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Alkoholsteuer – Nein Danke!

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Ich habe in den vergangenen Tagen ja schon mehrfach über den Report der Drogenbeauftragten der Bundesregierung berichtet. “Komasaufen” wird wohl nun zum nationalen Großproblem ernannt. Die “BILD” titelte “Hilfe, mein Kind säuft”. Das zeigt mir final mehr als deutlich, wo die eigentliche Problematik sitzt. “Komasaufen” ist letzlich keine Frage der Verfügbarkeit von Alkohol, sondern ein soziales und erzieherisches Problem. Damit ist dann aber auch geklärt, dass eine drastische Erhöhung von Steuern auf alkoholischen Getränken kein probates Mittel gegen dieses Phänomen ist. Im Gegenteil. Eine versteckte Prohibition löst dieses Problem sicherlich nicht. Dadurch werden ganz andere Probleme entshehen, in erster Linie in der Alkohol produzierenden Industrie. Und dazu gehören wir im Weingeschäft nuneinmal auch. Hier geht es dann übrigens auch um Arbeitsplätze, und nicht zu knapp. Es gibt nämlich auch noch anderes als Banken und Opel. Ich kann mir auch nur sehr schwer vorstellen, dass Milliarden von Steuereinnahmen “sinnvoll” in diesem Kontext eingesetzt werden würden. Wie denn auch? Hier geht es doch nur darum, Steuereinnahmen zu generieren und die in einem Wahljahr möglichst “sinnvoll” zu verpacken. Am Ende geht das Geld in eine notleidende Bank oder sonstwohin. Das ganze Gezeter das momentan stattfindet ist eine ganz perfide Alibigeschichte. Ich weigere mich, das einfach so hinzunehmen. Deswegen rufe ich allen zu: “Lasst Euch das nicht gefallen! Steht auf, zeigt Flagge und sagt Eure Meinung”. In Berlin haben die Damen und Herren einen Riesenrespekt vor 20 Millionen Rentnern. Die dürfen nämlich alle wählen. Wir in der Alkoholindustrie dürfen aber auch wählen. Dementsprechen haben wir auch eine gewisse “Macht”. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, eine Initiative zu starten: “ALKOHOLSTEUER – Nein Danke!”. In den kommenden Tagen werden wir einen eigenen blog zu diesem Thema aufmachen. Auf diesem Blog wird es dann eine Unterstützerlister geben, eine Petition, ein Aktionsprogramm und viele andere Dinge mehr. Dort kann sich dann auch jeder den Button für seinen blog oder seine homepage runterladen. Macht mit! Je mehr mitmachen, umso wirksamer wird das Ganze.

16 Kommentare zu “Alkoholsteuer – Nein Danke!

  • Pasta

    Hallo Dirk!

    Ich kann gut verstehen dass du bei dem Thema einen dicken Hals bekommst, aber ich würde mir da nicht so viel Sorgen machen. Die Bätzing hat innerhalb der Koalition praktisch keine Lobby, man braucht sie nur als Feigenblatt für das „wir tun (vielleicht) was“. Außerdem kennen die Partein durchaus die Wählermacht der Säufer :-) )

    Gruß Pasta

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  • Michael Pleitgen

    @Pasta

    Bätzing hin oder her: nach den Wahlen geht die Sache weiter. Und da ist es egal in welchen Farben die nächste Koalition schillert. Berlin hat die EU-Vorgaben umzusetzen: 25% Prozent weniger Alkohol. Das ist beschlossene Sache und Deutschland ist bereits im Verzug!

    Ich bin auch gegen Koma-Saufen und andere Auswüchse. Aber: wir müssen aufpassen, dass es am richtigen Ende anfängt: bei denen, die wirklich gefährdet sind! Und mit den richtigen Mitteln: Bewußtsein ändern statt Verbote!

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  • Biene

    @Pasta Ich gebe dir in deiner Einschätzung durch Durchsetzungskraft Frau Bätzings recht! Welche der bahnbrechenden Initiativen, die Frau Bätzing in den Orbit geschossen hat, ist denn tatsächlich Realität geworden? In der Regel mangelte es doch sowohl an einem soliden fachlichen Fundament, als auch an einem klugen Networking im Vorfeld. Ich weiß gar nicht so recht, wie Frau Bätzing überhaupt an diese politische Position gekommen ist……………………….Ist sie irgendwie mit Herrn Berlusconi bekannt????? (Pfuiii, Biene, das war unsachlich ;-) )

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  • drsarkozy

    Hallo bester Pinot-Noir-Erzeuger Deutschlands,

    während ich ein Glas desselbigen geniessend durch meinen Garten lustwandelte, liess ich die Sprachgewalt Deines Artikels, die ebensogross
    ist, wie die Aromengewalt Deines Weines, auf mich wirken….

