Von Dr. Motz
Steht das BR vor Deutschland tatsächlich für Bananen-Republik? Angesichts unserer sogenannter “Recht”-Sprechung denke ich manchmal, diese Formulierung ist noch geschönt. Jüngstes Beispiel: Wie gehe ich mit einem Mieter um, der seine Miete nicht bezahlt (und noch nie bezahlt hat)? Von strafrechtlicher Seite aus sind mir die Hände gebunden. Was bleibt, ist allenfalls die Möglichkeit einer Zivilklage. Mit dem Ergebnis, dass ich auch noch jede Menge zusätzlicher Kosten durch Rechtsanwalt, Gericht und Gerichtsvollzieher (gegen Vorkasse!) habe. Und wenn der Mieter nach anderthalb bis zwei Jahren dann endlich draussen ist? Am Ende kann ich froh, wenn die Wohnung überhaupt noch bewohnbar ist. Die gleiche Wohnung, die ich übrigens bis dahin nicht einmal betreten darf. Sonst mache ich mich des Hausfriedensbruchs schuldig und das wiederum hat dann tatsächlich strafrechtliche Folgen. Allerdings für mich! Der Gipfel aber ist: Selbst wenn sich der Saukerl später bei meinem Nachbarn einnisten sollte, darf ich diesen nicht einmal vorwarnen. Das wäre dann nämlich üble Nachrede und ich mache mich schon wieder strafbar. Für Mietnomadentum, das angesichts dieser Rechtslage übrigens immer beliebter wird und aus meiner laienhaften Sicht zwingend den Tatbestand des vorsätzlichen Betrugs erfüllt, interessiert sich dagegen niemand. Es ist fast schon verwunderlich, dass er überhaupt noch Menschen gibt, die pünktlich ihre Miete bezahlen. Der durchaus ernst gemeinte Tipp meines Anwalts: Ich solle mir am besten die Dienste zweier kräftig gebauter Schläger sichern und das Problem auf diese Weise lösen. Ich komme immermehr zu der Auffassung, in jeder tatsächlichen Bananen-Republik geht es zivilisierter zu.
Hab’ ich’s gut: Ich habe keinen Immobilienbesitz, den ich vermieten könnte oder müsste
Und zum Thema Jurisprudens:
Tom Hanks in “Philadelphia” zu seinem Anwalt:
“Was sind 2.000 Juristen auf dem Meeresgrund?
- Ein guter Anfang!”