanistan ist NICHT unsere Baustelle !!!
Auch wenn es mitunter nützlich sein kann, um von den Problemen im eigenen Land abzulenken
Wenn wir in Deutschland die Möglichkeit eines Volksentscheides zu diesem Thema hätten, dann wären unsere Jungs wahrscheinlich schon längst wieder zu Hause oder hätten sich gar nicht auf den Weg gemacht …
Ich bin aber in noch einem bei Dir:
Prost finde ich gut!
Liebe Grüsse
Eva