    Am langen Ende wird eins immer klarer: In diesem unserem Lande
    hilft irgendwann nur noch der offene Widerstand. Deshalb ist die von Dir ins Leben gerufene Aktion in jeder Beziehung sinnvoll, solange es Dir gelingt,
    die Doppelmoral der handelnden Personen transparent zu machen.

    Denen ist es nämlich am langen Ende egal, wieviel der Wein kostet, den sie auf ihren Banketten saufen, und wie hoch sich der Anteil der Steuern am Gesamtpreis beläuft, weil auch hier blutet, wie immer das steuerzahlende Wahlvolk !

    Wenn die Politik unserer Damen und Herren in Berlin so hochwertig wäre, wie der Wein, den sie saufen, dann hätten wir eine deutlich problemlosere
    Republik.

    In diesem Sinne und santé

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  • Mario Scheuermann

    Michael Pleitgen hat leider recht: “Berlin hat die EU-Vorgaben umzusetzen: 25% Prozent weniger Alkohol. Das ist beschlossene Sache und Deutschland ist bereits im Verzug!”

    Das ist so. Die politische Vorgabe lautet daher tatsächlich auch: runter mit dem Weinkonsum wie in Frankreich, Spanien, Italien. Nur in D und GB steigt dieser noch. Das ist der Gesundheitslobby ein Dorn im Auge und die Weinwirtschaft will einfach nicht begreifen was für ein Damoklesschwert über ihr schwebt. In Europa wird immer weniger Wein getrunken, dafür ein deutlich steigender Konsum in China, Russland, USA. Siehe dazu auch die neue Vinexpo-Studie 2008 – 2012.

    Die Steuer-Frage ist strengenommen ein Nebenkriegsschauplatz. Da geht es in Wahrheit garnicht um Alkoholeindämmung sondern um die Frage wo können wir schnell noch ein paar Milliarden abgreifen zur Finanzierung der Abwrackprämie und anderer unsinniger Wohltaten.
    Gruss Mario Scheuermann

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  • Pingback: Alkoholsteuer - Nein Danke! « Bad Kreuznach Blog

  • Klaus Ruckmich

    @Mario Scheuermann

    grundsätzlich muß ich hier mal korrigieren. Der Weinkonsum in Deutschland ist bereits am abnehmen, was in 2008 sich noch nach Aufwärtstrend aussah, änderte sich rasch ab Februar 2009 und diese abnehmende Phase ist Konstand abnehmend. Die Wirtschaftskrise hat Deutschland nicht ausgenommen und ein umdenken hat auch hier stattgefunden. In China wird sich kurz bis mittelfristig auch dieser Trend entwickeln, Gründe sind unter anderem auch die Finanzkrise, ansteigende Arbeitslosigkeit und in USA hat die Finanzkrise schlimmer zugeschlagen als hierzulande, auch hier haben sehr viele ihr Geld, Immobilien verloren und sind in Arbeitslosigkeit gerutscht.
    Russland dürfte noch mit einem blauen Auge wegkommen.
    Aber nun zur Alkoholsteuer, die ist absoluter Schwachsinn und es hilft dem Handel sicher nicht weiter, sondern verschlimmert noch deren Lage.
    (Benzin ins lodernde Feuer geben). Unsere Politiker sollten sich lieber mit den wichtigen Aufgaben die unser Land braucht beschäftigen und nicht solche unnötigen Themen besetzen die nur ablenken sollen, weil keiner in der Lage ist zu handeln und mit entsprechenden Lösungen aufzuwarten.
    Die Abwrackprämie ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein und hat eigentlich nur bei den etwas besser Gestellten gegriffen, die meisten der jüngeren Leute ist nicht mal in der Lage privat vorzusorgen und den Mittelstand den wir mal hatten ist auch zu einem Großteil nach unten gerutscht. Wir müßen mal die Realität sehen und die nächsten die jetzt an der Reihe sind abzustürzen sind unsere Rentner (soviel mal zu wichtigen Themen der Politik) auch noch so ein Schwachsinn.

    Gruss Klaus Ruckmich

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  • Mario Scheuermann

    @Klaus Ruckmich
    Ich glaube dass die Auswirkungen der Wirtschaftskrise lediglich ein Sondereffekt sein werden. Ich sehe daher im Augenblick noch keinen Grund an der langfristigen Prognose der Vinexpo-Studie zu zweifeln.

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  • David

    die weinwirtschaft hat ihre hausaufgaben gemacht, vor allem weinkonsumierende länder wie frankreich und italien haben einen weit besseren Umgang mit Alkohol als skandinavische Länder (mit Steuer!). In diesen Ländern wird am Wochenende viel Alkohol getrunken, in den weinkonsumierenden Ländern wird über die Woche verteilt jeweils wenig Alkohol zu sich genommen.
    Dies ist auch ein wichtiges Argument.
    David

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  • david

    was mir dazu noch eingefallen ist, ist ein zitat von Prof. Dr. Dieter Hoffmann von der FH Geisenheim. Er hat im Januar beim Weinbauforum der Konrad-Adenauer-Stiftung vor allem die Erziehung und den Einfluss der Eltern zur Prävention des Komasaufens hervorgehoben.

