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Wird es für die Weinbranche eng?

Diese Frage stellt Michael Pleitgen von der Weinakademie Berlin auf seinem blog. Laut einer bisher unveröffentlichten Umfrage geben einige Konsumenten an, vorsichtshalber jetzt schon weniger Geld für bestimmte Produkte auszugeben. Dazu gehört natürlich auch Wein. Wen wundert es? Eine Flasche Wein die mehr als fünf bis sieben Euro kostet ist Luxus. Jedenfalls für den Normalweintrinker. An Luxus wird zuerst gespart, wenn es eng wird. Die Frage die sich nun stellt ist: Wird es eng, oder nicht? Oder ist es schon eng? Einige behaupten ja, es gäbe keine Krise, sondern nur das Gerede darüber. Und gerade dieses Gerede sorgt für eine negative Konsumstimmung, weil die Menschen Angst bekommen. Sicherlich kann man einiges “herbeireden”. In diesem speziellen Fall aber, hat das nichts mit “herbeireden” zu tun. Die Krise ist da, das ist ein Fakt. Ob es einigen passt, oder nicht. Speziel in unserem Metier. Natürlich war die Stimmung während und nach der ProWein gut, keine Frage. Das liegt aber weniger an der tatsächlichen Ist-Situation als vielmehr an der Tatsache, dass kaum einer zugibt wie ernst die Lage tatsächlich ist. Das ist eine reine Psycho-Angelegenheit. Die Keller sind voll, insbesondere die der großen Kellereien. Darüber redet man natürlich nicht gerne, das könnte ja auch am Image kratzen. Ich sehe das ganz anders. So zu tun, als wäre alles “Friede-Freude-Eierkuchen” ist wesentlich schädigender für das Image. Der Konsument und Kunde darf ruhig wissen, dass wir in der Weinbranche den gleichen wirtschaftlichen Gesetzen unterliegen wie alle anderen auch. Warum sollte diese Krise denn auch ausgerechnet die Weinbranche verschonen. Ich sehe dafür keinen logischen Grund. Die Menschen sind von Arbeitslosigkeit bedroht, haben immer weniger im Geldbeutel, aber trinken munter weiter Premiumweine aus deutschen Landen… Schön wäre es, aber das ist doch wirklich lächerlich! Natürlich wird in schlechten Zeiten Alkohol getrunken, vielleicht sogar etwas mehr. Aber garantiert keine Großen Gewächse oder andere Grand Crus.

3 Kommentare zu “Wird es für die Weinbranche eng?

  • Biene

    Aus Konsumentensicht ist das doch ganz einfach: Habe ich genug Geld verfügbar, ohne Sorge meinen Grundbedarf zu decken (und vielleicht sogar noch ein bisschen Vorsorge für die Zukunft zu betreiben), kann ich nebenbei locker in ein bisschen Luxus für mich investieren: Chiques Auto, schöne Reisen, Konzert, Theater, gutes Essen, feinen Wein, nettes Outfit, Styling für die Wohnung u. s. w. Wird die Kohle knapp, spare ich als erstes am “puren Luxus”, an dem, was ich jetzt genieße, was dann aber auch gleich wieder weg ist und allenfalls in einer schönen Erinnerung bleibt (auch ein nicht zu unterschätzendes Gut – von einem vielleicht nur kurzen, aber wunderschönen Sommer kann man manchmal ganz schön lange zehren; aber das ist ein anderes Thema). Die Frage ist nur: Verzichte ich ganz oder greife ich eventuell auf eine weniger kostenintensive Variante zurück? Aus Produzentensicht betrachtet also die entscheidende Frage: Lohnt es, verstärkt in die Herstellung billigerer Güter zu investieren? Und da wird’s interessant und aus dem Stand verdammt schwierig zu beantworten.

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  • Thomas

    Ich denke, dass sich Qualität beim Wein auch in Zukunft bezahlt macht und dass die Zielgruppe, die jetzt schon Qualitätsweine ab d. mittleren Segment getrunken haben, dies auch in Zukunft tun werden.

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