Alles über Wein und den Rest der Welt…

Quo Vadis Weinjournalismus…

fragen heute gleich zwei Journalisten auf Ihren Blogs. Der World Wine Blog sieht gar eine Götterdämmerung kommen. Er erkennt völlig richtig, dass Winzer und Weinhändler mittlerweile eigenständig Ihre Produkte im web 2.0 vermarkten und beschreiben. Das führt, seiner Meinung nach, natürlich dazu, dass den Journalisten dann langsam aber sicher die Themen ausgehen. Die Berliner Weinakademie stellt fest, dass mit den eigentlichen Publikationen kaum noch Geld zu verdienen sei. Vielmehr läuft das Geschäft über Veranstaltungen und den Verkauf von Accessoires, Feinkost oder gar Wein. Tatsächlich hat die aktuelle Ausgabe des Magazin “DER FEINSCHMECKER” einen umfangreichen Bestellkatalog als Zugabe. Dieser ist genauso dick wie das eigentliche Magazin. Damit wird dann wohl auch ganz gut Geld verdient. In der Tat erscheint das Problem der Finanzierung von qualitativ hochwertigen journalistischen Inhalten äußerst komplex. Alleine über die Anzeigenkunden und den Verkaufspreis des Magazines oder der Zeitschrift geht es wohl kaum noch. Was machen dann aber erst die Onlinemagazine? Insbesondere diejenigen, die sich durch eine herausragende Qualität beispielsweise der Recherche auszeichnen. Bis jetzt kann wohl kaum einer von den Anzeigen die auf dem Blog oder der Seite geschaltet werden leben. Zumal viele Leser von den bunten und blinkenden Anzeigen abgeschreckt werden. Wie kann das finanziert werden? Durch den Verkauf von Nutzerdaten? Sicherlich sehr fragwürdig! Durch den Verkauf von allerhand Proukten? Darunter  könnte durchaus die journalistische Objektivität leiden! Durch einen Spendenaufruf, wie es neulich ein Blogger und Journalist gemacht hat? Alles schwierig zu beantworten…

Auch ich mache mir mittlerweile über dieses Thema Gedanken. Ich bin zwar kein Journalist, aber ich stelle fest, dass der Aufwand für die “Bloggerei” manchmal doch sehr hoch ist. Alleine für die Reihe “..im Gespräch” verwende ich doch sehr viel Zeit und Energie. Soll ich jetzt Werbung auf meinen Blog schalten, oder lieber nicht. Wenn ja, welche? Das muss ja auch irgendwie passen. Fragen über Fragen, die ich nur sehr schwer beantworten kann. Ich nehme gerne einige Denkanstöße an…

3 Kommentare zu “Quo Vadis Weinjournalismus…

  • Uli

    Sehe das prinzipiell genau so wie Du und habe auch schon die Tage darüber gepostet. http://www.weinspion.de/2009/05/wein-journalisten-vs-wein-blogger/

    Allerdings mache ich mir meine finanzielle Unabhängigkeit von der Weinwirtschaft zunutze und werde in Kürze Google-Werbung auf meiner Seite einpflegen. Ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber für die Einnhahmen kann ich mir dann auch wieder den ein oder anderen Tropfen gönnen.

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  • Biene

    Das schönste Bloggen ist natürlich das als “Privatier” zum Spaß. Wenn man aber zu der Spezies gehört, die ihr Geld selbst verdienen muss und dafür einen nicht unerheblichen Anteil seiner täglichen Lebenszeit aufbringen muss, ist ein gut gepflegter, aktueller, qualitativ hochwertiger Blog auf Dauer als Einzelkämpfer/in nicht zu realisieren – schon gar nicht, wenn man mit diesem Blog noch en vogue sein oder gar zukunftsgestaltend mitwirken will. Es gibt also nur drei Möglichkeiten: 1.) Man lässt’s sein. Damit katapultiert man sich ratzfatz ins Abseits. Das entschleunigt das Leben ganz erheblich. Man muss halt wissen, dass man dann nicht mehr mitspielt. Wenn man das möchte und bewusst so entscheidet: Warum nicht?!?! 2.) Man findet eine/n gleichgesinnte/n Verrückte/n, die / der einen guten Teil der Blog-Pflege-Arbeit aus purem Enthusiasmus, Sendungsbewusstsein, Idealismus oder warum auch immer übernimmt. Das ist ein Glücksfall, aber in der Form kein zukunftsweisendes, tragfähiges Modell, wenngleich auch ein schönes Startkapital. 3.) Verkauf von irgendwas. Was auch immer man verkauft: Man macht sich in Inhalt und Gestaltung vom Geld Investierenden abhängig. Da allerdings kann ich nur ganz emotionslos sagen: Das ist ein Teil der Marktwirtschaft. In diesem Zusammenhang muss ich schlichtweg mit mir selbst ausmachen, wieviel ich mit dem Blog verdienen will / muss und zwar im Verhältnis zu welchem Einsatz, den ich selbst einbringe, und von wem ich mich wie stark abhängig machen möchte. Das allein ist schon schwierig genug auszuloten. Es gilt dann noch den / die richtigen Partner zu finden und das Risiko einzugehen, dass meine Blog-Marktprognose völlig in die Hose geht.

    Als Blog-Konsumentin bin ich da einigermaßen emotionslos. Ich gehöre zu der Gattung, die sich versucht, bewusst zu machen, womit die Kohle verdient wird. Und wenn’s nicht an mein persönliches Eingemachtes geht und meine persönliche Freizügigkeitsgrenze überschritten wird, dann sage ich “Von mir aus!!”. Ästhetische, niveauvolle, zum Blog passende Werbung mag ich natürlich deutlich lieber als irgendwelches wildes Zeug; aber wenn mir der Blog wichtig genug ist, kann ich müllige Werbung ganz hervorragend ignorieren. Beim Verkauf meiner Daten gehe ich nicht auf totales Contra – die Zeiten sind längst vorbei, wo sich das lohnt -, aber es gibt Grenzen. Nachrichten oder Platz für Beiträge, Links auf Beiträge oder Seiten verkaufen: Daraus kann sich ‘was Gutes entwickeln; ist eine Frage des Konzepts. Einfallen kann einem noch deutlich mehr; DEN neuen Blog-Markt, gibt’s aber, glaube ich (zumindest noch) nicht. Der muss sich durch kreative Köpfe genauso Schritt für Schritt entwickeln wie die Rolle des Computers von seiner Erfindung bis zum heutigen Tag und weiter. Bis dahin dürfte wohl das beste Rezept sein: Sich einen Lebenspartner mit festem monatlichen Einkommen, das für den Familienunterhalt ausreicht, an Land ziehen und dann frei und kreativ bloggen, was das Herz begehrt!

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