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30 Jahre Charta – 25 mal Gala!

Was für eine geniale Idee! Mit einem einzigen Wort (Charta) eine umfassende und unverwechselbare Botschaft zu vermitteln: Charta = Rheingau = Riesling = von ambitionierten Qualitätswinzern = aus hervorragenden Weinbergen = nach klaren Standards erzeugt =  idealer Essensbegleiter = von einer Jury blind geprüft und zugelassen = erst im September des auf die Ernte folgenden Jahres verkäuflich = lecker!
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Jahrgang 2014 – Mosel update 2

Der Kollege Meierer berichtet über den aktuellen Stand der Ernte an der Mosel.

Oktober – Zeit für die Rieslinglese

2014 ist voll Hete, Alter. So könnte man das Neudeutsch zusammenfassen. Heterogenität küre ich jetzt schon zum Unwort des Herbstes 2014.

Zurück von der halbwöchentlichen Weinbergstour kann man sagen, dass es absolut kein einheitliches Bild gibt. Und das noch nicht mal bei direkt nebeneinander liegenden Weinbergen, die absolut gleich behandelt wurden. Worin zeigen sich die Unterschiede? Gar nicht mal so sehr in der Reife, da bewegen sich momentan die Basislagen auf gutem Kabinettniveau. Die Steillagen haben die Spätlesegrenze übersprungen und peilen mit dem gemeldeten Wetter zum Wochenende Höheres an. Was aber Sorgen bereitet, ist wie im vergangen Jahr die Fäulnis.

Mosel2Wir sind an der Mittelmosel zwar von den richtig heftigen Niederschlägen im September verschont geblieben, für einige Weinberge war es aber anscheinend doch zu viel. Und das komischerweise in den Basislagen. Alles was für Moselverhältnisse flach oder nicht wirklich steil ist (ergo 40% und drunter) ist definitiv fauler und „nicht so gut“ faul wie die Steillagen. Normalerweise halten diese lagen etwas länger stand als die Steillagen. Die wiederrum sehen noch größtenteils sehr gut aus. Wir sind gerade eifrig dabei die Traubenzone zu entblättern und aufkommende Botrytis zu entfernen – im Paulinsberg ist das alles noch nicht besorgniserregend viel. Aber wie bei den Flachlagen gibt es auch für die Steilen Ausnahmen, z.B. sehen alle Einzelpfahlanlagen sehen noch sehr gut bis auf Eine. Aber auch kein Problem, das ist sowieso die Paulinshofberg Süßweinparzelle, und da hab ich gehört kann man ein wenig Edelfäule gebrauchen, solange sie sauer ist – und das ist sie bis dato. Es gilt aber noch mehr als in den letzten Jahren jeden Weinberg einzeln und zweimal wöchentlich zu begutachten.

Was ist nun der Plan:

• Am Wochenende wird erstmal maschinell gelesen was gar nicht mehr geht.

• Am Montag fangen wir mit der Handlese an, so rund herum und kleine Ecken bis Mittwoch. Ab Mittwoch dann voll in den Berg und wie es aussieht die gleiche Reihenfolge wie vergangenes Jahr. Erst die Drathanlagen dann die Einzelpfahlanlagen.

Natürlich soll pünktlich zur Lese das Wetter bescheiden werden…aber wenn ihr vielleicht alle mal bei Gelegenheit in Richtung Westen pustet kommt das Riesenhoch über Rußland zu uns und bringt trockene-kalte Luft – das wäre ein Traum.

Beste Grüße

Matthias

PS: Anbei ein Foto von Entblättern aus dem Paulinsberg, ausgenommen Ende letzter Woche.