    “Klar ist Alkohol bei uns daheim ein Thema. Aber nicht nur abends, sondern auch Sonntags morgens am Frühstückstisch.”

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  • Klaus Ruckmich

    @Mario Scheuermann naja, Studie hin oder her, es ist nunmal eine Studie wie so viele und die Leute müßen eben was schreiben sonst würde sie niemand brauchen. Es ist wie mit der Forschung, einmal heißt es gut für die Gesundheit und beim nächsten Mal schädlich. Die brauchen halt Ihr Berechtigungsdasein. Ich hab da meine eigene Studie, die Realität und bin mit einigen Kollegen in Kontakt, die nicht frohlockend jauchzen.
    Sicher gibt es nach jedem Tief wieder Höhen, das war schon immer so wenn man sich allein die Börsenmärkte anschaut, aber das momentane Tief wird schon noch längere Zeit andauern. Wenn nicht bald die Politik etwas für die Binnenwirtschaft macht, sehe ich eine sehr lange Phase kommen.

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  • Thomas Günther

    Die 25% müssen ja nicht wirklich problematisch sein. Wenn dieser Rückgang im Konsum lediglich bei den Weinen unter 2 Euro stattfindet, ist das eher nutzvoll als schädlich. Und es wird wohl kaum Jugendliche geben, die mit teuren Weinen Komasaufen gehen. Außer die haben den elterlichen Weinkeller leergeräumt. Dann nutzt aber auch keine höhere Alkoholsteuer etwas.

    Reply
  • Friedrich Bolle

    Komasaufen nur ein neuer Ausdruck für eine Verhaltensweise von Jugendlichen, die schon immer existierte.

    In einem Interview des ARD/ZDF Morgenmagazins:

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/%25E2%2580%259EAlkoholverbot_macht_keinen_Sinn%25E2%2580%259C/7TR,RD20090506,748810/748058?inPopup=true

    wies ein streetworker Jürgen Scharaffanek daraufhin das Alkoholverbot keinen Sinn macht….

    Und in einem Nebensatz (leider vom Moderator nicht beachtet)

    das der Alkoholkonsum der Jugendlichen heute nicht höher als vor 10 oder 20 Jahren ist !!!!

    Die Excesse gab es auch früher allerdings ohne Fotos von mobilen Telefonen und/oder you tubes !!!

    Vielleicht lohnt sich einmal Jürgen Schaffranek zu interviewen….

    http://www.gangway.de/gangway.asp?client=gangway&cat1id=1

    Die Erfahrungen eines streetworkers der sich mehr als 13 Jahre mit Kinder und Jugendlichen ” herumgeschlagen ” hat sind sicherlich gleichwertig gegenüber den xxl Studien zum Alkoholkonsum der professoralen Studien die für xxl Euro an die Bundesregierung und die politische Nomenklatura verkauft werden.

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  • drew

    seid ihr alle so bekloppt?? vor 30 jahren gab es eben kein komasaufen! und wenn winzer das heulen anfangen weil sie eine gefahr darin sehen ihren fusel nicht mehr absetzen zu können, das ist doch zum lachen.

    das gleiche spiel trieb die tabakindustrie in den staaten. oh mein gott, wie viele arbeitsplätze dann verloren gehen.

    dagegen, wie viele menschenleben dadurch nicht verloren gehen wenn diverse kevins und andere trolle nicht mehr
    besoffen auto fahren!?

    zitat: “Extremer Alkoholkonsum ist letztlich Ausdruck vielfältiger gesellschaftlicher Probleme. Viele – unabhängig vom Alter – greifen zur Flasche, um den wachsenden Arbeitsstress oder andere Sorgen runter zu spülen. Andere treibt die Perspektivlosigkeit. Die Ursachen zu behandeln ist deutlich schwieriger, als an den oberflächlichen Symptomen herumzudoktern. ”

    und? funktioniert es? verschwinden probleme wenn man alkohol in sich hineinschüttet? sicher nicht!

    aber was will die politik? mündige, hellwache bürger, zudem intelligent? sicher auch das nicht! ansonsten läuft das spiel wie vor jahrhunderten,…..gib dem pöbel was zu fressen, zu saufen und spiele, jetzt über die verblödungspropagandamschine fernsehen.

    und stellt bitte weiter immer mehr alkohol her, zigaretten, fernseher und spielt fussball, damit deutschland intelligenter und schöner wird.

    gott zum gruße

    Reply

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